Steigende Zinsen - steigende Kosten: Hauskauf noch bezahlbar?

Marktkenner raten dazu, den Traum vom Eigenheim nicht mehr auf die lange Bank zu schieben. Wer den Zinsanstieg aussitzt und eine erneute Niedrigzinsphase wartet, muss mit einer Enttäuschung rechnen. Da nicht nur die Zinsen, sondern auch die Immobilienpreise gestiegen sind, ist ein zinsgünstiger Kredit wichtiger denn je. Auch wenn die Angaben in Prozentpunkten für viele potenzielle Kreditnehmer nur nach einem "kleinen" Anstieg aussehen, summieren sich die Kosten in Anbetracht der Laufzeitlänge enorm.

Anhand verschiedener Rechenbeispiele wird deutlich, dass sich die Tilgungslänge und die Tilgungssumme drastisch erhöht haben. Dennoch: Wer den Weg ins Eigenheim gehen und seine Zukunft mit Wohneigentum absichern möchte, sollte sich seinen Wunsch erfüllen und handeln, ehe die Zinsen das Niveau vor der Niedrigzinsphase erreichen.

Inflation und Preiserhöhungen: Schwierige Zeiten stehen bevor

Kapitalmarktbeobachter haben den Zinsanstieg schon seit vergangenem Jahr bemerkt. Die Inflation und geopolitische Ereignisse sind Gründe dafür, dass die Kosten in allen Lebensbereichen steigen und längst ein Niveau erreicht haben, das auch dem Mittelstand zu schaffen macht. Die Zinserhöhungen im Kreditgeschäft sind nicht die einzigen Teuerungen, für die Verbraucher seit Anfang des Jahres tiefer in die Tasche greifen müssen. Dazu kommen die utopisch hohen Energiekosten, die erhöhten Lebensmittelpreise und die damit verbundenen höheren Lebenshaltungskosten.

Dem gegenüber steht die augenscheinliche Entwertung des Geldes durch eine Inflation von aktuell über 7 Prozent. Der Zins- und Kostenanstieg betrifft jeden Verbraucher in Deutschland. Denn die höheren Finanzierungskosten werden nicht nur von potenziellen Kreditnehmern getragen. Unternehmen legen die gestiegenen Ausgaben auf den Verbraucher um, der im Umkehrschluss höhere Preise für Lebensmittel, Verbrauchsprodukte und Energie zahlen muss. Wie weit ein normalverdienender Haushalt diesen Weg ohne gleichzeitigen Anstieg der Gehälter mitgehen kann, ist fraglich und stellt viele Familien vor eine erhöhte psychische Belastung und Zukunftssorgen.

Zinswende sorgt für ein Umdenken in der Gesellschaft

Sparen ist heute einer der Begriffe, die man täglich gebraucht und die sich durch alle Bereiche des Lebens ziehen. So sparen Städte Energie, in dem sie die Schaltzeiten der Straßenbeleuchtung verkürzen. Auch in Privathaushalten wird es "schneller dunkel", es wird weniger geheizt und ein Umdenken in der Haushaltsführung und beim Einkauf findet statt.

Sparen ist sinnvoll. Doch wer Geld sparen und für den Lebensabend vorsorgen möchte, hat trotz Zinsanstieg das Nachsehen. Denn die Zinsen steigen nur im Kreditgeschäft und nicht für Geldanlagen. Es ist daher nach wie vor sinnvoll, in Sachwerte zu investieren und das Sparkonto auf der Bank in reelle Werte umzuwandeln.

Vor 20 Jahren zahlte der Häuslebauer Bauzinsen zwischen 5 und 6 Prozent. Noch vor zwei Jahren waren Immobilienkredite und Verbraucherkredite fast mit Nullzinsen finanzierbar. Heute muss man bereits rund 3 Prozent Zusatzkosten entrichten und ein Ende des Aufwärtstrends ist nicht in Sicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kreditzinsen wieder auf 5 Prozent erhöhen ist groß. Steigen die Einkünfte nicht und das Leben verteuert sich weiterhin so rasant, könnte eine größere Armutswelle über das Land hereinbrechen.