Karlsruhe Masterplan während Corona: "Kunst trotzt Abstand"

Das Kunstministerium Baden-Württemberg hat einen Masterplan Kultur „Kunst trotzt Abstand“ veröffentlicht, welcher auf die Dringlichkeit einer schrittweisen Öffnung des Kulturbetriebs eingeht: "Gerade in dieser gesellschaftlichen Krisensituation fehlt die Kultur mit ihren Möglichkeiten und Angeboten." Eine Balance zwischen Gesundheitsschutz und öffentlichem kulturellem Leben gelte es auszugestalten, heißt es darin.

Mit der Öffnung der Bibliotheken und Archiven sowie der Museen und Ausstellungshäuser wurden in den letzten Wochen erste Schritte der Lockerung unternommen und Erfahrungen im Umgang mit Abstands- und Hygienemaßnahmen im Kulturbereich gesammelt.

Parallel dazu waren viele Kulturschaffenden mit vielfältigen digitalen Programmen online präsent und haben dadurch auch neue Publikumsgruppen angesprochen.

Um jetzt weitere Öffnungsschritte möglich und das kulturelle Leben wieder analog für die Gesellschaft zugänglich zu machen, hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst den Masterplan "Kultur BW | Kunst trotz Abstand" zu Öffnungsperspektiven & Unterstützung in Corona-Zeiten aufgelegt. Der Masterplan fokussiert die notwendigen organisatorischen und finanziellen Schritte und beinhaltet die Aspekte "Unterstützungsprogramme – Öffnung mit Augenmaß – Fortführung Dialog | Kulturpolitik für die Zukunft". Dies sei nicht abschließend – es werde in den kommenden Wochen und Monaten weitere Aktualisierungen, Konkretisierungen und Ergänzungen geben müssen, in Abhängigkeit vom Verlauf der Pandemie.

Corona-Notprogramm für Kunst und Kultur

Mit einem Impulsprogramm "Kunst trotz Abstand", ausgestattet mit 7,5 Millionen Euro, sollen kulturelle Veranstaltungen gefördert werden, die trotz der aktuellen Beschränkungen und unter Einhaltung von Auflagen umgesetzt werden können. "Wir stellen uns vor, dass Kultureinrichtungen, Amateurvereine und Kinos dabei ganz eng mit freischaffenden Künstlern zusammenarbeiten, und werden vor allem die Künstlerhonorare fördern."

Öffnung mit Augenmaß: Kultur im Sommer 2020

Der Masterplan Kultur BW beschreibt notwendige Hilfen und Öffnungsszenarien für den Kulturbereich des Landes Baden-Württemberg. In einem ersten Schritt sind seit dem 20. April 2020 öffentliche Bibliotheken und Archive unter strengen Auflagen zum Infektionsschutz wieder geöffnet.

Seit 6. Mai 2020 haben Museen, Freilichtmuseen und Ausstellungshäusern die Möglichkeit, wieder zu öffnen. Die meisten staatlichen Museen haben seit dem 12. Mai wieder für das Publikum geöffnet. Für die Museen wurde im engen Dialog mit den Landesmuseen und dem Museumsverband Baden-Württemberg Hinweise für den täglichen Betrieb, den Schutz der Beschäftigten und des Publikums erarbeitet. Auch Führungen und museumspädagogische Angebote für Kleingruppen bis 4 Personen seien bereits möglich.

Im Bereich der Theater, Bühnen, Soziokulturellen Zentren, Konzerthallen und anderen kulturellen Veranstaltungsorten ist in den kommenden Wochen ebenfalls eine stufenweise Öffnung geplant. Dabei müssen die Bereiche vor, auf und hinter der Bühne berücksichtigt werden.

Kleine künstlerische Veranstaltungsformate mit weniger als 100 Beteiligten sollen ab 1. Juni 2020 wieder möglich sein, wenn die räumlichen Bedingungen das zulassen und die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsvorgaben zum Schutz des Publikums und der Mitwirkenden garantiert werden kann. Das können zum Beispiel Kammermusik, kleine Pop- oder Jazzkonzerte, Liederabende, Lesungen, Solistenauftritte, Theater- und Tanzaufführungen in kleiner Besetzung sein. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sollen  rechtzeitig in der Corona-Verordnung geschaffen werden.

Weitere Schritte zur Ermöglichung von Veranstaltungen sollen folgen. Für einen möglichen Spiel- und Vorstellungsbetriebs von Theater, Tanz und Musik sei es wichtig, dass der Probenbetrieb möglich ist. Ab sofort dürfe daher der Probenbetrieb mit mehr als fünf Personen für professionelle Theater, Orchester sowie Chöre unter Einhaltung strenger Sicherheitsmaßnahmen wieder aufgenommen werden. Zu den Sicherheitsmaßnahmen gehörten unter anderem:

  • die Notwendigkeit eines Sicherheitskonzepts für die Durchführung der Probenarbeit.
  • die Einhaltung der zum Infektionsschutz und Arbeitsschutz gebotenen Standards. Die jeweils aktuell geltenden Empfehlungen für den Proben- und Spielbetrieb der gesetzlichen Unfallversicherung (VBG) sind einzuhalten.
  • die Freiwilligkeit der Teilnahme an Präsenzproben für Angehörige sogenannter Risikogruppen.
  • Um den Schutz der Künstler zu gewährleisten, wird ein Verfahren mit regelmäßigen Corona-Test bei professionellen Ensembles geprüft. Einzelunterricht ist im Bereich der Amateurmusik analog zu den Regelungen möglich, die für öffentliche Musikschulen gelten. Proberegelungen für mehr als 5 Personen werden hier gemeinsam mit den Verbänden und Vereinen in einem nächsten Schritt entwickelt, sobald die Corona-Verordnung dies zulässt.
  • Kulturbetriebe, Theater und musikalische Ensembles brauchen Planungssicherheit. Das Ministerium hat deshalb am 5. Mai gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe und der Stadt Stuttgart die reguläre Spielzeit 2019/20 der beiden Staatstheater in Karlsruhe und Stuttgart abgesagt.

Damit wird bis zum Ende der aktuellen Spielzeit und bis 31. August das vorgesehene Programm nicht wie geplant stattfinden. Diesem Vorgehen sind andere Theater bereits gefolgt. Programme außerhalb des ursprünglich geplanten Spielplans werden auch an diesen Häusern möglich sein.

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