Karlsruhe Neustart während Corona: Karlsruher Musiker Rolf Ableiter nimmt mit anderen Karlsruher Künstlern ein Album auf

Rolf Ableiter ist ein Karlsruher Musiker, der wie alle Künstler unter den Corona-Beschränkungen leidet. Bis Ende 2019 war er der Kopf der bekannten Leonard Cohen-Tribute-Formation "Field Commander C." und spielte vor ausverkauftem Haus. Jetzt hat der Singer und Songwriter zusammen mit vielen Karlsruher Künstlern ein Album aufgenommen, das "Wenn es einmal Zeit wird" heißt.

"Der Wind weht warm durch mein Haus. Er kennt meine Lieder, kommt immer wieder. Er streicht dann ganz zart meine Haut. Er trocknet den Regen und klopft an die Läden, klingt wie leiser Applaus" heißt es in Rolf Ableiters Lied "Wenn der Wind dann nicht mehr weht". Der in Landau geborene und in Karlsruhe lebende, bald 55-Jahre alte, Musiker, Produzent und Filmemacher hat seit kurzer Zeit sein erstes, deutschsprachiges Album mit dem Titel "Wenn es einmal Zeit wird" am Start.

Die neun Songs mit einer Gesamtspielzeit von rund 40 Minuten beinhalten eine melancholische Grundstimmung und stehen in der Tradition der großen deutschen Liedermacher Hannes Wader, Reinhard Mey oder Klaus Hoffmann. Ein "Singer/Songwriter-Pop-Album", sei es, so Ableiter, der einen musikalischen Blick zurück wirft und mit seiner sonoren Stimme viel autobiografisches erzählt, zumal bei ihm im Vorjahr die Zeichen auf Veränderung und Neubeginn standen.

Standing Ovations in Durlach und Neureut

Wer mit dem Namen Rolf Ableiter nicht allzu viel anzufangen weiß, dem sei gesagt, dass er mit seinem vielköpfigen Bandprojekt "Field Commander C – The Songs Of Leonard Cohen" von 2018 bis 2020 stürmisch gefeierte Konzerte spielte und die Menschen in den Konzertsälen in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz oder Sachsen zu Beifallsstürmen hinriss.

Rolf Ableiter bei einem Konzert.
Rolf Ableiter bei einem Konzert. | Bild: Hans-Joachim Of

Bei den Auftritten in der Festhalle Durlach, der Badnerlandhalle in Neureut oder Badnerhalle Rastatt, gab es am Ende Standing Ovations des begeisterten Publikums. Dann wurde aus den bekannten Gründen der Stecker gezogen und seither ist auch und gerade in der Kulturszene nichts mehr, wie es war.

"Es ist tatsächlich viel passiert in jüngster Zeit", eröffnet Ableiter "auch für mich persönlich und in meinem Leben." In den Stücken, die "Immer mehr", "Am Ende des Weges" oder "Wann kommst du" heißen, verarbeitet der Songpoet die Themen Liebe, Schmerz, Hoffnung oder Trauer ganz im Stile seines großen Helden und Melancholikers Leonard Cohen.

"Die Schaukel" schon 1982 geschrieben

Sanfte, streichergetränkte Gitarrenmusik mit tiefgründigen Texten, die berühren und aufwühlen, Vergangenes und Gewesenes beinhalten. Die Lieder entstanden mehrheitlich im Vorjahr, das Stück "Die Schaukel" hatte Ableiter allerdings schon 1982 geschrieben. Das Album wurde in der Rekordzeit von lediglich zwei Tagen im Karlsdorfer Kangaroo-Tonstudio von Thomas Mark live eingespielt.

Bild: Hans-Joachim Of

"Dieses Konzeptalbum bedeutet mir sehr viel", betont Rolf Ableiter, für den der schnelle Aufnahmeprozess im früheren Studio von Edo und Vilko Zanki Neuland war. Unterstützt wurde der Sänger und Gitarrist von langjährigen, musikalischen Weggefährten und Freunden, die teilweise auch zur Formation "Field Commander C" oder "Edo Zanki-Band" gehören oder gehörten.

Album auf Vinyl und zum Download

So sind neben Marcel Millot (Drums, Percussion) oder Klaus Eichberger (Orgel, Rhodes, Piano) auch Joerg Dudys (E-Gitarre) oder Bassmann Hans "Umbo" Umschaden aus Ketsch am Start. Dieser hat auch den Text zum Stück "Immer zu früh" beigesteuert.

Bild: Hans-Joachim Of

Eva Croissant, die südpfälzer Songwriterin, spielte bei "Tag im März" Cello und hat das Lied zusammen mit Rolf Ableiter eingesungen. Klaus Marquardt (den man auch von der schwäbischen Formation "Wendrson" kennt) und Hiroko Tamaki spielten Geige. An der Viola glänzte Natascha Strom und Jochen Kefer am Cello.

Schließlich war der Mainzer Torsten Kamps für die Orchester- und Streicherarrangements verantwortlich. Das in jeder Hinsicht berührende Album mit jeder Menge Tiefgang (Ableiter: "Eine Reise zu mir selbst"), erscheint im Juni auch auf Vinyl. Wann es solo oder mit Band Livekonzerte gibt, steht im Moment noch in den Sternen. Wie sang der große Lyriker Bob Dylan einst: "The Times They Are A-Changing."

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