Digitale Finanzthemen ziehen immer weitere Kreise

Seit dem Aufkommen von Bitcoin und Co. werden digitale Finanzthemen nach und nach auch für die Allgemeinheit immer interessanter. Kryptowährungen sind schon seit einiger Zeit nicht mehr nur ein Randthema. Und gerade im vergangenen Jahr erlebten digitale Währungen einen extremen Aufschwung. Einer Studie zufolge kauften 41 % der Besitzer von Kryptowährungen ihre digitalen Finanzmittel erstmalig im Jahr 2021. Besonders beliebt und beachtet sind die digitalen Währungen in Brasilien, Hongkong und Indien. Aber auch in Europa wächst das Interesse.

Wer sich für die Krypto-Szene im weitesten Sinne interessiert, stellt schnell fest, dass sie in den wenigen Jahren seit ihrer Entstehung eine enorme Entwicklung mitgemacht hat. Was damit begann, dass Anleger und Trader Bitcoins kaufen und damit ihr Portfolio um ein innovatives Produkt erweitern konnten, hat sich zu einem eigenständigen Ökosystem entwickelt, das immer komplexere Facetten annimmt. Finanzdienstleister und Broker bieten inzwischen die verschiedensten Produkte im Bereich der digitalen Währungen an: Ein Krypto Kreditkarten Vergleich etwa macht deutlich, wie sehr der Einsatz als Zahlungsmittel schon in den Alltag der Verbraucher vorgedrungen ist. Eine andere Nuance sind Blockchain und Kryptokreationen wie die NFTs. Non Fungible Tokens erleben derzeit einen wahren Hype.

Non Fungible Tokens: Was steckt hinter dem Phänomen?

Doch was sind NFTs überhaupt? NFT steht für Non fungible Token – was so viel bedeutet wie einzigartige bzw. nicht austauschbare Wertmarke.  Ein Bitcoin zum Beispiel wäre ein fungible Token, denn er ist einer von vielen und kann theoretisch beliebig ausgetauscht werden, ohne dass sich sein Wert ändert. Einen NFT kann man eher mit einer Sammelkarte in der physischen Welt vergleichen.

Die meisten NFTs sind Teil der Ethereum-Blockchain. Ethereum ist eine Kryptowährung wie Bitcoin, doch ihre Blockchain unterstützt ebenso NFTs, die zusätzliche Informationen speichern, wodurch sie anders funktionieren als beispielsweise ein ETH-Coin. Ganz konkret können NFTs so ziemlich alles sein, was digital ist. Ein NFT kann ein Musikstück sein, eine Grafik oder auch ein Post bei Twitter – tatsächlich konnte der Gründer der Plattform einen seiner Tweets für knapp 3 Millionen US-Dollar verkaufen. Bei der Nutzung der NFT-Technologie geht es vor allem um digitale Kunst. Und was Kunst ist und was nicht, liegt ja bekanntermaßen im Auge des Betrachters.

Man könnte NFTs als eine Weiterentwicklung des Kunstmarkts auf digitaler Ebene bezeichnen. Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, dass vielen Käufern von NFTs der emotionale Wert des Werks mindestens ebenso wichtig ist, wie der Preis, den sie dafür zahlen.

Wer ein NFT kauft, bekommt das Eigentumsrecht an dem digitalen Werk, das weiterhin für jeden in der Blockchain sichtbar ist. Es ist also ein wenig so, als würde man einen Picasso besitzen, der nach dem Kauf im Museum verbleibt. Die Einzigartigkeit eines NFTs wird beim Hochladen überprüft. Zudem wird immer sichergestellt, dass der Schöpfer des NFTs rückverfolgt werden kann.

Das Frankfurter Museum für Angewandte Kunst hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Technologie der NFTs verständlicher zu machen: Mit der Ausstellung „Unblock Gaudi“ widmet sich das Museum der Krypto-Kunst und beantwortet da Fragen wie was die Blockchain, Kryptowährungen und NFTs eigentlich sind.

NFT-Markt im Aufschwung: Ein Trend erobert die Finanzwelt
Bild: Chetraruc auf Pixabay

NFTs erwerben und handeln: So geht es

Da die NFTs auf der Blockchain liegen, wird der Kauf meist über Kryptowährungen abgewickelt. Es gibt jedoch Plattformen, die einen Verkauf über ein Bankkonto möglich machen.

Übrigens: Es wurden bereits die ersten NFTs über das bekannte Auktionshaus Christie’s versteigert. So das Werk Everyday des Grafikdesigners Mike „Beeples“ Winkelmann für rund 69 Millionen US-Dollar.

Wer einen NFT kaufen möchte, kann dies über verschiedene Online-Marktplätze tun und auch Krypto-Börsen bieten NFTs zum Kauf an. Zu den seriösen und bekannten Plattformen gehören unter anderem Open Sea, Nifty Gateway, Super Rare und Rarible. Welche Plattform gewählt wird, hängt nicht zuletzt mit der gewünschten Zahlungsmöglichkeit zusammen. Das am häufigsten angebotene Zahlungsmittel ist Ether. In der Regel braucht es ein Ethereum Wallet für die Abwicklung des Kaufs. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass der Handel auf einer Blockchain kostenpflichtig ist.

NFT-Markt performt besser als klassische Kryptowährungen

Die Blockchain-Analyseplattform Nansen konnte in ihrem Bericht für das erste Quartal 2022 festhalten, dass sich der NFT-Markt derzeit erfolgreicher entwickelt als der breite Markt der Kryptowährungen. Zudem übertrumpft er den Defi-Markt und den Aktienmarkt. Konkret bedeutet dies, dass NFT-Indizes in ihrer Gesamtheit dem Krypto-Markt um 103,7 % überlegen sind. Auch bei einem direkten Vergleich mit den einzelnen Indizes schneiden die NFTs besser ab. Dabei zeigte sich, dass Sammlungen von handgemachter Kunst und Musik sich recht stabil halten, wohingegen das Wachstum im NFT-Sektor Gaming und generierte Kunst zurückging.

Bei diesen profitablen Aussichten will nun auch der Online-Gigant Amazon mitmischen. CEO Andy Jassy stellt in Aussicht, dass man sich eine Zusammenarbeit mit dem NFT-Markt vorstellen könne und eventuell mittelfristig selbst NFT-Handel ins Auge fassen würde. Eine Etablierung auf einem so großen Online-Marktplatz wie Amazon könnte dem NFT-Markt zusätzlichen Aufschwung geben. 

Das sind die erfolgreichsten NFT am aktuellen Markt 

Zu guter Letzt wollen wir noch die Top 3 der erfolgreichsten und am teuersten gehandelten NFTs vorstellen. Diese Top 3 zeigen einmal mehr, wie inhaltlich verschieden die digitalen Werke aussehen können.

1. The Merge

Das aktuell teuerste NFT weltweit ist The Merge des Künstlers Pak. Es wurde für satte 91,8 Millionen US-Dollar verkauft. Dabei gehört das Werk jedoch nicht einem einzigen Besitzer. Es ist ein fragmentiertes Werk, dessen Teile unter 28.983 Personen aufgeteilt sind.

2. Everydays

Wir haben dieses NFT bereits erwähnt. Denn es ging bei Christie’s für 69,3 Millionen US-Dollar über den virtuellen Ladentisch. Der Künstler Beeples ist NFT-Liebhabern gut bekannt. Everydays ist eine Collage aus 5.000 Bildern, die er einen Zeitraum von 13 Jahren aufgenommen hat.

3. Clock

Für 52,7 Millionen US-Dollar wechselte The Clock seinen Besitzer. Dabei ist dieses Werk mehr als ein Kunstwerk. Es wurde mit dem Ziel geminted, auf die andauernde Inhaftierung des WikiLeaks-Gründers Julian Assange aufmerksam zu machen. The Clock zeigt die Tage an, die dieser bereits in Haft verbringt. Gekauft wurde das NFT von Unterstützern Assanges. Das Geld aus dem Verkauf soll seiner Verteidigung vor Gericht dienen.