Karlsruhe Karlsruhe wird zum Schaufenster der internationalen Independent-Filmszene

"Vorhang auf!" zum "Independent Days" 14-Filmfest! heißt es im Filmtheater Schauburg. An fünf Festivaltagen werden bis Sonntag, 13. April, insgesamt 114 Filme aus aller Welt gezeigt. 15 Kurzfilme streiten im Low-Budget-Wettbewerb um den mit 1.000 Euro dotierten Filmpreis der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe, 26 Kurzfilme treten im No-Budget-Wettbewerb gegeneinander an. Ausgelobt ist hier "Die Goldene ID" 2014, der mit 500 Euro Preisgeld vonseiten der Stadt Karlsruhe vergoldet wird. Darüber hinaus werden beim Indierama in insgesamt 14 Filmprogrammen unabhängige Filmproduktionen außer Konkurrenz gezeigt, die so einen Überblick über das aktuelle internationale Independent-Filmschaffen geben.

Der Eröffnungsblock gibt Einblicke in die Vielfalt des unabhängigen Filmschaffens und läutet das diesjährige Festival mit einem spannenden Kurzfilmprogramm ein. Es geht um Gastarbeiter, Zaubertränke und beziehungsunfähige Großstädter, und natürlich um die Liebe! Der erste Low-Budget-Wettbewerbsblock "What is Love?" stellt um 19.15 Uhr die Frage, wie oft man in seinem Leben auf Menschen trifft, mit denen man eigentlich überhaupt nichts zu tun haben möchte. Um 21.30 Uhr geht es weiter mit dem "No-Budget-Wettbewerb 1: Life@Identity". Die Kurzfilme dieses Programms sind skurril, schräg und zeigen Charaktere, die ihre Position in der heutigen Gesellschaft finden möchten, obgleich ihnen dies nicht immer zu gelingen scheint.

Der erste Indierama-Langfilm "Silvi" um 23.30 Uhr ist ein mitreißender Film. Silvi wird von ihrem Ehemann verlassen und damit ist ihre langjährige Durchschnittsehe endgültig gescheitert. Die 47-Jährige steht nun vor einem Haufen Einsamkeit. Getrieben von innerer Sehnsucht, entscheidet sie sich für einen Neuanfang

Kurzfilmprogramm hat mit dem Tod zu tun

Der zweite Festivaltag am Donnerstag beginnt um 15 Uhr mit "Geschichten aus dem Jenseits". Irgendwie haben alle Geschichten dieses Kurzfilmprogramms mit dem Tod zu tun.

Humorvoll, wenn es sich um faule Grenzpolizisten aus Bayern dreht, bittersüß, wenn man sich nach dem Tod des Vaters an die gemeinsame Vergangenheit erinnert und tragisch, wenn man einen katastrophalen Autounfall nicht verarbeiten kann. Direkt im Anschluss geht es um 17 Uhr weiter mit "Life Sucks". Die Filme dieses Kurzfilmprogramms zeigen Menschen am Rande des Nervenzusammenbruchs. Sie sehen sich der sozialen Ausgrenzung gegenübergestellt, sei es, weil sie eine unheilbare Krankheit haben, weil sie einsam sind oder weil es sich bei ihnen um unerwünschte Migranten handelt.

Bei "Traffic Stories" im zweiten Low-Budget-Wettbewerbsblock dreht sich alles um Fortbewegung. Erzählt werden die Geschichten von Menschen, deren Leben durch einschneidende Ereignisse im Straßenverkehr verändert werden. Brutal und schonungslos geht es ab 21.30 Uhr bei "No-Budget-Wettbewerb 2: Das Leben stinkt!" zur Sache. Die Charaktere werden in Situationen gebracht, bei denen der Ausgang nur schwer vorhersehbar ist und die Menschen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit treiben. Der Festivaltag geht zu Ende um 23.30 Uhr mit "Horror, Thrill & Zombie-Culture". Gruselig, blutig und das Mark erschütternd sind die Filme dieses Blocks, egal, ob es sich um Geister, Zombies oder religiöse Fanatiker handelt.

Programm für Teenager und Junggebliebene ist "Teenager Stories"

Ein Programm für Teenager und Junggebliebene ist "Teenager Stories" am dritten Festivaltag um 15 Uhr: Jugendliche haben es wirklich nicht leicht. Die erste Liebe, der Erfolgsdruck in der Schule oder die kranke Mutter daheim: all dies verursacht ein Wechselbad der Gefühle und lässt die jugendlichen Figuren dieses Kurzfilmblocks sichtlich reifen.

Einblicke in die Karlsruher Filmszene gibt es um 17 Uhr bei "Karlsruhe&Friends". Gezeigt wird eine kleine Werkschau des letzten Jahres.

Die Filme dieses Blocks reichen von Poesie über Tanz bis hin zu Kunst und Gesellschaftskritik. Um "Outsider" geht es um 19:15 Uhr im Low-Budget-Wettbewerb 3. Die Kurzfilme zeigen Menschen, die außerhalb oder am Rande der Gesellschaft stehen, und erzählen deren zum Teil traurigen, teilweise aber auch äußerst unterhaltsamen Schicksale.

Freunde des schlechten Geschmacks kommen voll auf ihre Kosten

Im No-Budget-Wettbewerb 3 geht es um 21:30 Uhr weiter mit "Durchgeknallt und Spaß dabei". Die Charaktere dieses Kurzfilmprogramms zeigen, dass das Leben so viel schöner sein könnte, wenn man die Absurdität hinter vielen Ereignissen erkennt und die eigene Wirklichkeit ein wenig

verschönert. Freunde des schlechten Geschmacks kommen um 23:30 Uhr bei "Trash für eine böse Welt" voll auf ihre Kosten. Natürlich mit jeder Menge Zombies, durchgeknallten Wissenschaftlern und einem süßen kleinen Socken-Godzilla!

Am Samstag, 12. April, geht es um 14.30 Uhr weiter mit "Aliens, Space, World-Destruction". Die Gefahr kommt aus dem All, seien es Aliens, Meteoriten oder auch die Menschen selbst, die die Erde vernichten wollen. Beim Animationsblock "Life Is A Cartoon" um 16.30 Uhr geht es um Affen, Hochzeitstorten und rosa Mäuse. Um 19 Uhr werden im No-Budget-Finale die Favoriten aus den drei Vorrundenblöcken gezeigt.

Das Publikum dieses Blocks entscheidet, wer am Ende der Preisträger der "Goldenen ID" 2014 ist.

"Real Life ist da, wo der Pizzamann herkommt"

Spannungsgeladen, leidenschaftlich und exzessiv geht es um 21:30 Uhr bei "Exotic Avantgarde" zur Sache. Hemmungslose Liebesakte, Rollenspiele und genderspezifische Identitätssuchen laden ein zu einem emotionalen Karussell der Gefühle. Der Film " Willkommen zu Hause - Distillery 20 Jahre" taucht um 23.30 Uhr ein in den Mikrokosmos des ältesten der bestehenden ostdeutschen Techno-Clubs, der Distillery Leipzig, und erzählt dessen Geschichte. Eine Zeitreise durch die ostdeutsche Techno-Szene.

Der letzte Festivaltag am Sonntag, 13. April, beginnt um 14.30 Uhr mit "Tankstellenstories". In Kooperation mit dem Roncalli-Forum wird auch dieses Jahr ein Filmprogramm gezeigt, das sich mit dem Glauben in der heutigen Welt auseinander setzt. "Der Ruf Gottes" beginnt um 17 Uhr. Richtig spannend wird es dann beim letzten Block des diesjährigen Festivals ab 19 Uhr. Im Low-Budget-Finale mit anschließender Preisverleihung werden die besten Kurzfilme der drei Vorrundenblöcke gezeigt. Das Publikum entscheidet an diesem Abend, wer den Filmpreis der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe mit nach Hause nehmen darf.

Während der Stimmauszählung wird der Preisträgerfilm des Film-&Vision-Schul-Contests gezeigt, der von Schülern des Bismarck-Gymnasiums gedreht worden ist: "Real Life ist da, wo der Pizzamann herkommt". Ebenfalls im Programm ist der Kurzfilm "Bar Tuki" aus Karlsruhes Partnerstadt Krasnodar, der auf einem Stephen King-Roman basiert.

Termin: 9. bis 13. April, Filmtheater Schauburg, Karlsruhe

www.independentdays.de
www.schauburg.de

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Independent Days | ka-news.de: Das Filmfestival Independent Days 2018 lockt an fünf Tagen von Mittwoch bis Sonntag, 18. bis 22. April, mit insgesamt 34 Programmpunkten in die Karlsruher Schauburg. Darunter 141 Kurzfilme und 10 Langfilme - die Werke kommen aus 46 Ländern.
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