Kiew 0:3 in der Ukraine: VfL Wolfsburg verpasst Endrunde

Zwischen Hin- und Rückspiel lagen fast fünf Monate. Dem VfL Wolfsburg half das aber nichts. Gegen Schachtjor Donezk schied der Bundesligist in der Europa League völlig verdient aus.

Der VfL Wolfsburg hat das Endrunden-Turnier in der Europa League klar verpasst. Der Fußball-Bundesligist verlor auch das Achtelfinal-Rückspiel bei Schachtjor Donezk mit 0:3 (0:0).

Die Tore für den ukrainischen Meister schossen Junior Moraes (89./90.+3) und Manor Solomon (90.+1) zwar erst in den Schlussminuten. Vom Spielverlauf her waren die «Wölfe» im Olympiastadion von Kiew aber schon vorher weit davon entfernt, ihre 1:2-Heimniederlage aus der ersten Partie kurz vor der Corona-Pause noch einmal wettmachen zu können. «Schade», sagte VfL-Trainer Oliver Glasner. «Aber wir müssen ehrlich sein: Schachtjor war in beiden Spielen zusammen die bessere Mannschaft.»

Ausgeglichen war nur die Anzahl der Platzverweise: Schachtjors David Chotscholawa (68. Minute/Rot) und Wolfsburgs John Anthony Brooks (70./Gelb-Rot) mussten binnen kurzer Zeit vom Rasen.

Das Finalturnier der besten acht Teams kann somit ab der kommenden Woche in Nordrhein-Westfalen nur noch mit maximal zwei deutschen Clubs stattfinden. Am Donnerstag haben Bayer Leverkusen (gegen die Glasgow Rangers) und Eintracht Frankfurt (beim FC Basel) noch die Chance, das Viertelfinale zu erreichen. Sollten die Frankfurter trotz ihrer 0:3-Hinspielpleite doch noch weiterkommen, würden sie am nächsten Dienstag in Gelsenkirchen gegen Donezk spielen.

Das Rückspiel in Kiew ähnelte dem Hinspiel in Wolfsburg, obwohl das wegen der Corona-Pandemie schon fünf Monate her war. Denn technisch war der mit gleich sechs Brasilianern in der Startelf angetretene UEFA-Cup-Sieger von 2009 dem Bundesligisten klar überlegen.

Schon die erste Partie im März hätte Donezk höher gewinnen können. Diesmal vergaben Alan Patrick (13.), Junior Moraes (19./34.), Marlos (26.) und Mikola Matwijenko (33.) allein in der ersten Halbzeit eine Handvoll bester Möglichkeiten. Der eingebürgerte Brasilianer Marlos traf nur den Pfosten.

Die Wolfsburger Hoffnung, dass erst die Corona-Pause und zuletzt auch das Ende der ukrainischen Meisterschaft den Rhythmus dieses enorm spielstarken Gegners zerstören könnte, erfüllte sich nicht. Im Gegenteil: Nach ordentlichem Beginn war es der VfL, dem mehr als einen Monat nach der letzten Bundesliga-Partie gegen Bayern München erkennbar die Spielpraxis fehlte.

Auch in der zweiten Halbzeit fehlten der Mannschaft von Trainer Oliver Glasner die Kraft und nach dem Ausfall von sieben Spielern auch die personellen Alternativen, um diesem Achtelfinal-Duell noch einmal eine Wende zu geben. Spannend wurde es nur nach 65 Minuten noch einmal, als der Schiedsrichter zunächst einen Elfmeter für Wolfsburg gab, diese Entscheidung nach Videobeweis aber noch einmal zu einem Freistoß herabstufte. Donezk-Verteidiger Chotscholawa sah für sein Foul an Joao Victor aber so oder so Rot.

Trotz ihres Ausscheidens geht es für die Wolfsburger aber schon in sechs Wochen international weiter. In drei Qualifikationsrunden am 17. September, 24. September und 1. Oktober wollen sie auch den Europa-League-Wettbewerb der nächsten Saison erreichen.

© dpa-infocom, dpa:200805-99-56978/3

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