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Gurr: Zwischen Girlie-Charme und Punkrock-Attitüde

Dass es Bands, die nachmittags auf einer Festivalbühne stehen, nicht gerade leicht haben mit "ihrem" Publikum, verwundert nicht. Wenn dann auch noch dicke Gewitterwolken aufziehen, ist der Gig meist gelaufen. Das war ähnlich, als Gurr, Kritikerlieblinge aus Berlin, am Samstag um 16 Uhr die Karlsruher Festbühne betraten - aber eben nur fast.

Gurr, das sind die beiden Musikerinnen Andreya Casablanca und Laura Lee, die irgendwann mal beschlossen haben, dass deutsche Popmusik nicht immer gleich klingen muss. Diesen Sommer beweisen sie genau das auf zahlreichen Festivals in ganz Europa.

Das Fest Gurr
Bild: Tim Carmele

Zu "Hot Summer" gibt es selbstbemalte Wasserbälle

Auch wenn das Wetter alles andere als hot war und auch das Publikum sich nur schwerlich aufwärmen ließ, beweisen die Mädels unter anderem mit ihrer aktuellen Single "Hot Summer", dass sie nicht nur musikalisch was drauf sondern auch ne ordentliche Portion Humor und Selbstironie haben – wohltuend frech auf der großen, guten alten Festbühne. Pop, Punk, Garage – Schrammelgitarren vom Feinsten, so muss Festival sein. Unberechenbar, wild und ein bisschen anarchisch: "Die Veranstalter haben gesagt, wir sollen das Publikum nicht zum Wildtanzen animieren, aus Sicherheitsgründen", wunderte sich die Band und fügte an: "Setzt Euch einfach alle hin, dann springt auf und tanzt so wie ihr noch nie in Eurem Leben getanzt habt." Das spärliche Publikum macht mit und genießt den Moment der "totalen Anarchie".

Auch wenn die Publikumsreaktionen ansonsten zu wünschen übrig lassen, neue Bands wie Gurr tun dem leicht angestaubten Fest richtig gut – selbst wenn sie vielleicht nicht von jedem Festivalbesucher gleichermaßen verstanden werden: Zwei Mädchen mit Gitarren – ein Konzept, dass am Samstag vielen, vor allem männlichen, Festbesuchern nicht so richtig in den Kopf will, das aber auch in der Klotze mit viel Indie-Charme und Mädchenattitude richtig gut funktioniert hat.

Wenn es dann noch selbstbemalte Wasserbälle als Geschenk fürs Publikum gibt und die Band zum krönenden Abschluss "Helter Skelter" von den Beatles covert, dann ist das Festivalfeeling pur – egal, was die Wolken am Himmel sagen. Regen gab es übrigens erst in dem Moment, als Gurr ihren letzten Song ans Publikum gebracht hatten.

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Wann? 19. bis 21. Juli 2019
Wo? Karlsruhe - Günther-Klotz-Anlage
Tickets? 10 Euro pro Tag für Hügelbereich
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Kommentare (1)
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  •   BadenBerti
    (26 Beiträge)

    22.07.2018 12:19 Uhr
    2018
    Zitat von Ka-news Zwei Mädchen mit Gitarren – ein Konzept, dass am Samstag vielen, vor allem männlichen, Festbesuchern nicht so richtig in den Kopf will


    Wir leben im Jahr 2018! Gibt es wirklich noch Männer die sich daran stören, dass Frauen Gitarre spielen?
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