Der tödliche Zusammenstoß eines Falschfahrers auf der Autobahn 5 hat in der Nacht zum Montag ein Trümmerfeld aus Schrott, verbogenen Reifen und zersplittertem Glas zurückgelassen. Ein Falschfahrer hatte nach Polizeiangaben auf der falschen Spur einen Kleinbus gerammt. Der Mann kam ums Leben und riss einen weiteren mit in den Tod. Zudem wurden sieben Menschen bei dem Unfall in der Nähe von Baden-Baden verletzt, die meisten von ihnen schwer, wie die Polizei am Montag mitteilte.

Trifft dem Beifahrer, der bei einem Unfall unter Alkoholeinfluss schwerverletzt wird, eine Mitschuld? Einem urteil aus Schleswig zufolge ja.
Trifft dem Beifahrer, der bei einem Unfall unter Alkoholeinfluss schwerverletzt wird, eine Mitschuld? Einem urteil aus Schleswig zufolge ja. | Bild: Patrick Seeger/dpa

Unklar ist bislang, warum der Mann bei Ottersweier (Landkreises Rastatt) zwischen den Anschlussstellen Bühl und Achern in falscher Richtung unterwegs war und was sich in der Zeit vor dem Zusammenstoß abgespielt hat. Das wollen Polizei, Staatsanwaltschaft und Sachverständige nun herausfinden.

Bis zu 2.000 Meldungen über Falschfahrer pro Jahr

Durch den Unfall wurde ein Insasse des Kleinbusses den Angaben zufolge so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb. Der Falschfahrer starb laut Polizei kurz nach dem Unfall im Krankenhaus. Von den sieben weiteren Mitfahrern des Kleinbusses wurden fünf schwer und zwei weitere leicht verletzt. Die Fahrbahn war in Fahrtrichtung Basel stundenlang gesperrt, wurde aber wieder freigegeben.

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Falschfahrten gibt es immer wieder, davon zeugen die Warndurchsagen im Radio. Täglich gibt es im Radio in Deutschland etwa fünf Meldungen dazu, rund 2.000 sind es jedes Jahr. Nach Angaben des ADAC wurde im Jahr 2020 insgesamt 139 Mal vor Falschfahrern in Baden-Württemberg gewarnt. Die größte Gefahr besteht laut Statistik abends und nachts. Zwischen 5 und 9 Uhr morgens sei das Risiko, einem Falschfahrer zu begegnen, am geringsten.

Das Blaulicht an einem Polizeiauto leuchtet.
Das Blaulicht an einem Polizeiauto leuchtet. | Bild: Patrick Pleul/dpa/Symbolbild

Nach Auskunft der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) sind vor allem Autobahnanschlussstellen kritisch. Immer wieder kommt es vor, dass Autofahrer dort die Orientierung verlieren und die falsche Route wählen. Warnschilder gibt es vielerorts bereits. Zudem können sich in manchen Autos die Fahrer über Displays warnen lassen, wenn andere entgegen der Fahrtrichtung unterwegs sind.

Erst Ende September waren drei Menschen bei einem Unfall auf der Autobahn 8 bei Pforzheim ums Leben gekommen, nachdem ein Mann mit seinem Wagen von einem Parkplatz aus entgegen der Fahrtrichtung auf die Autobahn aufgefahren war.