"Die Idee für einen Antrag entstand 2006 und war über die Jahre von großem Engagement aller Beteiligten und der Bürgerschaft geprägt", blickte Mergen anlässlich der Feierlichkeiten zurück. "Ich bin unglaublich stolz, dass wir dieses Ziel gemeinsam erreicht haben." Die Freude über die Entscheidung der Unesco sei nach wie vor riesig, sagte auch Razavi. Die "Welterbefamilie" im Südwesten sei auf nunmehr sieben Mitglieder gewachsen und reiche von prähistorischen Pfahlbauten am Bodensee bis zum architektonischen Werk Le Corbusiers in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung: "Es ist für jeden etwas dabei!"

Am Pfingstsonntag ist anlässlich des Welterbetags ein Fest in der gesamten Innenstadt geplant. Auf dem Programm steht unter anderem eine Podiumsdiskussion zum Thema "Welterbe! Und jetzt?".

Welterbe-Titel soll Tourismus ankurbeln

Der Welterbetag wird jedes Jahr am ersten Sonntag im Juni zelebriert. Veranstaltungen gibt es in allen 51 Welterbestätten in Deutschland. Zudem feiert die Welterbekonvention der UN-Sonderorganisation Unesco dieses Jahr 50. Geburtstag. Mit dem internationalen Übereinkommen sollen Natur- und Kulturerbe der Welt besser geschützt werden.

Baden-Baden war im Juli 2021 mit zehn anderen europäischen Städten als Welterbe unter dem Motto "Great Spa Towns of Europe" - bedeutendste Kurstädte Europas - ausgezeichnet worden. Sie verstehen sich als Kurstädte, die vom späten 18. Jahrhundert bis ins frühe 20. Jahrhundert internationale Bedeutung erlangten. Der Städtebau sei ausgerichtet auf medizinische, therapeutische und gesellschaftliche Funktionen rund um natürliche Thermalwasserquellen.

Zu den nunmehr prämierten Städten zählten aus Deutschland auch Bad Ems in Rheinland-Pfalz und Bad Kissingen in Bayern. Der Welterbe-Titel soll unter anderem den Tourismus ankurbeln.