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Die Musik ist ein riesiger Aasgeier: Weitere Erben von Pearl Jam und Nirvana kommen aus München

Rotamind fühlen sich dem Grunge verpflichtet
(Foto: pr)
Die Musik ist der Welt größter, anorganischer Aasgeier. Nichts verkommt und was vergangen ist, reiht sich artig wieder ein in den Lauf der Musikwelt. Asche zu Asche, Staub zu Staub - und irgendwann entsteht daraus wieder Leben. Alles in bester natürlicher Ordnung also, dass Grunge wieder pulsiert und atmet. Doch weil die Mächte hinter der Musik irgendwann entdeckten, dass nur neue Fassaden auch Käufer anlocken, wurde aus Grunge dank Präfix "Post" wieder das Ding der Stunde. Soviel Vorbemerkung muss sein, denn Rotamind aus einem Vorort von München legen mit ihrer EP "One Man Show" (NetmusicZone/Zomba) ein astreines Post-Grunge-Retro-Werk vor.

Es fällt schwer, im Kontext Post-Grunge noch nach rein musikalischer Güte den Überblick zu bewahren. Denn was auf der einen Seite stets Ausschlag gebend sein sollte - also die Songs, die eine Band an den Fan bringen möchte - kann sich schnell als Damoklesschwert entpuppen, dessen dünner Faden schneller reißt, als die CD im Player rotiert. Schließlich sorgt der Aasgeier Musik selbst für unnatürlich viel Nahrungsnachschub, wenn sich ein Gericht als äußerst schmackhaft und nahrhaft bewährt hat. Im Falle Post-Grunge waren die Abteile der Züge überfüllt, die angetrieben von Creed, Staind oder jüngst Puddle Of Mudd, mit Volldampf gen Endstation "Erfolg" rollten.

Rotamind haben sich mindestens ihre Reservierung im Zug verdient. Denn auf ihrer EP "One Man Show" finden sich sieben Tracks, die durchaus handwerklich solide gemacht und produziert sind. Der Titeltrack rockt mit einem knochentrockenen Riff, Sänger Julian Heidenreich besitzt ein raues Organ, das der Fan in Sachen Grunge nicht missen möchte und überhaupt macht der Vierer keinen Hehl daraus, in der Freizeit am liebsten Nirvana, Alice In Chains oder Pearl Jam gehört zu haben. Auch eine Möglichkeit, den Schwingen des Aasgeiers zu entkommen: Ihn nämlich mit eigenen Waffen schlagen und Zweifel über die Vorbilder erst gar nicht aufkommen zu lassen. Denn nichts ist peinlicher als ein nicht zu überhörendes Anbiedern und Abstreiten der Tatsachen. Dann es lieber so halten wie Rotamind und ein solides, handwerklich sauberes Stück Rockmusik in der Tradition von Grunge unters Volk bringen. Für Fans lohnt ein Reinhören allemal. Für Spannung auf noch folgende Taten ist gesorgt.

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