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Karlsruhe "Karlsruhe im Fokus": Vernissage im Prinz-Max-Palais blickt auf 20 Jahre Stadtgeschichte zurück

In der neuen Ausstellung im Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais: "Karlsruhe im Fokus: Fotografische Impressionen aus den 1970er- bis 1990er-Jahren" stehen drei Karlsruher Fotografen selber im Fokus. Bei der Vernissage am vergangenen Donnerstagabend spricht Kulturbürgermeister Albert Käuflein in seiner Begrüßungsrede von Fotos mit einer persönlichen Handschrift, einer einzigartigen Note, die die vorgestellten Fotografen den Bildern verliehen.

Durch die Kameralinse von Adelheid Heine-Stillmark, Walter Schnebele und Dietmar Hamel erhalten die Museumsbesucher Einblicke in die jüngere Karlsruher Stadtgeschichte. Die Ausstellung mit rund 400 Aufnahmen ist das Ergebnis eines Großprojekts zwischen dem Stadtarchiv Karlsruhe und dem Stadtmuseum und die erste Ausstellung mit Publikum im Prinz-Max-Palais seit Februar 2020. Projektleiter ist  Ferdinand Leikam, der Leiter des Stadtmuseums.

"Karlsruhe eine lebendige Stadt und im Wandel"

Bei der Vernissage sind auch die Fotografin Adelheid Heine-Stillmark und die Tochter des verstorbenen Walter Schnebele, Eva Schnebele, sowie Ursula Hamel, die Witwe von Dietmar Hamel anwesend. Der Abend wird von der Jazzband "Swinging GroovetiesW musikalisch begleitet.

Swinging Grooveties.
Swinging Grooveties. | Bild: Katherine Quinlan-Flatter

"Damals wie heute war Karlsruhe eine lebendige Stadt, aber auch eine Stadt im Wandel", sagt Käuflein. Die Fotografien geben wichtige politische, gesellschaftliche und sportliche Ereignisse wieder – sie dokumentieren und beleuchten die jüngste Vergangenheit der Fächerstadt. "Die Besucher können sich auf eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit begeben", ergänzt Käuflein.

Bekannte Bauten wie das Schloss, das Rathaus oder das Wildparkstadion sind hier zu sehen – aber auch Menschen aus Karlsruhe ganz normal in ihrem Alltag: Beim Einkaufen, beim Sport, bei der Arbeit oder beim ausgelassenen Feiern.

Jeweils zwei Räume pro Fotograf

Die Leiterin des Stadtarchivs Katrin Dort erklärt, dass die Ausstellung nur einen Ausschnitt der gesammelten Werke der Fotografen darstellt. Die Fotos sind aus den Beständen des Stadtarchivs und werden zum großen Teil hier erstmals veröffentlicht. Sie ermöglichen dem Besucher, sowohl große Ereignisse als auch kleine Momente aus der Stadtgeschichte zu sehen und mitzuerleben. Die Ausstellung, die sich über mehrere Räume erstreckt, ist in jeweils zwei Räume für jeden Künstler aufgeteilt.

Bürgermeister Albert Käuflein und Leiterin des Stadtarchivs Katrin Dort.
Bürgermeister Albert Käuflein und Leiterin des Stadtarchivs Katrin Dort. | Bild: Katherine Quinlan-Flatter

Im ersten Raum wird der künstlerische Blick beziehungsweise der ästhetische Aspekt dargestellt. Der zweite Raum ist der Reportagenraum mit thematischem Schwerpunkt, Hintergrundinformationen über die Künstler und eine Erläuterung ihrer Arbeitsweise. Informationstafeln mit Zitaten und Interviews ergänzen die ausgestellten Bilder. Drei Kuratoren sind zuständig für die Recherche und die Auswahl der Bilder – Susanne Brenneisen und Eric Wychlacz, die im Stadtarchiv tätig sind und  Christiane Sutter vom Stadtmuseum.

Jeder Kurator konzentrierte sich jeweils auf einen Künstler, dessen Werk sie hier präsentieren. Susanne Brenneisen vom Stadtarchiv stellt Adelheid Heine-Stillmark kurz vor und zeigt eines ihrer Lieblingsfotos von der Fotografin – eine Straßenansicht aus der Innenstadt. Heine-Stillmark lebt seit 1955 in Karlsruhe und begann 1964 als Bildjournalistin zu arbeiten. 1976 gründete sie ein eigenes Fotostudio und setzte sich intensiv mit Neuer Kunst auseinander.

"Schnebele war ein Perfektionist"

Später beschäftigte sie sich mit Kunstfotografie und übernahm Aufträge im Tourismusbereich. Heine-Stillmark sieht sich selbst nicht als Künstlerin, sondern als Fotografin, die einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe zum Grundsatz ihrer Arbeit macht. "Dem Augenblick Dauer verleihen."

Adelheid Heine-Stillmark.
Adelheid Heine-Stillmark. | Bild: Katherine Quinlan-Flatter

Christiane Sutter vom Stadtmuseum hat sich mit den Fotos von Walter Schnebele beschäftigt. 1920 in der Pfalz geboren ist er in Durlach aufgewachsen. Schnebele arbeitete ab 1953 als Presse- und Sportfotograf und zwischen 1976 und 1989 hatte er an der Fakultät für Architektur der Universität Karlsruhe einen Lehrauftrag für Fotografie inne. Der Fotograf war Preisträger vieler internationaler Fotowettbewerbe und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Er starb 2008 in Durlach.

Swinging Grooveties
Swinging Grooveties | Bild: Katherine Quinlan-Flatter

"Walter Schnebele war ein Perfektionist, der sehr präzise arbeitete", sagt Sutter. "Er hat 50 Jahre lang Karlsruhe festgehalten." Ihr Lieblingsbild von Schnebele zeigt einen Mann, der die Zeitschrift "Stern" liest. Bei diesem Bild verwendete Schnebele eine moderne Technik, bei der das ganze Bild bis auf die Zeitschrift unscharf und in Bewegung ist. "Ich war auf einer Zeitreise mit den Fotos", sagt Sutter.

Ausstellung bis Ende Juli geöffnet

Für die Ausstellung hat sich Eric Wychlacz vom Stadtarchiv dem Werk von Dietmar Hamel gewidmet. 1938 in Schlesien geboren ist Hamel in Karlsruhe aufgewachsen und hat 40 Jahre lang das Stadtleben und bekannte Persönlichkeiten in Karlsruhe dokumentiert.

Blick vom Balkon des Rathauses auf den Marktplatz mit Christkindlesmarkt Dietmar Hamel 1988
Blick vom Balkon des Rathauses auf den Marktplatz mit Christkindlesmarkt Dietmar Hamel 1988 | Bild: Katherine Quinlan-Flatter

"In seinen Bildern macht er Stimmung und Emotionen greifbar", erklärt Wychlacz. Hamel arbeitete für die Städtische Bildstelle, deren Aufgabe es war, sowohl Aufnahmen für sämtliche Dienststellen der Stadtverwaltung, als auch Stadtmodelle und Gebäude anzufertigen. "Wir sind sehr dankbar, dass die Fotos dem Stadtarchiv überlassen wurden", sagt Katrin Dort.

"Denn sie sind wichtige Zeugnisse für die Nachwelt und machen Ausstellungen wie diese möglich." Es habe viel Spaß gemacht, die Ausstellung vorzubereiten, sagt sie. Jedoch sei es auch die Intention, die Bestände im Stadtarchiv der Allgemeinheit bekannt zu machen, und damit zu zeigen, dass im Stadtarchiv nicht nur die alte, sondern auch die junge Geschichte der Fächerstadt dokumentiert ist.

Für alle Interessierte ist die Ausstellung im Karlsruher Prinz-Max-Palais ab dem 13. November 2021 bis zum 31. Juli 2022 geöffnet. 

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