Karlsruhe Supporters üben Kritik

Die KSC-Fans wehren sich gegen Vorverurteilungen (Foto: ka-news)
In einem "Offenen Brief" nehmen die Supporters Karlsruhe, der Dachverband der KSC-Fans, Stellung zu der so genannten "Sicherheitslage" im und um das Wildparkstadion. Hier kritisieren sie vor allem, dass "die in den letzten Jahren gewachsene gute Partnerschaft mit dem Ordnungsdienst des KSC und der Polizei derzeit nicht mehr ohne Spannungen" sei.

Vor allem seit den Geschehnissen beim Dresden-Spiel in der vergangenen Saison stehen auch die Fans des KSC unter Beschuss. Zu großen Diskussionen kam es aber auch, nachdem die Karlsruher Polizei ihr Sicherheitskonzept vor der jetzt laufenden Saison vorgestellt hatte (ka-news berichtete). Dort unterteilte die Polizei unter anderem die KSC-Fanszene in zirka 200 gewaltbereite Fans und zirka 3.400 so genannte "erlebnisorientierte" Anhänger, die nach Meinung der Polizei durchaus zu Gewalt neigen könnten.

Supporters kritisieren Polizeivorgehen

Seit dieser Pressekonferenz am 4. August im Polizeipräsidium ist die Stimmung zwischen den blau-weißen Fans und der Polizei etwas getrübt. Obwohl die Supporters schnell das Gespräch suchen wollten und sich gegen die Einteilung der Polizei wehrten (ka-news berichtete). Scheinbar hat sich aber aus Sicht des unabhängigen Fan-Dachverbands des KSC nicht viel geändert und sie nehmen mit dem "Offenen Brief" Stellung zur aktuellen Lage. "Es war die Aufsummierung der Ereignisse der letzten Spiele und Ereignisse. Die Stimmung in der Fanszene kocht immer mehr hoch, und die eher mäßigenden Kräfte verlieren leider etwas an Boden", erklärte Tom Beck von den Supporters gegenüber ka-news.

So heißt es schon zu Beginn des Schreibens: "Wir fordern die Polizei auf, sich auf die Verfolgung von Straftaten und Straftätern zu konzentrieren und nicht durch völlig überzogene Maßnahmen erst die Stimmung zu erzeugen, in der junge Menschen von unverantwortlichenScharfmachern zu sinnlosem Handeln motiviert werden können. Es ist ein Unding, dass starke Polizeikräfte in den Fanblock marschieren, ohne dass es dort zu irgendeiner Handlung gekommen wäre, die einenPolizeieinsatz rechtfertigt. Es ist völlig unverständlich, dass vor dem Stadioneingang vermummte,schwer gerüstete Polizeibeamte die eigenen Fans schikanös aufhalten und ohne Grund einkesseln. Es ist absolut untragbar, dass recht fragwürdige Methoden derPersonalienaufnahme exerziert werden (Hochheben lassen des Ausweises und zwingen, den eigenen Namen und Wohnort in die laufende Videokamera zusprechen)."

Fans zum Dialog weiter bereit

Des Weiteren fordern die Supporters die Polizei auf, "dass umgehend auf die unsägliche und höchst peinliche Verwendung von Zelten für die Kontrollen unserer Gäste verzichtet wird. Das Entkleiden zumeist jugendlicher Gäste durch Beamte in diesen Zelten ist für den gastfreundlichen und liberalen Ruf unserer Stadt und Region ein nicht hinzunehmender Affront!" Beim Dresden-Spiel vor einigen Wochen wurden die Dynamo-Anhänger vor dem Aufgang zum Gästeblock in Zelten kontrolliert. "Wir hoffen natürlich, dass so ein Zelt die Ausnahme bleibt. Wobei die Gefahr besteht, dass die Polizei diesen 'Erfolg' der Kontrollen durchaus wiederholen will", meinte Beck von den Supporters gegenüber ka-news.

Die Supporters bieten in ihrem "Offenen Brief" noch einmal den Dialog mit Polizei und Ordnungsdienst an: "Die Erfahrung zeigt, dass es nur im Dialog gelingen wird, in und um den Wildpark wieder eine entspannte und friedliche Stimmung zu erhalten. Wir Supporters sind weiterhin bereit, unseren Teil dazu beizutragen und fordern die Verantwortlichen der Stadt, der Polizei und des Vereins dringend auf, mit uns in diesen Dialog zu treten." Heute ist ein Gespräch mit Vertretern der Supporters und KSC-Manager Rolf Dohmen anberaumt. Beck betonte gegenüber ka-news nochmals, dass sich die Kritik nicht ausschließlich gegen die Karlsruher Polizei richtet. Vor allem auch bei den Auswärtsspiel in Freiburg und Fürth machten die KSC-Fans negative Erfahrungen. Beck betonte zudem, dass die Supporters mit einer massvollen Polizeitaktik keine Probleme haben.

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