PR-Bericht Beschäftigung im Alter – Was tun im Ruhestand?

Nach Jahrzehnten im Berufsleben ist der Ruhestand für viele eine unliebsame Veränderung. Denn wer nicht mehr arbeitet, hat kaum noch Verpflichtungen. Die Verantwortung für Projekte in der Abteilung, für die Sie lange Zeit zuständig waren, trägt nun jemand anderes. Kurzum: Man fühlt sich nicht mehr gebraucht. Dazu kommen oftmals Einsamkeit und Langeweile. Doch es gibt Tricks, wie Sie dem entkommen können.

Den Wechsel in den Ruhestand bewältigen

In den Augen von Touristen ist in Deutschland die Arbeit wichtiger für das Selbstwertgefühl als in anderen Ländern. Aus diesem Grund fallen Rentner häufig in ein emotionales Loch, wenn sie aus dem Arbeitsleben in den Ruhestand wechseln. Der Stress des Arbeitsalltages ist auf einen Schlag weg, aber mit ihm auch die vielen verschiedenen Aufgaben, die es über Jahrzehnte hinweg täglich zu erledigen galt. Und auch die Anerkennung für erfolgreich abgeschlossene Projekte und die geleistete Arbeit entfällt.

Gerade Männer in Führungspositionen tun sich daher mit dem Wechsel in den Ruhestand schwer, denn in ihrem Leben spielt der Beruf eine besonders große Rolle. Im Ruhestand haben sie zunächst einmal nichts, was ihren Tag erfüllt und ihm einen Sinn verleiht.

Frauen haben es da oft leichter. Sie haben mit dem Haushalt und den Kindern noch ein breites Spektrum an Aufgaben abseits des beruflichen Lebens. Außerdem pflegen sie ihre sozialen Kontakte meist ausgiebiger als Männer. Diese kontinuierliche Vielfalt im Alltag erleichtert ihnen den Umstieg in den Ruhestand.
Und in vielen Fällen haben Frauen durch die Elternzeit bereits einen ähnlichen Bruch im Alltag erlebt und kennen die Situation, zumindest zeitweise nicht mehr im Beruf tätig zu sein. Gerade Männern der jetzigen Rentengeneration fehlt diese Erfahrung.

Daher ist es besonders für sie wichtig, sich rechtzeitig mit dem Leben im Ruhestand auseinanderzusetzen. So ist es ratsam, den Abschied aus dem Berufsleben vorzubereiten. Verringern Sie im Rahmen der Altersteilzeit nach und nach Ihre Arbeitszeit, anstatt auf einen Schlag aufzuhören. Dadurch machen Sie sich den Übergang in den Ruhestand leichter.

Das Leben neugestalten

Um im Ruhestand nicht in ein emotionales Loch zu fallen und an Langeweile zu leiden, muss man das Leben und den Alltag neu strukturieren und mit neuen Inhalten füllen. Das ist leider nicht immer ganz so einfach. Einerseits ist es wichtig aktiv zu bleiben, aber gleichzeitig lassen die geistigen und körperlichen Kräfte nach und erlauben nicht mehr alles im großen Ausmaß. Diesem Umstand gerecht zu werden, stellt viele Rentner vor eine große Herausforderung.
Senioren beim Geburtstag feiern im Garten
Zum Schutz vor Einsamkeit im Alter sind soziale Kontakte wichtig. | Bild: fotolia.com © Robert Kneschke

Daher sollten Sie sich bereits vor Renteneintritt damit beschäftigen, was Sie im Ruhestand machen möchten und wo Ihre individuellen Möglichkeiten liegen. Strukturieren Sie den Ruhestand aktiv und suchen Sie sich frühzeitig Beschäftigungen und soziale Kontakte außerhalb des Arbeitsplatzes, um Ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben und um Langeweile und Einsamkeit zu vermeiden. Gesundheitsexperten zufolge sollte man sich bereits fünf Jahre vor dem Ruhestand darum kümmern.

Es ist beispielsweise hilfreich, einer Freizeitbeschäftigung nachzugehen. Suchen Sie sich ein Hobby, das Sie leidenschaftlich betreiben und das womöglich ungeahnte Fähigkeiten zutage bringt. Waren Sie schon immer kreativ veranlagt, könnte die Acrylmalerei oder das Zeichnen passend sein. Oder Sie schreiben ein Buch. Handwerklich begabte Senioren können sich beispielsweise am Holzschnitzen versuchen.

Doch ein Hobby allein füllt den Tag noch nicht aus. Nutzen Sie daher auch Programme und Kurse, die speziell für Senioren angeboten werden. Wer sich für andere Länder und Kulturen interessiert, kann an organisierten Fahrten teilnehmen. Das gewohnte Umfeld zu verlassen und andere Landschaften und Orte zu sehen, tut gut und bewahrt vor Langeweile und Einsamkeit.

Und bei solchen Fahrten kommt man automatisch mit anderen Senioren in Kontakt, mit denen man sich vielleicht auch nach der Reise noch weiter trifft. Das können beispielweise Treffen zu Spieleabenden sein. Immerhin gehören Gesellschaftsspiele zu den Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen. Ob Halma, Mensch-ärgere-dich-nicht oder Scrabble: Gesellschaftsspiele haben einfache Regeln, machen großen Spaß und halten das Gehirn auf Trab. Zu den Klassikern gehören auch Risiko, Uno und Monopoly.

Um die körperliche Leistungsfähigkeit im Ruhestand noch möglichst lange zu erhalten, ist Sport sehr wichtig. Denn wer nicht mehr regelmäßig zur Arbeit muss, bewegt sich meist automatisch weniger. Damit die Gelenke und Muskeln aber weiterhin beansprucht werden, eignen sich Wassergymnastik, Yoga oder ausgedehnte Spaziergänge.

Sinnvolle Aufgaben finden

Wem das nicht ausreicht, der kann sich für ein erfülltes Leben im Ruhestand auch Aufgaben suchen, die dem Alltag mehr Struktur verleihen und Sie stärker fordern. So können Sie sich beispielsweise gesellschaftlich engagieren. Übernehmen Sie ehrenamtliche Aufgaben in Kirchengemeinden oder bei Bürgerinitiativen. Helfen Sie bei Veranstaltungen von Vereinen wie dem örtlichen Sportverein aus oder unterstützen Sie die Arbeiter in Flüchtlingsheimen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, als Tagesmutter kleine oder auch größere Kinder aufzunehmen und sie zu umsorgen. Berufstätige Mütter, die keine Oma als Aufpasser zur Verfügung haben, nehmen solche Angebote gerne an.
Senior woman doing aqua aerobic
Wassergymnastik tut gut und hält die Gelenke fit. | Bild: fotolia.com © Rido

Zudem gibt es immer wieder Jobangebote für Senioren, die in Betrieben bestimmte Aufgaben übernehmen möchten. Sie sind dort als Hilfskräfte tätig und können vielfältige Arbeiten erledigen. Das lässt sich teils auch in dem Betrieb angehen, in dem Sie vorher gearbeitet haben. Wer auch im Alter noch etwas Neues dazu lernen möchte, ist in einem Seniorenstudium gut aufgehoben. Das sind spezielle Studiengänge, die sich an ältere Personen richten, die ohne Prüfungsdruck gerne ihren Wissenshorizont erweitern. Immer mehr Universitäten bieten auch Hörsaalplätze für Gasthörer an. Hier können Sie ganz unverbindlich Vorlesungen besuchen und müssen sich nicht für einen speziellen Studiengang einschreiben.

Glück und Zufriedenheit neu definieren

Es ist ungemein wichtig, im Ruhestand andere Maßstäbe an das eigene Leben anzusetzen, um nicht in ein emotionales Loch zu fallen. Gewöhnen Sie sich daher auch rechtzeitig daran, dass Ihr Leben ohne den Beruf in einem anderen Tempo verläuft und Sie einen anderen Tagesrhythmus finden müssen. Wichtig ist es dabei zu lernen, den von der Arbeit gewohnten Stress nicht mit einem erfüllten Leben gleichzusetzen. Sie können sich im Ruhestand dem Müßiggang widmen und die Dinge mit Ruhe und Gelassenheit angehen, ganz ohne schlechtes Gewissen.
Grandmother and kids sitting in rose garden
Als Tagesmutter zu arbeiten ist eine schöne Aufgabe im Alter. | Bild: fotolia.com © famveldman
Passen Sie Ihre persönlichen Erwartungen an Ihren Ruhestand an die Umstände an. Denn falsche Erwartungen machen Sie unglücklich. Um das zu vermeiden, ist es hilfreich, sich im Vorhinein die Rente nicht zu rosig auszumalen, wie es viele tun. Schließlich ist der Ruhestand ein heftiger Einschnitt in das Leben. Daher wäre es falsch anzunehmen, es bliebe alles wie früher, nur dass man nicht mehr zur Arbeit geht.

Grundsätzlich gilt es für Senioren, das Beste aus der neuen Lebenssituation zu machen und sich über das zu freuen, was man noch leisten kann und aktiv zu bleiben, anstatt die Zeit mit Trübsal blasen zu vergeuden.






 









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