Karlsruhe "Independent Days" 2015: Festival verzeichnet knapp 1.100 Besucher

"Und der Filmpreis der Kulturstiftung der Sparkasse geht an: 'Der späte Vogel' von Sascha Vredenburg", verkündete Festivalleiter Dr. Oliver Langewitz am vergangenen Sonntag gegen 21.45 Uhr im Filmtheater Schauburg. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis würdigte den Erstplatzierten im Low-Budget-Wettbewerb. Überglücklich nahm der in Durlach wohnende Autor des Films, Marc Vogel, die Preistrophäe von Sparkasse Karlsruhe Ettlingen-Vorstand Marc Sesemann entgegen.

Bei dem Film, der als Studienarbeit an der Filmakademie Baden-Württemberg entstand, geht es um eine alte Frau, die das Fernweh plagt. Ihr Wunsch nach einer Weltreise verhallt jedoch in den Ohren ihres Mannes. Im Wald schießt sie einen Astronauten an, der in der Nähe ihres Hauses mit seinem Raumschiff notgelandet ist. Als sie ihm hilft, dieses wieder startklar zu machen, wächst in ihr ein Plan, wie sie doch noch ihren Traum erfüllen kann und so am Ende zu einer ganz besonderen Reise aufbricht. "Ein Film mit großen Bildern, mit einem bemerkenswerten Spiel seiner Hauptdarstellerin und der hoffungsfrohen Aussage, dass man nie zu alt ist, um seine Träume zu erfüllen!", verlas Oliver Langewitz als Würdigung der Festivalleitung. Platz zwei des Low Budget-Wettbewerbs konnte "Habib und der Hund" (Regie: Viviane Andereggen) für sich verzeichnen. Auf Platz drei wurde bei dem Publikumspreis der Film "Wächer der Spieluhr" (Regie: Regie: Marco J. Riedl) gewählt.

Martin Wacker überreichte den mit 1.000 Euro dotierten Award

Der zweite Hauptpreis an diesem Abend war der Filmpreis der Stadt Karlsruhe "Die Goldene ID2015". Diese wurde von Karlsruhes Erstem Bürgermeister Wolfram Jäger verliehen. Der mit 500 Euro dotierte Preis ging an den französischen Beitrag "Dad In Mum" (Regie: Fabrice Bracq). In dem Film lauschen zwei Mädchen nachts vor der elterlichen Schlafzimmertür, aus der merkwürdige Geräusche dringen. Die beiden Schwestern beginnen eine eifrige Diskussion darüber, was hinter der Türe vor sich geht und zeigen hierbei, dass sie schon besser über "die eine Sache" Bescheid wissen, als man glauben möchte. "Das ist charmant, pointiert und süß erzählt. Dabei besticht der Film insbesondere durch die originelle Wendung am Schluss. Völlig zu Recht hat das Publikum diesen Film auf den ersten Platz gewählt", so die Festivalleitung. Platz zwei ging an "Electric Indigo" (Regie: Jean-Julien Collette). Auf Platz drei wählte das Publikum "Guinea Pig" (Regie: Harry Michell).

In diesem Jahr wurde einmalig im Rahmen des 300. Karlsruher Stadtgeburtstags der FUTURE SHAPES: Karlsruhe 3.000-Award verliehen. KA300-Projektgeschäftsführer Martin Wacker überreichte den mit 1.000 Euro dotierten Award an den sehr bewegten Regisseur Vladimir Vlasenko für seinen Kurzfilm "Story of R32", der extra aus der Ukraine nach Karlsruhe gereist war, um seinen Film persönlich vorzustellen. Platz zwei ging an Benjamin Herkert für seinen Animationsfilm "Pineapple Inc.", den dritten Preis erhielt der österreichische Regisseur Arne von Nostitz-Rieneck für seinen Kurzfilm "LIFE: Patented".

Organisatoren ziehen positives Fazit des Festivals

Erstmalig wurden für besondere filmische Leistungen drei Sonderpreise verliehen: Der "Newbie Filmaward für das beste Erstlingswerk" ging an Thore Schwemann für seinen Kurzfilm "Zwei Zucker". Mit dem "Female
Filmaward für die beste weibliche Regiearbeit" ausgezeichnet wurde "My Kingdom" von Debra Solomon aus Großbritannien. Und den "Indie Filmaward für den besten Featurefilm" erhielten die spanischen Filmemacher Enric Ribes und Oriol Martinez für ihren einfühlsamen Dokumentarfilm "Glance Up".

Die Festivalorganisatoren ziehen ein positives Fazit des Festivals. Obwohl aufgrund der sommerlichen Temperaturen das Besucherergebnis mit knapp 1.100 Zuschauern etwas unter dem Ergebnis des Vorjahres lag, wurde dem Festival eine sehr hohe Qualität der Filmbeiträge bescheinigt. Auch waren knapp 50 Filmemacher persönlich angereist, um ihre Filme dem Publikum zu präsentieren. "In diesem Jahr waren Filmemacher zum Beispiel aus den USA, Israel, Brasilien, der Ukraine, Frankreich und Italien vor Ort, um mit den Zuschauer in den Dialog zu treten und sich auch untereinander zu vernetzen", freut sich Festivalleiter Langewitz. "Damit haben wir unser Ziel, eine Plattform für das unabhängige Low- und No-Budget-Filmschaffen weltweit zu schaffen, auch in diesem Jahr erreicht!"

www.independentdays.de
www.schauburg.de

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