Karlsruhe Das Fest 2017: Curse überragt mit Wortgewandtheit auf Feldbühne

Curse ist für mich der beste deutsche Rapper überhaupt, da können sich vielleicht grad noch Kool Savas und Azad messen. Dementsprechend war ich natürlich begeistert, als das Booking bekannt wurde, und die Erwartungen waren hoch gesteckt.

Der Mann kommt auf die Bühne - und es brennt gleich die Hütte! Curse hat die Menge von Anfang an im Griff und kündigt gleich mal rotzfrech an, dass er auch ein paar Old-Schoold-Tracks spielen wird (man denke hier an seinen legendären Erstling "Feuerwasser") - sehr zu Freude des zahlreichen Publikums vor der Feldbühne, das ordentlich Lärm macht. Das Eis ist früh gebrochen!

Der Gig macht von Beginn an richtig Spaß, Curse und sein versierter DJ verbreiten gleich die coolen, deepen Beats, die sich alle wünschen, ein Fest für alle Rap-Fans. Den gebürtigen Mindener für seine schnellen Skills zu loben, bedeutet, die berühmten Eulen nach Athen zu tragen, der Mann ist einmalig, was Text und Stil betrifft, ein grandioser MC!

"Scheiß auf Regen!"

Zwischendurch gibt's auch mal einen Song von Buddy Gentleman, bevor mit "Warum nicht" der nächste Klassiker angerollt kommt, auch "Wir brauchen nur uns" überzeugt. Die regnerische Atmosphäre macht der stattlichen Crowd übrigens wenig bis gar nichts aus, strahlende Gesichter, gute Stimmung und Bouncen allerorten.

Aber Curse hat nicht nur Spaß anzubieten - er erinnert per melancholischem Track an einen viel zu früh an Krebs verstorbenen Freund, dem er eigens einen Song widmet, da wird's auch mal philosophisch. Ansonsten gilt: "Scheiß auf Regen!", der Mann kredenzt von ihm benannnte "alte Schinken" aus der "Feuerwasser"-Ära, "Hassliebe" ist und bleibt ein Höhepunkt.

Azad als Architekt des deutschen Rap

Zwischen dem großartigen Flow und Rap-Stakkato des Meisters wird auch an alte Weggefähren gedacht, Curse preist Dynamite Deluxe, Azad, Kool Savas, Dendemann und die Stieber Twins in den Rap-Olymp, bevor ihm die anwesende Jennifer Rostock-Frontfrau 'n Bierchen ausgibt. Es könnte die ganze Nacht so weitergehen ...

Aber irgendwann ist das schönste Konzert vorbei: "Was ist jetzt" ist ein spätes, emotionales Highlight, bevor ein kurzer Freestyle und "Wahre Liebe" die Show beenden. Also und zusammenfassend: Ein überragender Curse-Gig auf der Feldbühne - da kann sich die Hauptbühne schon mal warm anziehen!

 www.dasfest.de 

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Das Fest Karlsruhe: Programm, Line-up, Tickets und alle Neuigkeiten und Gerüchte immer aktuell auf ka-news.de
Wann? 20. bis 22. Juli 2018
Wo? Karlsruhe - Günther-Klotz-Anlage
Tickets? 10 Euro pro Tag für Hügelbereich
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