Stuttgart Lokführer-Pool steht vom kommenden Jahr an zur Verfügung

Nach leichten Anlaufschwierigkeiten ist die geplante Lokführer-Einsatztruppe in Baden-Württemberg laut Verkehrsministerium unter Dach und Fach. Die DB Regio AG habe das wirtschaftlichste Angebot abgegeben und am Dienstag den Zuschlag für die Truppe erhalten, die Lücken bei der Bahn stopfen soll, hieß es in Stuttgart. Im kommenden Jahr sollen zunächst 30 Lokführerinnen und Lokführer aus dem Pool zur Verfügung stehen, im Jahr 2022 dann rund 50. Die Verhandlungen für den Pool hatten sich unter anderem verzögert, weil anfangs keine wirtschaftlichen Angebote abgegeben worden waren.

Mit den Bereitschaftstruppen an mehreren Standorten sollen personelle Engpässe aufgefangen und die Zahl plötzlicher Zugausfälle reduziert werden. Kalkuliert ein Verkehrsunternehmen zu knapp, soll es Personal der Bereitschaft kostenpflichtig ausleihen können. So soll verhindert werden, dass Unternehmen im Vertrauen auf den Pool beim eigenen Personal sparen. Ein Viertel aller Zugausfälle in Baden-Württemberg geht nach früheren Angaben auf fehlende Lokführer zurück.

Für den Pool wird die DB Regio laut Ministerium nicht nur auf bewährte Kräfte zurückgreifen, sondern auf Kosten des Landes auch neue Lokführer ausbilden. Das Land trägt auch 50 Prozent des negativen Saldos, falls der Pool in einem Jahr Verluste für die DB Regio einfährt. Gewinne kommen dem Land allerdings auch zugute - von ihnen soll ein Teil der Ausbildungskosten zurückbezahlt werden.

«Mit dem Personalpool testen wir erstmals ein Instrument, das es bundesweit so noch nicht gibt», sagte Minister Winfried Hermann (Grüne). «Im Wesentlichen geben wir eine Anschubfinanzierung und überlassen es dann den Kräften des Marktes, den Pool zum Erfolg zu führen.» Mit dem Pool könnten vor allem jüngere Eisenbahnunternehmen vorübergehend ihre Mannschaft verstärken.

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