Stuttgart Kretschmann: Bürgermeinung bei Opernentscheidung wichtig

Die Sanierung der Stuttgarter Oper wird teuer. Da ist es zunächst egal, ob sie aufwendig oder weniger umfassend saniert wird. Die nun vorgelegten Pläne für ein milliardenschweres Projekt will die Landesregierung erst noch diskutieren. Vielleicht auch öffentlich.

In der Debatte um die möglicherweise milliardenschwere Sanierung der Stuttgarter Oper lehnt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ein Bürgervotum nicht prinzipiell ab. «Grundsätzlich ist das selbstverständlich etwas, wo die Bürger entscheiden können», sagte der Regierungschef am Dienstag in Stuttgart. Allerdings sei eine Abstimmung kompliziert, weil sowohl das Land als auch die Stadt zu den Trägern gehörten.

Eine Abstimmung hatte unter anderem die Bürgerinitiative «Aufbruch Stuttgart» gefordert. Sie wirbt vehement für den Bau einer weiteren Spielstätte und eine weniger umfangreiche Sanierung.

Nach den Plänen von Stadt und Land könnten die Sanierung der Oper und der Bau eines Übergangsgebäudes mehr als eine Milliarde Euro kosten. Die Bauarbeiten sollen fünf bis sieben Jahre dauern und nicht vor 2025 beginnen. Sanierung und Erweiterung des gut 100 Jahre alten Opernhauses sollen sich auf 740 Millionen Euro bis 960 Millionen Euro belaufen. Dazu kommen Kosten für ein Interimsgebäude, in das die Künstler während der Bauzeit ausweichen.

«Natürlich erschreckt man bei der Zahl», sagte Kretschmann zur ersten Kostenschätzung. Diese berücksichtige eine mehrjährige Bauzeit und steigende Kosten in der Branche. Die nach jahrelangem Streit und intensiver Debatte vorgelegten Pläne seien «eine gute Grundlage für eine seriöse Diskussion», sagte der Regierungschef weiter.

Er warb dafür, Bürger in die Debatte mit einzubeziehen. «Das ist unerlässlich», sagte Kretschmann auf Anfrage. Die Landesregierung habe auch schon erste Überlegungen zu Bürgerbeteiligungsverfahren angestellt. So seien Informationsveranstaltungen ebenso denkbar wie die «Einbeziehung von Zufallsbürgern». Dabei müsse es aber «über reine Ja-Nein-Entscheidungen hinausgehen».

Auch die CDU will sich nach den Worten ihrer Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Susanne Eisenmann, erst in den kommenden Monaten positionieren. «Eine Milliarde Euro ist sehr, sehr viel Geld. Und das ist etwas, das die Bürger umtreibt», sagte sie. Inhaltlich wollte Eisenmann die Pläne weiter nicht bewerten. Der Opposition im Landtag ist eine derart kostspielige Sanierung des sogenannten Littmann-Baus dagegen zu teuer.

Über die Pläne wird der Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater in seiner nächsten Sitzung im März 2020 entscheiden. Stadt und Land als Träger der Staatstheater tragen die Kosten zu gleichen Teilen. Damit ist zusätzlich auch die Entscheidung des Stuttgarter Gemeinderats und des Landtags notwendig.

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