Karlsruhe KSC-Talent im Interview (I): Lars Stindl über Fußball, Frauen und Ferien

Für ihn ist in der letzten Saison "ein Kindheitstraum" wahr geworden: Am 15. März dieses Jahres wurde der 19-jährige Lars Stindl in der 81. Minute des Spiels Karlsruher SC - Eintracht Frankfurt eingewechselt und schnupperte zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere Bundesligaluft. Wenige Spieltage später konnte er gegen Rostock wieder einen Kurzeinsatz feiern. Doch in dieser Saison will Stindl mehr: "Ich werde mich im Training beweisen und alles dafür tun, um in dieser Spielzeit mein erstes Bundesliga-Tor zu schießen."

Stindl, geboren am 16. August 1988, wuchs in Wiesental auf und stieg dort bei den Bambinis des TSV Wiesental schon früh in den Fußballsport ein. In der C-Jugend wechselte er dann zum KSC. Dort stieg Stindl nach wenigen Jahren in die Regionalliga-Mannschaft der Blau-Weißen auf und konnte sich in der letzten Spielzeit neben 26 Einsätzen im Team des KSC II auch über den Titel des Torschützenkönigs beim "Harder13-Cup"-Hallenturnier in Mannheim und eben seine zwei "Schnupperspiele" in Deutschlands höchster Fußballklasse freuen. ka-news Mitarbeiter Samuel Acker traf sich mit dem Mittelfeldspieler zum Interview und sprach mit ihm über seine Perspektiven im "Super-Team aus Baden", die Tücken des Geschäfts und Schreibkrämpfe beim Familientag.

ka-news: In der Vorbereitung natürlich die erste Frage: Wie fühlst Du Dich, bist Du zufrieden mit Deiner Fitness?
Lars Stindl: Mir geht es soweit gut. Bei einer derart intensiven Vorbereitung wie diesen Sommer merkt man natürlich schon schnell gewisse körperliche Defizite. Aber jetzt bin ich eigentlich fit, viel hat auch damit zu tun das Training an die Vorbereitung angepasst ist, unsere Fitness wird gezielt gesteigert. Ja, ich fühle mich im Moment wirklich gut.

ka-news: Du kennst ja schon die Saisonvorbereitungen aus deinen Spielzeiten beim Regionalliga-Team. Ähnelt sich das Training beider Kader oder siehst Du große Unterschiede?
Stindl: Das Training jetzt ist für mich etwas ganz Neues. Die Vorbereitung ist doch auf einem anderen Level. Das ist für mich ein sehr wichtiger Erfahrungswert und ein weiterer Schritt in meiner Karriere.

ka-news: Welche Ziele hast du Dir für diese Saison beim ersten Kader gesteckt? Sehen wir das erste Tor von Dir in der Ersten Liga?
Stindl: (lacht) Ich werde jedenfalls alles dafür tun. Ich werde versuchen mich im Training zu beweisen und dem Trainer anzubieten, setze mich da jedoch nicht unnötig unter Druck. Wir haben ein starkes Team, da kann ich nicht gleich einen Stammplatz fordern. Ich werde aber versuchen meine Einsätze zu bekommen.

Stindl (mittlere Reihe, vierter v.l.) im Kreise seiner Mannschaftskollegen (Foto: ka-news)

ka-news: Mit Antonio da Silva bereichert jetzt ein erfahrener Techniker das KSC-Mittelfeld. Eine Möglichkeit sich etwas abzuschauen oder ein weiterer Konkurrent?
Stindl: Ich bin sehr froh, dass wir Antonio geholt haben. Er ist ein super Techniker mit viel Erfahrung, ich kann noch einiges von ihm lernen. Um es so auszudrücken: Natürlich will ich meine Chance haben. Aber ich denke, dass es mir da nur hilft, mir noch ein paar Sachen von Antonio abzuschauen.

ka-news: Wie sieht es mit dem Regionalliga-Team aus, was erhoffst Du Dir für diese Saison? Letzte Saison hat es für die Dritte Liga ja leider nicht gereicht...
Stindl: Wir hatten ein Riesenpotenzial in unserer Mannschaft, die Qualität war da. Nur die Ergebnisse stimmten nicht. Jetzt müssen natürlich erst mal die vielen neuen Spieler ins Team integriert werden. Ich hoffe auf einen Platz im oberen Drittel, schauen wir mal.

ka-news: Du hast den Sprung in den ersten Kader ja quasi geschafft. Wie wirkt sich das auf die Spiele mit der zweiten Mannschaft aus, bitten Dich da manchmal jüngere Teamkollegen um Tipps?
Stindl: Bisher war dies noch nicht der Fall. Ich habe allerdings die letzten Wochen eher mit dem ersten Kader trainiert. Vielleicht fragt mich im Laufe der Saison mal einer der Spieler der zweiten Mannschaft um Rat, das wird sich zeigen.

"Ich weiß, dass ich viel Glück habe": Lars Stindl freut sich über den Sprung in den Profikader (Foto: ka-news)
ka-news: Du warst ja bis vor kurzem auch noch auf der Schule, hast im Juni dein Abitur gemacht. Kommt ab und zu Neid auf, wenn Freunde in der Sonne faulenzen können während Du auf dem Trainingsplatz schwitzt? Stindl : Klar denkt man manchmal: "Jetzt wäre ich lieber am Baggersee." Aber ich weiß auch, dass ich viel Glück habe. Ich kann mein Hobby zum Beruf machen, das können nicht viele. Beim Familientag zum Beispiel war eine riesige Euphorie zu spüren, so etwas entschädigt für die Mühen. Wir mussten so viele Autogramme schreiben, ich dachte mir fällt bald die Hand ab. Ich habe Spaß am Fußball und kann dabei versuchen mir eine Karriere aufzubauen. Was gibt es besseres?

Im zweiten Teil des ka-news-Interviews offenbart Lars Stindl, von wem er sich seine erste Autogrammkarte holte und ob weibliche Fans seine Beziehung strapazieren. Außerdem gibt er seine Prognose für den Stand des KSC in zehn Jahren ab. Freuen Sie sich auf den Rest des Gesprächs mit dem Jungtalent - morgen bei ka-news.

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