Karlsruhe "KSC muss sich bewegen"

Finanzierungs des neuen Stadions: Dem KSC liegen nun drei Varianten vor (Foto: ka-news)
Oberbürgermeister Heinz Fenrich will erneut Bewegung in die Verhandlungen der Stadt Karlsruhe und dem Karlsruher SC über die Verteilung der Betriebskosten des neuen Stadions bringen. In einem Brief hat das Stadtoberhaupt dem KSC-Präsidenten Hubert Raase drei Modelle zur Finanzierung der Deckungslücke von 800.000 Euro bei den Betriebskosten des Wildparks dargelegt. Auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz stellte er seine Konzeptvariationen vor.

Fenrich stellte noch einmal fest, beide Seiten seien sich darin einig, "dass bei einem Spielbetrieb in der Ersten Bundesliga kein Finanzierungsdelta entstehen wird" und die erwarteten Einnahmen die Aufwendungen für das Stadion weit "überdecken" werden. Er bedauert, dass sich der KSC nicht in der Lage sieht, auf die Vorgaben durch den Gemeinderatsbeschluss vom Februar 2007 (ka-news berichtete) einzugehen - selbst dann nicht, wenn der Gemeinderat bereit wäre, das finanzielle Engagement der Stadt so zu erweitern, dass sich das Defizit des KSC von 800.000 auf nur noch 400.000 Euro halbieren würde. "Eigentlich wollten wir bereits vor zwei Monaten mit der Ausschreibung für den Umbau beginnen", so Fenrich.

Stadt wäre bereit, auf die Betriebsgesellschaft zu verzichten

Mit seiner Initiative will Fenrich in der Angelegenheit weiter kommen und schlägt als Kompromiss drei mögliche Varianten für eine Mietvertragskonstruktion vor - auch vor dem Hintergrund, dass die vom KSC unterbreiteten Vorschläge (ka-news berichtete) nach eingehender Prüfung "keine geeigneten Lösungen" enthielten und von der Stadt nicht akzeptiert werden könnten, weil sie weit hinter den Beschlüssen des Gemeinderats zurückblieben. Gründe: Der darin enthaltene Wegfall der direkten Beteiligung der Stadt an den Entgelten aus Tickets, Business-Seats und Logen (veranschlagt: 7,3 Millionen Euro).

Der KSC und die Finanzierung des Stadions - eine einzige Baustelle (Foto: ka-news)

In den angebotenen Mietvertragsvarianten komme die Stadt dem KSC in der Frage der Betreibergesellschaft entgegen: Die Stadt wäre bereit, auf die Betriebsgesellschaft zu verzichten. Ohne diese Betriebsgesellschaft könne vom KSC alternativ aus drei Offerten gewählt werden: Würde sich der KSC mit der ersten Variante anfreunden, zahle der Verein eine Festmiete von 1,75 Millionen Euro, die auf 25 Jahre entsprechend der Einnahmen des KSC aus dem Stadionbetrieb indexiert werde, zuzüglich der notwendigen Betriebskosten, die zwischenzeitlich zwischen KSC und Stadt nicht mehr strittig seien. Der Kostenblock Instandhaltung von derzeit 770.000 Euro bleibe bei der Stadt. Dafür stünden der Stadt die Hälfte der Einnahmen aus dem Namensrecht für das Stadion zu.

"Mit unseren Vorschlägen sind wir dem KSC weit entgegen gekommen"

Akzeptiere der KSC Variante zwei, so zahle der Verein eine indexierte Festmiete von 1,75 Millionen Euro und nur eine Pauschale für Neben- und Betriebskosten. Als Ausgleich hierfür stünden der Stadt alle Einnahmen aus dem Namensrecht zu. In Variante drei zahle der KSC eine indexierte Festmiete von 1,75 Millionen Euro. Alle Einnahmen aus dem Stadion (insbesondere inklusive Namensrecht) stünden den Blau-Weißen zu. Dafür habe der KSC auch alle Neben- und Betriebskosten und die komplette Instandhaltung zu übernehmen.

"Mit unseren Vorschlägen sind wir dem KSC weit entgegen gekommen - gerade was den Verzicht auf die Betriebsgesellschaft betrifft. Ich kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen den Weg beschreiten, der sich mit unseren Varianten für einen Mietvertrag auftut", so OB Fenrich. "Die Stadt Karlsruhe will den Wildparkstadion-Umbau, und zwar zügig."

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