Karlsruhe Liebe(n) lernen: So können Paare ihr Sexleben verbessern

Körperliche Zweisamkeit ist zwar nicht alles, aber das Salz in einer Beziehung. Hakt es hier, gibt es häufig auch anderswo Probleme. Dabei handelt es sich meist nur um leicht schließbare Lücken.

Warum gehen Menschen fremd?

Die Gründe dafür sind vielschichtig, allerdings auch wissenschaftlich gut durchleuchtet. Als aktuellste Arbeit dazu gelten mehrere Studien der Universität Göttingen. Ihr Tenor: Das Thema Sex verursacht nicht nur die schwersten Beziehungsprobleme, sondern ist auch einer der häufigsten Auslöser für Seitensprünge – ein Partner bekommt nicht das, was er wünscht/braucht/ersehnt, also holt er es sich woanders. Übrigens weitgehend geschlechtsunabhängig.

Ein wichtiger Grund: So sehr das Sexuelle auch in unseren Genen verankert ist, so breit ist doch auch jene Spanne zwischen „Gut“ und „Schlecht“. In vielen Betten kriselt es nur deshalb, weil der eine nicht weiß, was der andere möchte und wie er sich verhalten sollte. Also ein klassischer Fall von Wissensmangel, der sich heutzutage so einfach lösen lässt, wie nie zuvor.

1: Offenheit auf beiden Seiten

Selbst wenn man das Kamasutra außer Acht lässt, gibt es eine gute Handvoll Grundstellungen. Dazu unterschiedlichste persönliche Neigungen, was Art, Häufigkeit und Dauer des Vorspiels, den Einsatz von Händen und Zunge und den Sex selbst anbelangt – von speziellen Präferenzen oder gar Fetischen ganz zu schweigen.

Das heißt: Praktisch jeder Mensch hat eine einzigartige, persönliche Definition davon, was für ihn guter Sex und vollumfängliche Befriedigung bedeuten. Nur ist es in vielen Beziehungen ein Problem, dass viele Partner eben jene Definition mehr oder weniger für sich behalten.

Die Gründe dafür sind vielschichtig:

  • Schamgefühle dem Partner gegenüber
  • Unkenntnis der exakten eigenen Wünsche
  • Unfähigkeit, sich auszudrücken
  • Mangelnde Erkenntnis darüber, wohin unerfüllte Wünsche führen können

Im Ergebnis wissen viele nicht, wie sie ihren Partner richtig befriedigen können. Das kann über lange Zeit gutgehen, irgendwann erfolgt jedoch meistens eine Krise.

Die Lösung muss hier darin bestehen, mit seinem vertrautesten Menschen offen zu sprechen – wenn schon der Partner etwas nicht erfahren soll, wer dann?

Im Klartext: Bereits in den Frühphasen einer Beziehung sollten Partner offen und detailliert besprechen, was sie in Sachen Sex mögen – und was nicht; das lässt sich erlernen. Auch ist es kein "Liebeskiller", den Partner anzuleiten. Es müssen ja keine Befehle und Kommandos sein, es genügen kleine "Regieanweisungen", wenn der Partner etwas falsch oder besonders gut macht. Wenn schon die Hüllen gefallen sind, ist Scham hier völlig fehl am Platz.

2: Das sexuelle Wissen vermehren

Viele Erwachsene wissen, dass körperliche Liebe tausende, wunderbar vielschichte, Ausprägungen haben kann. Als Menschen sind wir nicht nur auf Fortpflanzung aus, nicht nur an eine Stellung und den penetrierenden Akt gebunden. Allerdings gibt es auch in Partnerschaften viele, deren Wissen über diese Vielfalt nur gering ausgeprägt ist – und was jemand nicht kennt, kann er natürlich nicht abwägen und in das gemeinsame Liebesspiel integrieren.

Dabei ist gerade hier das Internet eine unglaublich leistungsfähige Anlaufstation. Erotikportale wie ErotikGeek.com – um nur ein Beispiel zu nennen –, beleuchten das Thema Sex von unzähligen Seiten.

Sich auf solchen Seiten umzusehen, hat nichts mit Heimlichtuerei gegenüber dem Partner zu tun. Im Gegenteil, es dient ja letztendlich seinem Wohle – außerdem spricht nichts dagegen, solche Portale gemeinsam aufzusuchen und sich zu informieren.

3: Seinen eigenen sexuellen Horizont erweitern

Im ersten Abschnitt dieses Artikels wurde ein wichtiger Punkt aufgeführt: „Unkenntnis der exakten eigenen Wünsche“. Viele Menschen wissen nicht genau, was sie antörnt. Einfach, weil sie ihr eigenes sexuelles Ich niemals vollumfänglich kennenlernten.

Zwar erwacht unsere Sexualität in der Pubertät; dabei handelt es sich jedoch bestenfalls um eine „grobe Ahnung“. Seit Jahrzehnten schon weiß jedoch die Wissenschaft, dass sich diese grobe Ahnung nur dann in intime Detailkenntnis wandeln lässt, wenn Menschen sich selbst kennenlernen – in Form von Selbstbefriedigung.

Auch hieran mangelt es vielen aus bestimmten Gründen:

  • Eine sexnegative Erziehung, häufig gekoppelt mit falschen Moralvorstellungen.
  • Mangelnde Offenheit sich selbst gegenüber, ebenfalls häufig aufgrund falscher Erziehung.

In Beziehungen kommt häufig noch hinzu, dass viele Selbstbefriedigung als Vertrauensbruch dem Partner gegenüber ansehen – weil sie sich ihre Lust selbst verschaffen, anstatt auf ihn zu vertrauen.

All das sind gefährliche Irrtümer – gefährlich für ein lebendiges, befriedigendes partnerschaftliches Sexleben. Tatsächlich sollten Menschen ungeachtet ihres Alters und Beziehungsstatus regelmäßig Selbstbefriedigung betreiben. Denn neben zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen für beide Geschlechter hilft nichts so gut, die eigene Lust kennenzulernen, wie Masturbation.

Außerdem muss Masturbation keinesfalls bedeuten, hinter dem Rücken des Partners zu agieren. Im Gegenteil, es voreinander zu tun bringt sogar noch mehr Vorteile – nicht nur lernen beide sich selbst besser kennen, sondern das Einbeziehen des Partners in die Intimität dieses eigentlich so privaten Aktes kann die Bindung vertiefen; neben der Tatsache, dass es eine sehr lustvolle Erfahrung sein kann, den Partner bei der Selbstbefriedigung zu beobachten und dabei auch sich zu verwöhnen.

4: Niemals mit dem Experimentieren aufhören

Standardsex. Eine für das jeweilige Paar typische Form von Sex ohne sonderliche Highlights. Prinzipiell spricht dagegen gar nichts. Standardsex ist die Basis eines guten Sexlebens, denn er enthält die wichtigsten Dinge, auf die sich beide Partner einigen können.

Allerdings hat Standardsex auch seine Schattenseiten. Ganz besonders, wenn er nicht nur Basis, sondern einzige Form von Sex ist, die es in einer Beziehung gibt. Denn „Standard“ bedeutet eben, dass es immer ein Kompromiss ist, der kleinste gemeinsame Nenner. Selbst wenn beide Partner dadurch eine Grundform von Befriedigung erhalten, ist diese doch meistens weit entfernt vom möglichen Optimum.

So sehr Paare deshalb zwar diese sexuelle Basis haben sollten, so sehr sollten sie doch auch gewillt sein, häufig davon abzuweichen. Möglichkeiten dazu gibt es unzählige. Hier einige Beispiele:

  • Es kommt nicht zum penetrierenden Sex. Das gesamte Spiel wird auf andere Weise vollzogen, etwa durch gegenseitiges Befriedigen mit Händen und Zungen.
  • Einer der Partner wird vom anderen in höchster Vollendung verwöhnt. Er bekommt nur das, was er gerne wünscht. Nach dem Höhepunkt (oder mehreren) werden die Rollen getauscht.
  • Es werden Spielzeuge mit einbezogen. Die dazugehörige Industrie hat in der jüngsten Vergangenheit wahre Quantensprünge erlebt und offeriert zahllose Spielzeuge, die speziell für den partnerschaftlichen Einsatz konzipiert wurden; nicht nur die Selbstbefriedigung.
  • Das Vorspiel wird über das rein Sexuelle hinaus erweitert. Beispielsweise in Form von Rollenspielen. Tipp: Beide Partner tun so, als würden sie sich nicht kennen und treffen sich in einem Restaurant oder einer Bar zum Date. Der anschließende Sex wird sich auf faszinierende Weise neu und doch vertraut anfühlen.

Hier ist Kreativität der einzige Schlüssel. Denn wie bei allen partnerschaftlichen Belangen so gilt auch hier: Erlaubt ist absolut alles, was beiden gefällt. Beziehungssex ist zu schön, zu intim, zu wichtig für eine Partnerschaft, um ihn immer nur auf gewohnte Art zu vollziehen.

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