Karlsruhe Streit um den Wildpark

Von einer möglichen Finanzspritze erfuhr Hubert H. Raase auf der Mitgliederversammlung (Foto: ka-news)
"Es gibt keine Front zwischen Präsidium und Verwaltungsrat", stellte Peter Mayer, Verwaltungsratsvorsitzender des Karlsruher SC, auf der KSC-Mitgliederversammlung (ka-news berichtete), als Reaktion auf die Pressemitteilung des Karlsruher Oberbürgermeisters Heinz Fenrich (ka-news berichtete) fest. Der OB hatte darin verlauten lassen: "Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass man KSC-interne Führungsfragen auf dem Rücken der Stadt auszutragen versucht."

Dem Verwaltungsrat des KSC habe nie ein Beschluss zum neuen Wildparkstadion vorgelegen, über den er hätte abstimmen können, äußerte Mayer sich zu dem Vorwurf, Präsidium und Verwaltungsrat zögen nicht an einem Strang. Der verkündete Durchbruch, der sehr öffentlichkeitswirksam Anfang September vorgestellt wurde, habe, so KSC-Präsident Hubert H. Raase, revidiert werden müssen, da der KSC sich nicht in der Lage sieht, mehr als 2,35 Millionen Euro Miete plus 200.000 Euro Energiekosten für das Wildparkstadion in der zweiten Bundesliga zu zahlen. "Mehr geht einfach nicht", so der Präsident gestern. Darum erfolgte auch keine Vorlage beim Verwaltungsrat.

Bechtold: Weitere Sponsorengelder bringen eine Million vom Land

"Wir wollen ein verlässlicher Partner sein", stellte Raase klar. Da komme eine Zusage nur der Zusage wegen nicht in Frage. "Wir wollen den Weg der Konsolidierung nicht verlassen. Das Stadion werde besonders für die Bürger der Stadt Karlsruhe und der Region gebaut - ähnlich wie das Freizeitbad oder das Staatstheater, das ja auch nicht für das Ensemble gebaut worden wäre", meinte der Präsident. OB Fenrich hatte erklärt, dass er in Verantwortung gegenüber der Stadt und den Bürgern dem KSC nicht weiter entgegenkommen könne.

Bewegung in die Stadionfrage brachte auf der Mitgliederversammlung Verwaltungsrats-Mitglied Bernd Bechtold, Geschäftsführer der b.i.g.-Dienstleistungsgruppe und Präsident der IHK Karlsruhe. Auf seine Initiative hin hätten sich Mitglieder des KSC Freundeskreises bereiterklärt, eine Million Euro zusätzlicher Sponsorengelder für den Stadionbau zur Verfügung zu stellen. In diesem Falle käme eine weitere Million vom Land. Das habe ihm Ministerpräsident Günther Oettinger zugesagt.

Rückkehr an den Verhandlungstisch in Aussicht

Allerdings haben die Mitglieder des Freundeskreises ihre Finanzspritze mit der Bedingung verknüpft, "dass die künftigen Verhandlungen mit der Stadt von einer kleinen Kommission bestehend aus einigen Verwaltungsräten, Sponsoren und einem Mitglied des Präsidiums, geführt werden sollen". Fenrich habe ihm, so Bechtold, eine Rückkehr an den Verhandlungstisch bereits zugesagt.

Ob diese zusätzlichen Mittel die festgefahrenen Verhandlungen zwischen Stadt und Verein wirklich wieder in Bewegung setzten können bleibt abzuwarten, denn der Bremsklotz bleibt die Finanzierung des späteren Betriebs des neuen Stadions. Die Finanzierung des Umbaus steht ja schon. Bleibt zu hoffen, dass der Wunsch des Ministerpräsidenten, den Bechtold ebenfalls übermittelte, "dass es jetzt aber schnell gehen solle mit dem neuen Stadion" zutrifft.

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