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Karlsruhe Franz nach KSC-Abstieg: Leer, tieftraurig, Zukunft ungewiss

Maik Franz ist "Iron Maik". Doch der eisenharte Mann – weinte. Nach dem Abstieg des Karlsruher Sport Clubs sank Franz auf den Rasen des Wildparks nieder. Tieftraurig. Die Tränen flossen in Strömen. Der knallharte Abwehrchef des KSC, der beim 4:0 gegen Hertha BSC Berlin einen tollen Kopfballtreffer markierte, konnte es nicht fassen, dass "sein" KSC in der kommenden Saison nur noch zweitklassig ist. Mit der absoluten Identifikations- und Führungsfigur der Badener sprach Peter Putzing.

ka-news: Herr Franz, Sie haben einmal geschlafen, seit der KSC abgestiegen ist. Die Gefühle sind sicher schlimm.
Maik Franz: Geschlafen? Na ja, so arg lange war das nicht. Ich war zu aufgewühlt, zu enttäuscht. Es ist extrem bitter, ärgerlich – einfach hart. Wenn man so spielt, wie wir es gegen Hertha BSC Berlin beim 4:0 gemacht haben, und sieht, was für uns möglich gewesen wäre – und dann absteigt, das ist dann doppelt so schlimm. Ich bin zu enttäuscht und mir fehlen die Worte um das auszudrücken, was ich empfinde.

ka-news: Und die Gründe für den Abstieg waren?
Franz: Zuerst darf man nicht vergessen wie wir als KSC aufgestellt sind. Wenn da nicht alles rund läuft in einer Saison, dann kann es passieren, dass wir gegen den Abstieg spielen. Wir haben uns dieses Desaster selbst zuzuschreiben. Wir haben 14 oder 15 Mal keinen Treffer erzielt. Wenn so etwas passiert, dann ist man zu harmlos. Das ist aber keine Stürmerschelte, da waren wir alle gefordert. Die Verteidiger und die Mittelfeldspieler – alle waren zu harmlos vor dem gegnerischen Tor. Die Torlosigkeit hat uns das Genick gebrochen.

ka-news: Lag der Misserfolg auch am fehlenden Einsatz, an der falschen Einstellung?
Franz: Nein. Wir haben als Mannschaft alles gegeben. Dazu stehe ich! Ich glaube auch, dass ich das behaupten kann. Wir haben vielleicht in drei, vier Spielen nicht richtig in die Partie gefunden, aber so etwas erlebt jede Mannschaft innerhalb einer Saison. Im Großen und Ganzen haben die Leidenschaft und das Engagement immer gestimmt. Jeder hat immer alles gegeben. Es ist schlimm, wenn man mit einer Truppe, die super funktioniert, auch charakterlich, den Weg in die zweite Liga antreten muss. Nochmals: Wir haben die Klassenerhalt in der Phase verloren, als wir nicht ins gegnerische Netz trafen.

Beim Herausspielen der Großchancen standen wir in der Statistik im Mittelfeld der ersten Bundesliga, bei der Verwertung der Chancen sind wir abgeschlagen Letzter. Das sagt alles über diese Saison aus. Da muss man sich nicht wundern, wenn das passiert, was passiert ist.

ka-news: Sie sprechen vom bitteren Weg in die Zweite Liga. Werden Sie den mitbeschreiten?
Franz: Das wird man sehen. Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, Vor allem, weil ich mich bisher mit dem Abstieg und den Konsequenzen nicht beschäftigt habe. Wir hatten ja am letzten Spieltag noch die Chance auf die Relegation. Jetzt ist der Abstieg bitterer Ernst. Ich muss jetzt schauen, was in den nächsten ein, zwei Wochen passiert. Ich setze mich mit meinem Berater zusammen – und dann: schau'n mer mal, wo mein Weg hinführt.

ka-news: Positiv war die Reaktion der Fans, die trotz Abstiegs das Team bejubelten.
Franz: Das ist Karlsruhe! Da gibt es eine Fangemeinde, die bedingungslos hinter der Mannschaft steht. Großes Kompliment an die Fans, die hinter uns standen. Denen den Klassenerhalt nicht präsentiert zu haben – das ist sehr hart und bitter.

ka-news: Kannten Sie die Zwischenstände auf den anderen Plätzen?
Franz: Ja, als das 1:1 in Bielefeld fiel, war es schön, aber dann habe ich vom Trainer gehört, dass Cottbus 2:0 führt. Das war's dann.

ka-news: Es ging zuvor eine Falschmeldung durchs Stadion, dass Leverkusen in Cottbus das 1:1 markiert hätte.
Franz: Da bekam ich eine Gänsehaut und war wohl in diesem Moment der glücklichste Mensch auf der Welt. Ich dachte: phantastisch…

(Interview: Peter Putzing)

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