Karlsruhe 20 Jahre nach Weihnachts-Orkan: "Lothar" zeigte Verletzlichkeit von Ökosystem Wald

Weihnachts-Orkan "Lothar" hat vor 20 Jahren aus Sicht von Baden-Württembergs Forstminister Peter Hauk (CDU) gezeigt, wie verletzlich das Ökosystem Wald ist. Zwar könne man solch "brachialen Gewalten" im Wald nichts entgegensetzen. "Da darf man sich keiner Illusion hingeben. Da siegt die Physik, nicht die Politik", so Hauk. Man könne aber Schäden durch entsprechende Pflege der Wälder minimieren und die Risiken streuen. Hauk ist überzeugt: "Aufgrund der Klimaveränderungen müssen wir häufiger mit schweren Stürmen rechnen."

Am 26. Dezember 1999 war "Lothar" mit teils mehr als 200 Stundenkilometern von Frankreich kommend über Südwestdeutschland hinweggefegt. Allein in Baden-Württembergs Wäldern hinterließ der Orkan rund 40.000 Hektar Kahlflächen. Dass davon heute so gut wie nichts mehr zu sehen ist, sei das Verdienst der Waldbesitzer und Forstleute, meinte Hauk. Diese hätten in einem Kraftakt die Flächen von Schadhölzern geräumt und dafür gesorgt, dass dort heute praktisch durchweg standortsangepasste und naturnahe Mischwälder wachsen.

Das Archivluftbild vom 27.12.1999 zeigt ein Waldstück bei Baden-Baden, in dem vom Orkan Lothar Bäume umgeknickt wurden. Wegen der globalen Erwärmung rechnen Experten in den kommenden Jahren mit immer schwereren Stürmen in Deutschland.
Das Archivluftbild vom 27.12.1999 zeigt ein Waldstück bei Baden-Baden, in dem vom Orkan Lothar Bäume umgeknickt wurden. Wegen der globalen Erwärmung rechnen Experten in den kommenden Jahren mit immer schwereren Stürmen in Deutschland. | Bild: Uli_Deck (dpa)

"Stabile Mischwälder helfen uns, die Risiken für Sturmschäden im Wald zu minimieren", betonte Hauk. "Die Wiederbewaldung nach 'Lothar' hat unsere naturnahen Waldbaukonzepte in Baden-Württemberg weiter nach vorne gebracht. Mit Blick auf den Klimawandel werden wir diese weiter anpassen und weiterentwickeln."

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