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Karlsruhe Platten-Tipps für neue Musik zuhause: Joy Denalanes "Let Yourself Be Loved" und Travis' "10 Songs"

Joy Denalane und Travis sind zwei echte Hausmarken im Business, das muss man nicht extra betonen. Beide Acts haben kürzlich neue Alben veröffentlicht, die uns richtig gefallen haben. Ehrensache, diese wunderbare Musik unseren Lesern näherzubringen - hier sind die aktuellen ka-news.de-Plattentipps.

Joy Denalane ist DIE deutsche Soul-Künstlerin, das war sie auch schon vor dem Release von "Let Yourself Be Loved", kein Zweifel. Das aber, was sie hier musikalisch geschaffen hat, ist fast schon episch zu nennen, ist grandios gelungen.

Ich vermeide ja das Label "Neo", wo es geht, hier ist dieses aber extrem passend, die Musik Denalanes fällt im allerbesten Sinne aus der Zeit. Warum? Das ist Soul wie aus der Hochzeit von Motown (Records), und genau das ist gewollt und natürlich auch so gekonnt. Also, wo beginnen?

Joy Denalane - "Let Yourself Be Loved“

Man ist ja geradezu gewillt, sämtliche Songs im positiven Sinne über einen Kamm zu scheren, denn jeder Track ist stark und eine Klasse für sich. Grund genug, doch einige Lieder von "Let Yourself Be Loved" herauszuheben. Es geht, wie nicht anders zu erwarten, um die Liebe, und zwar in voller Albumlänge.

Namen wie beispielsweise der geniale Marvin Gaye und der legendäre Stevie Wonder durchkreuzen das musikalische Gehirn, hört man dieses Album. "Be Here In The Morning" ist der zweite Track und gleichzeitig das Sahnebonbon der Platte, ein wunderbares Stück Seelenmusik, brillant performt, voller zauberhafter und balladesker (Morgen-)Stimmung. Auch "Hey Dreamer" gelingt grandios, traumwandlerisch gut bewegt sich diese versierte Künstlerin da im Metier.

Soul-Stimme in Bestform!

"I Gotta Know" ist ein klassischer, (auch textlich) flehentlicher und höllisch guter Up-Tempo-Soul-Track mit treffsicheren Bläsern und einer Denalane in Bestform - der Titel diente auch als wunderbare und gelungene erste Single. Könnte auch von Diana Ross stammen, das Ding!

Joy Denalane
Joy Denalane | Bild: ps

"Top Of My Love" schmeichelt sofort, die charmanten Streicher tun ihr Übriges. Auch "Let Yourself Be Loved" birgt wunderbar sanfte Energie und bringt einen da hin, wo man hin will: Ins Soul-Wunderland von Joy Denalane!

"Let Yourself Be Loved" ist ein ganz vortreffliches Album 

Man kann sich nur wiederholen, auch "Stand", "The Ride" und speziell "I Believe" sind überragender Stoff, man will das gesamte Album wieder und wieder hören – und tut dies auch! Die gebürtige Berlinerin arbeitet genau die richtige Mischung aus schnellen und balladesken Songs heraus. Typisch auch die Fade-Outs der Tracks, als wäre man in den glorreichen 1960/1970ern, als unter anderem in Detroit der Soul eskalierte.

Wirklich das einzige, was mich (und auch nur peripher) stört, ist die ein wenig zu glatte Produktion - das war es aber auch dann mit Kritik: "Let Yourself Be Loved" ist ein ganz vortreffliches Album geworden. Und Joy Denalane ist nun auch international angekommen. Denn Soul ist eine Weltsprache, die direkt zum Menschen spricht. Volle Punktzahl!

Travis - "10 Songs"

Um das mal vorab klarzustellen: Travis waren mal ganz groß für mich - und sie sind immer noch Granate. Ihre neueste Scheibe - schlicht mit "10 Songs" betitelt - steht in einer Phalanx mit früheren Werken (wie etwa "12 Memories", "The Invisible Band" oder das legendäre "The Man Who"), es sind einfach wieder tolle Songs dabei! Let's begin!

Der musikalische Beginn der Schotten war 1997 "All I Wanna Do Is Rock", ein echter Diamant als Debüt-Single, "Good Feeling" ein klasse, aber noch leicht  unausgegorenes Album.

"Waving At The Window" - ein zauberhafter Popsong!

Leicht wie Wellen kommt der Opener "Waving At The Window" daher. Und Sänger Fran Healy und Konsorten schaffen, was vielen anderen fast nie gelingt – ein zauberhafter Popsong, nicht mehr, nicht weniger. Und das träumerische "Butterflies" ist fast so schön wie "Writing To Reach You" vor zig Jahren.

Travis - "10 Songs"
Travis - "10 Songs" | Bild: ps

Schön ist natürlich, dass Bangles-Mitglied Susanna Hoffs ihren zarten Beitrag zum Gelingen vom großartigen "The Only Thing" leistet. Wieder ein wunderbarer Song, und immer noch so früh auf der Platte - vielleicht der beste Track von "10 Songs".

Hut ab vor diesen Schotten!

Das teilweise puristische, aber noisige "Valentine" ist eher untypisch, dennoch durchaus ein Ohr wert "Nina's Song" hat diese typische Grandezza und das Pathos, welches Bands wie Travis brauchen, um ihre kleinen großen Geschichten zu erzählen.

"All Fall Down" ist ruhig, mit schönem Video und dezentem Piano vollbringt das Quartett ein zartes Kleinod, ein wunderbarer Folk-Pop-Song. "A Ghost" ist dann wieder typisch Travis, ein poppiger Shuffle, mit reizender Melodie und echter Verve gespielt. Prima! "No Love Lost" ist die Ballade zum Finale der aktuellen Scheibe, zum Heulen schön. Ein würdevoller Abschied mit bezaubernden Vocals zum Niederknien.

"10 Songs", das sind mehr als bloß zehn Lieder. Sie zeigen wieder mal die ganze Klasse dieser famosen Band. Soll erst mal einer nachmachen. "Hut ab vor diesen wahnsinnig begabten Schotten", schätzen die Kollegen von laut.de die Lage ein. Das kann man final dick und fett unterstreichen. Travis erfinden zwar das Rad nicht neu, sie halten aber schlicht ihre außergewöhnliche Klasse. Das ist doch was!

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