OnlyFans – Was es mit der Plattform auf sich hat

Seit ein paar Jahren sorgt eine soziale Plattform immer wieder für Aufsehen – OnlyFans. Doch was unterscheidet das Netzwerk von Twitter, Instagram, Facebook & Co? Während die eben genannten Plattformen das kostenfreie Folgen von Profilen ermöglichen, können Creators ihre OnlyFans-Profile als kostenpflichtig deklarieren. Das bedeutet, Personen, die einem bestimmten Account folgen möchten, müssen Gebühren an diesen abführen. Es handelt sich um ein Abo.

Dies ist jedoch nicht der Grund dafür, warum OnlyFans immer wieder ins Gespräch kommt – und das nicht nur positiv. War die Plattform OnlyFans ursprünglich dazu gedacht, Künstlern wie Sängern und Medienschaffenden die Möglichkeit zu geben, ohne das Schalten von Werbung Geld zu verdienen, ist OnlyFans heute eher für explizite Inhalte bekannt.

Die Plattform OnlyFans wird immer beliebter - doch was genau ist OnlyFans überhaupt?
Bild: Klaus Hausmann auf Pixabay

Von Influencern und Intimfluencern

Blogger, die auf sozialen Medien wie Instagram Inhalte teilen und Werbung für Unternehmen betreiben, nennt man Influencer. Der Begriff gründet auf dem englischen Wort „to influence“, was „beeinflussen“ bedeutet. Indem sie bestimmte Produkte und Dienstleistungen vorstellen, beeinflussen Influencer ihre Community dazu, dies ebenfalls zu tun.

Es handelt sich dabei also um eine Art Empfehlungsmarketing. Influencer verdienen Geld, wenn ihre Follower auf die geposteten Links klicken und auf der Zielseite Einkäufe tätigen. Es handelt sich also um ein Provisionsmodell. Ebenso ist es Influencern möglich, Pauschalbeträge für das Ausstrahlen authentischer Werbung vom kooperierenden Unternehmen zu verlangen.

Egal auf welche Weise – Influencer erhalten ihr Geld von den beworbenen Unternehmen, nicht aber direkt von ihrer Community. Dass Blogger zunehmend Werbung schalten, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, stört zahlreiche Nutzer. Dennoch hat sich das Geschäftsmodell etabliert.

Die Plattform OnlyFans zäumt das Pferd jedoch von hinten auf. Wenn Nutzer bestimmte Profile interessant finden - zum Beispiel, weil sie gut unterhalten oder viel Mehrwert bieten, - müssen sie Abogebühren zahlen, um diesen Profilen zu folgen. So können die Blogger das Schalten von Werbung vermeiden. Weil OnlyFans sich jedoch immer mehr zur Plattform für Erotik entwickelt, nennt man diejenigen, die dort sexy Inhalte teilen, Intimfluencer. Und davon gibt es immer mehr. Sogar einige Stars teilen auf der Plattform explizite Bilder und Videos – darunter die Freundin von Rapper Bonez MC (hier mehr Informationen).

Wie OnlyFans funktioniert

Dass erotische Inhalte auf OnlyFans geteilt werden können, ist nur deshalb möglich, weil die Plattform erst ab 18 Jahren zugelassen ist. Aufgrund der geringeren Altersbeschränkung auf beliebten sozialen Netzwerken wie TikTok oder Instagram verstößt das Teilen sexueller Inhalte dort gegen die Nutzungsbedingungen.

Der Konsum jugendfreier Inhalte ist in der Praxis aber auch in jüngeren Jahren möglich. Für die Anmeldung muss das Alter nämlich nicht verifiziert werden. Sobald man jedoch selbst Inhalte teilen oder zahlungspflichtigen Accounts folgen möchte, kommt die Altersbeschränkung ins Spiel.

Bevor man Inhalte teilen kann, muss das Alter durch ein Selfie mit Ausweisdokumentes authentifiziert werden. Wer kostenpflichtigen Accounts folgen möchte, muss zudem Zahlungsinformationen hinterlegen – dies ist in der Regel erst mit Volljährigkeit möglich. In Deutschland finden vor allem die Zahlung per Giropay und per Kreditkarte Anwendung. Auch die sichere und anonyme Zahlung via paysafecard ist bei OnlyFans möglich.

Was ein Abo auf OnlyFans kostet

Account-Betreiber, die ihre Inhalte kostenpflichtig teilen möchten, können den monatlichen Beitrag für ihre Follower selbst festlegen. Das Netzwerk OnlyFans gibt lediglich den Rahmen vor: So sind Mitgliedschaften ab rund 5€ pro Monat und bis maximal 50€ pro Monat möglich.

In der Regel orientieren sich die sogenannten Intimfluencer dabei an zwei Dingen. Das ist einerseits der Arbeitsaufwand, den sie in ihren Account stecken. Andererseits gibt aber vor allem die Nachfrage nach Bildern, Videos und mehr Ausschlag darüber, wie viel man für ein Account-Abo verlangen kann, um Follower zu erhalten.

Datenschutz und Anonymität

Der Konsum erotischer Inhalte ist meist mit einem gewissen Maß an Scham verbunden. Aus diesem Grund spielen Datenschutz und Anonymität für zahlreicher Nutzer der Plattform eine große Rolle. Um reinen Konsumenten das höchste Maß an Anonymität zu bieten, unterscheidet die Plattform zwischen Nutzer- und Creator-Accounts. Reine Nutzer müssen kein ausgebautes Profil erstellen, sondern sich lediglich mit ihrem E-Mail-, Twitter- oder Google-Account registrieren.

Doch auch die Zahlung stellt für viele Interessenten eine Hemmschwelle dar. So möchten Personen in einer Beziehung oder Ehe meist nicht, dass die bessere Hälfte auf OnlyFans-Zahlungen aufmerksam wird. Erscheinen diese auf der Kreditkartenabrechnung oder auf den Kontoauszügen, steigt allerdings das Risiko, dass die heimliche Leidenschaft entdeckt wird. Aus diesem Grund kooperiert OnlyFans auch mit der paysafecard. Die Wertkarte kann man vorab im stationären Handel oder im Internet erwerben und mit einem Guthaben aufladen. Setzt man die paysafecard für Zahlungen ein, wird der Zahlungsempfänger nicht dokumentiert.

So viel Geld verdienen OnlyFans Stars

Wie viel Intimfluencer auf OnlyFans pro Monat verdienen, lässt sich schnell berechnen. Dazu nimmt man die monatliche Abogebühr und multipliziert diese mit der Followerzahl. Bei einem OnlyFans Abo ab 5€ und nur 100 Followern ergibt sich schon ein Betrag von 500€ pro Monat. Bei 1.000 Followern und 50€ Abokosten belaufen sich die monatlichen Einnahmen bereits auf 50.000€.

Damit aber nicht genug. OnlyFans bietet Nutzern auch noch die Möglichkeit, ihren liebsten Intimfluencern Trinkgelder für besonders gute Inhalte zu schicken. Ebenso kann der Versand von Privatnachrichten zahlungspflichtig sein. Auch damit verdienen erfolgreiche OnlyFans Creator also Geld.

Die Plattform möchte davon natürlich auch profitieren. Deshalb müssen Creator auf OnlyFans 20% ihrer Einnahmen als Nutzungsgebühr an das Netzwerk abführen. Bei dem, was übrig bleibt, handelt es sich um unversteuertes Einkommen. Dieses muss natürlich dem Finanzamt gemeldet werden, sodass das Netto deutlich geringer ausfällt. Dennoch lassen sich teils sehr hohe Einnahmen erzielen.

Das OnlyFans-Konzept

Die sozialen Medien haben eine ganz neue Art der Star-Fan-Beziehung entstehen lassen. Viele Nutzer himmeln ihre Lieblings-Creator auf Instagram & Co regelrecht an. Der Wunsch, „seinem“ Blogger nahe zu sein und ihn zu unterstützen, führt immer öfter zu der Bereitschaft, dessen Inhalte auch dann zu konsumieren, wenn sie kostenpflichtig sind. Man folgt dann vielleicht nicht mehr 800 Profilen, sondern nur noch zweien oder dreien – diese werden dann aber in der Regel mit viel Bedacht ausgewählt.

Gerade im Bereich Erotik sind viele Menschen dazu bereit, Geld zu investieren, wenn sie eine entsprechende Gegenleistung erhalten. Explizite Bilder, Videos oder sogar Direktnachrichten begehrenswerter Menschen gehören zu diesen beliebten Gegenleistungen. OnlyFans hat diesen Bedarf erkannt und im Jahr 2016 mit Gründung der Plattform genau darauf reagiert.

Neben all der erotischen Inhalte, gehen die künstlerisch-schöpferischen Profile leider etwas unter – diese ziehen sich dann häufig in das Patreon-Netzwerk zurück. Somit entwickelt sich OnlyFans immer mehr zur Erotik-Plattform. Man kann nur annehmen, dass die Betreiber des Netzwerkes ihr Geschäftsmodell immer weiter ausbauen werden und dass die Hemmschwelle für Abonnements sinken wird.

Wer seinen Idolen nahe sein möchte, kann dies aber auch ohne Bezahlschranke tun – zumindest auf anderen Plattformen. So folgen rund drei Millionen Menschen Läuferin Schmidt auf Instragram und feiern sie für ihre Erfolge.