Ulm Trotz Batteriestreits: Ulm feiert Schwörmontag

Politik und Party - am Ulmer Schwörmontag passt das gut zusammen. Auf den Treueeid des Bürgermeisters folgt der lustigste Wasserkarneval weit und breit. Allerdings gab es diesmal einen Wermutstropfen.

Zehntausende Ulmer haben den mehr als sechs Jahrhunderte alten Brauch des Schwörmontags ausgelassen gefeiert - trotz allen Ärgers über die Niederlage im Batteriestreit gegen das westfälische Münster. Für Trost und Ermunterung sorgten neben anderen Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und Oberbürgermeister Gunter Czisch (beide CDU). Das Land werde gemeinsam mit Ulm ein eigenes Konzept für die Batterieforschung erarbeiten, versprach die Ministerin am Montag: «Wir werden Münster zeigen, dass wir schneller sind und dass wir besser sind - und das ist die richtige Antwort.»

Ähnlich äußerte sich der Rathauschef in seiner traditionellen Schwörrede. Dabei leistete Czisch den althergebrachten Ulmer Schwur, «Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein». Der Eid Ulmer Stadtoberhäupter auf die Stadtverfassung, sich für das Wohlergehen aller Bürger gleichermaßen einzusetzen, geht auf eine mehr als 620 Jahre alte Tradition zurück.

Czisch betonte den Beitrag der Forscher in der Ulmer Wissenschaftsstadt zur Entwicklung von Zukunftstechnologien. «Deshalb hätten wir es mehr als verdient, den Zuschlag für die Batterieforschungsfabrik zu bekommen», sagte er. Das Bundesforschungsministerium hatte sich im Juni für Münster als Standort der Forschungsfabrik entschieden. Das habe überall in Deutschland Kopfschütteln ausgelöst, sagte Hoffmeister-Kraut unter Hinweis auf die nach ihrer Darstellung eindeutig besseren wissenschaftlich-technischen Voraussetzungen Ulms.

Beim fröhlichen Höhepunkt des Schwörmontags war der Batteriestreit aber höchstens noch ein Wermutstropfen: Tausende planschten am Nachmittag beim Wasserkarneval «Nabada» (Schwäbisch für «Hinunterbaden») ausgelassen in Motiv-Booten, Flößen und Schlauchbooten die Donau hinab. Noch weit mehr Menschen jubelten ihnen an den Flussufern in Ulm und im benachbarten bayerischen Neu-Ulm zu.

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