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Karlsruhe Kultur in Karlsruhe 2021 : Was passiert, was ist geplant, was sagen die Macher?

2020 war wegen der Corona-Pandemie ein schwieriges Jahr, auch und vor allem für die Kultur(schaffenden) der Fächerstadt. Jetzt aber heißt es, den Blick nach vorne zu richten. ka-news.de hat sich bei verschiedenen Karlsruher Kultureinrichtungen umgehört, wie die Pläne, Ideen und Hoffnungen für das neue Jahr aussehen.

Auch nach dem Jahreswechsel bleibt das Corona-Virus ein ständiger Begleiter in unserem alltäglichen Leben. Besonders eingeschränkt sind aktuell Künstler und Kultureinrichtungen. Gemeinsam mit einigen Karlsruher Einrichtungen wagt ka-news.de einen Blick in die Zukunft. 

Substage

Dem Substage droht bald der finanzielle Kollaps. "Status Quo ist, dass uns zu Ende März unsere Rücklagen ausgehen werden", so die Betreiber des Substage gegenüber ka-news.de. November-und Dezemberhilfen sind beantragt und sollen Anfang 2021 fließen.

Das Substage im Alten Schlachthof
Das Substage im Alten Schlachthof | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Sobald es  möglich ist, sollen wieder Veranstaltungen durchgeführt werden. Dabei soll es sowohl Streamings, Live- als auch Hybrid-Konzerte geben. "Unser Hygiene-Konzept steht und wird uns auch in 2021 als Leitfaden begleiten", so das Substage.  Konkret wird aktuell gemeinsam mit dem Kulturring an einer Neuauflage von "Toujours Kultur" 2021 gearbeitet.

Filmboard Karlsruhe

Das Büro auf dem Schlachthof des Filmboard Karlsruhe ist aufgrund der aktuellen Landesvorschriften für Kultureinrichtungen gesperrt. "Auch können wir unsere Projekte nur bedingt vorantreiben, da die aktuelle Situation Filmprojekte nur unter großen Hygienemaßnahmen umsetzbar macht, dies aber auch erst wieder nach dem Lockdown", erklärt das Filmboard Karlsruhe die aktuelle Lage. 

Dennoch sind die Betreiber "verhalten optimistisch, dass sich die Situation insgesamt, aber auch für uns 2021 erst einmal verbessern wird, obgleich wir sorgenvoll auf die Entwicklungen des städtischen Haushalts blicken, der nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie leidet."

Schauburg
Schauburg | Bild: Paul Needham

Im Januar startet das neue EU-Projekt CinEuro als Nachfolger von "Film  am Oberrhein" mit deutlich größerem Radius (Schweiz, Frankreich, Belgien, Luxemburg). 

Ansonsten sind auch 2021 wieder die "Independent Days Karlsruhe" für den Zeitraum 22. bis 26. September in der Schauburg und im ZKM geplant. Gemeinsam mit der Karlsruher Tourismus GmbH (KTG) ist auch wieder die Durchführung der "Karlsruher Filmlocation Fahrrad-Tour" geplant.

"Wir hoffen, dass bald ein geregelter Spielbetrieb möglich sein wird, sodass sich für das Festival wieder etwas Normalbetrieb einstellt", so die Verantwortlichen des Filmboards gegenüber ka-news.de.

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Während des ersten Lockdown hat die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe das Spektrum ihrer digitalen Angebote erweitert. In dieser Zeit entstanden einige neue Formate, wie der Podcast "Kunstgedanken". Außerdem wurden verschiedene digitale Trends aufgegriffen und beispielsweise Kunsthallen-DIYs entwickelt.

Für die Zeit nach dem Lockdown steht für die Kunsthalle Karlsruhe eine Menge Arbeit auf dem Programm. Denn die Pandemie hat einen enormen Entwicklungsschub im Bereich der digitalen Transformation verursacht. Dieser neu erreichte Stellenwert, den das Digitale beispielsweise in der Museumspraxis erreicht hat, wird erhalten bleiben. Es wird viel "Basisarbeit" nötig sein. Dazu gehört auch, das Publikum zurückzugewinnen und neu für Kulturangebote zu begeistern.

"Die Besucherzahlen in den Museen in der Zeit nach dem ersten Lockdown haben gezeigt, dass dies harte Arbeit wird. Es gilt neue Zielgruppen zu erschließen, und hier wird das Digitale eine zentrale Rolle spielen", prognostizieren die Verantwortlichen der Kunsthalle.

Tollhaus

Auch im Tollhaus war 2020 ein anstrengendes Jahr. "Ein Jahr, durch das wir von viel Solidarität und Unterstützung getragen wurden – dafür sind wir sehr dankbar. Für das kommende Jahr freilich hoffen wir, dass wir allmählich gemeinsam zu einer neuen Normalität finden können", so das Tollhaus zu ka-news.de

Mit der gezeigten Solidarität im Rücken ist das Kulturzentrum fest entschlossen, auch kurzfristig schnell wieder zu starten. "Bis wir wieder öffnen können, wollen wir nicht ganz untätig bleiben. Denn auch wenn der Kulturbetrieb in den kommenden Wochen ruht, möchten wir es doch nicht ganz still werden lassen", so ein Sprecher. 

Außenansicht des Tollhaus
Außenansicht des Tollhaus | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Wahrend im Stillen die Vorbereitungen auf einen Re-Start laufen, gibt es auf Tollhaus TV exklusive künstlerische Beiträge und informative Gespräche. Die ersten beiden Ausgaben von Tollhaus TV stehen mittlerweile online. Die nächste Folge soll am 10. Januar erscheinen.

Badisches Landesmuseum

Auch wenn das Badische Landesmuseum derzeit geschlossen hat, geht hinter den Kulissen die Arbeit weiter: Die kommende Neupräsentation  "Schloss und Hof" erfordert umfangreiche Umbauarbeiten und eine intensive restauratorische Betreuung. Denn die neue Ausstellung soll vom Foyer aus zugänglich sein und künftig den Auftakt beim Besuch unserer Sammlungen bilden. 

Bild: Hammer Photographie

Parallel erarbeitet das Team von "Göttinnen des Jugendstils" derzeit die kommende Große Sonderausstellung im Herbst – mitsamt eines umfangreichen Begleitprogramms und ansprechender gegenwartsbezogener Inhalte. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Allard Pierson Museum in Amsterdam und dem Braunschweigischen Landesmuseum.

Besucher dürfen sich auf herausragende Objekte freuen, welche die neue Rolle der Frau in Kunst und Gesellschaft um 1900 widerspiegeln. Auch die Mucha-Büste ist als Highlight wieder zu sehen. Auch wenn sich bis dahin die Situation wegen Corona normalisiert haben dürfte, "werden wir bei dieser Ausstellung alle hygienefördernden Maßnahmen (Abstandsregelungen, Lüften, Desinfektion) weiter gewährleisten".

Zentrum für Kunst und Medien (ZKM)

Durch Covid-19 hat im ZKM eine verstärkte Verlagerung in Richtung Digitalität stattgefunden ."Das Museum der Zukunft ist kein Museum der Objekte mehr, es ist hybrid", so ein Sprecher des Museums zu ka.news.de

2021 wird das ZKM geprägt von Forschung und produktiver Symbiose von Künstlicher Intelligenz, Nachhaltigkeit und Daten-Kunst. Highlights bilden dabei die Ausstellung "BioMedien" (BioMimetische Medien) und das Projekt "Das intelligente Museum".

Zentrum für Kunst und Medien (ZKM)
Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) | Bild: Micial Media

Bereits mit der Ausstellung "Critical Zones", die bis 8. August 2021 verlängert wird, und der Forderung nach einer neuen Erdpolitik hat sich das ZKM als "Guardians Of Gaia" (Peter Weibel) erwiesen. Diese biophile Programmatik wird das ZKM auch 2021 in Form der beiden Ausstellungen "BioMedien", "The Artwork As A Living System" und des Projekts "Driving The Human" weiter begleiten.

 

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