Stuttgart ADAC zum Schulbeginn: «Eltern-Taxi» soll Zuhause bleiben

Der sicherste Schulweg ist nicht immer im Fahrzeug der Eltern. Verkehrsexperten meinen, dass Kinder lernen müssen, sich selbst im Verkehr zurecht zu finden.

Polizist erklärt das Überqueren einer Straße
An der Aktion ist das Polizeipräsidium Stuttgart beteiligt. Foto: B. Weißbrod |

Zum bevorstehenden Schulbeginn hat der ADAC Eltern aufgerufen, ihre Kinder zu Fuß zur Schule gehen zu lassen. Richtiges Verhalten im Straßenverkehr sei eine Grundlage dafür, dass Kinder nicht verunglückten.

Der Vorsitzende des ADAC Württemberg, Dieter Roßkopf, kritisierte vor allem Eltern, die ihre Kinder trotz kurzer Wege mit dem Auto in die Schule bringen. Das häufig praktizierte «Eltern-Taxi» verhindere sowohl die Entwicklung der Selbstständigkeit als auch die Verkehrskompetenz der Schulanfänger. Stattdessen sollte der Schulweg mit Hilfe von Schulwegplänen gemeinsam trainiert werden. An der Aktion «Sicherer Schulweg» ist auch das Polizeipräsidium Stuttgart beteiligt.

Am Wochenende bereits hatte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) betont, dass das «Mama-Taxi» abhängig mache und zu mehr Verkehr beitrage.

Sollten Kinder trotzdem mit dem Auto in die Schule gebracht werden, sei vor allem auf die Sicherheit im Fahrzeug zu achten, sagte Roßkopf. Zudem appellierte er an die Autofahrer, besondere Rücksicht auf Schulkinder zu nehmen und vorausschauend zu fahren.

Die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr, vor allem das Schulwegtraining für Erstklässler, ist ein Schwerpunkt der Verkehrserziehung der Stuttgarter Polizei. Das Schulwegtraining ist ein Bestandteil des Anfangsunterrichts an Stuttgarter Schulen und gehört für Norbert Walz von der Stuttgarter Polizei zu den elementaren Bestandteilen «einer erfolgreichen Verkehrssicherheitsarbeit».

Im Jahr 2013 sind 149 Kinder in Stuttgart bei Verkehrsunfällen verletzt worden. Die Zahl der Unfälle mit Kindern unter 14 Jahren ging von 124 auf 99 im Vergleich zum Vorjahr zurück. Von den 149 verletzten Kindern waren 63 als passive Verkehrsteilnehmer am Unfall beteiligt. Die Schulwegsunfälle haben sich im Jahr 2013 um drei auf 16 verringert.

In den kommenden Wochen werden die Beamten der Verkehrserziehung die Schulanfänger an Stuttgarter Grundschulen besuchen, um mit ihnen das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu üben.

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