Hockenheim Hockenheims OB: Leben nicht von Angriff beherrschen lassen

Der scheidende Oberbürgermeister Hockenheims, Dieter Gummer (SPD), will sich durch den brutalen Angriff auf ihn nicht aus der Bahn werfen lassen. Die Frage nach dem Motiv des unbekannten Täters treibe ihn zwar um. «Diesen Hintergrund würde ich natürlich gerne kennen», sagte er dem «Mannheimer Morgen» (Mittwoch). Das gelinge wohl nur, wenn die Ermittlungsbehörden den Täter fassten. «Ich denke aber schon, mit diesem Thema so umgehen zu können, dass diese Erfahrung sich nicht auf mein restliches Leben auswirkt - ich will und werde das nicht zulassen.» Die Polizei hat nach eigenen Angaben vom Mittwoch noch keine heiße Spur.

Gummer hält einen Täter mit persönlichen Motiven für ausgeschlossen. «Unser privates Umfeld ist intakt.» Ob die Attacke mit der Wahrnehmung seines Amtes verbunden war, könne er nicht verlässlich beantworten. Jedenfalls seien solche heimtückischen Angriffe nicht zu tolerieren. «Sie sind vor allem kein Mittel im Diskurs, auch wenn man unterschiedliche Ansichten über Fragen hat», sagte er dem Blatt.

Der 67-Jährige war am 15. Juli in Böhl-Iggelheim (Rheinland-Pfalz) von einem Unbekannten niedergeschlagen und schwer verletzt worden. Er erlitt bei der Attacke und dem Sturz auf den Asphalt Prellungen, einen Kieferbruch und Gehirnblutungen. Bis heute kann er nur passierte Kost essen.

Der Sozialdemokrat ist seit 2004 Rathauschef in Hockenheim und geht Ende August in den Ruhestand. Ihm folgt der CDU-Mann Marcus Zeitler, der am 21. Juli zum neuen Oberbürgermeister gewählt wurde.

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