Karlsruhe Freibadsaison hat begonnen

Ist ein klassisches Freibad nur etwas für den Sommer? Nicht in Karlsruhe. Das Sonnenbad startet immer schon im Februar in die Saison. Der historische Grund: seine wenig romantische Lage direkt neben einem großen Heizkraftwerk.

Zur Eröffnung der deutschen Freibadsaison hat es keinen großen Mut gebraucht: Bei mehr als 28 Grad Wassertemperatur sprangen die ersten gut 30 Badegäste am Freitag im Karlsruher Sonnenbad ins Becken. Traditionsgemäß schmückten sich viele der Teilnehmer mit ausgefallener Bademode - rot-weiß gestreiften Herren-Badeanzügen etwa, neon-farbenen Perücken, gemusterten Strickmützen oder schrillen Badekappen.

«Ganz Baden-Württemberg wartet darauf, dass unser Freibad aufmacht», sagte Betriebsleiter Roland Hilner. Neben vielen Stammgästen kamen auch einige Freibadfans von weiter weg.

Frische 13 Grad Lufttemperatur und grauer Himmel schmälerten den Spaß keineswegs. Denn im Sonnenbad gilt das Motto: Je kälter die Luft, desto wärmer das Wasser. Nach dem Schwimmen sollten sich die Gäste mit dem Abtrocknen aber sputen. Anders als in Spaßbädern mit ganzjährig betriebenen Außenbecken gibt es nämlich keine warme Halle.

Für das Extra an Wassertemperatur müssen die Gäste bis zum 30. April und ab dem 1. Oktober einen Heizkostenzuschlag von 2 Euro (ermäßigt 1,50 Euro) zahlen. Schluss mit Baden ist erst am Ersten Advent. Um das Badewasser auf Wohlfühltemperatur zu bringen, nutzen die Betreiber Fernwärme. Früher war die Lage quasi im Schatten des Kohlekraftwerks der große Vorteil. Noch in den 70er Jahren gab es die Abwärme gratis. Das ist in Zeiten teurer Energie heute anders.

Badegast Holger genoss den ersten Tag im Freibad, während andere im nahen Schwarzwald Wintersport trieben. Das sei einfach ein ganz besonderes Gefühl, sagte er. Die Schwimmerin Sibylle kommt mit ihren Kindern regelmäßig zur Eröffnung ins Sonnenbad. «Dabei zu sein ist schon ein bisschen Tradition», sagte sie. Der 63 Jahre alte Stammgast Walter Stegner schaute dem Spektakel lieber erstmal vom Beckenrand aus zu. Er wollte sich vor allem einen Spind für die Saison mieten. «Sonst gibt es schnell keine mehr.»

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