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Karlsruhe Holi Color Open Air in Karlsruhe: Leider geil!

Warum bewerfen sich junge Menschen mit Farbbeuteln? Wo ist der Sinn hinter den Holi-Festivals, die wie eine bunte Welle über Deutschland schwappen? Ganz einfach: Es gibt keinen - und umso mehr Spaß machte die Veranstaltung auf dem Gelände der Neuen Messe am Sonntag in Karlsruhe. Die vielversprechenden Bilder vom Farbfest, die seither im Internet kursieren hielten ihr Versprechen: Fast schon übertrieben gut gelaunte Menschen und Buntpulver soweit das Auge reichte. Marie Wehrhahn war dabei.

Gefühlte Dutzend Male wurde das Holi Color Open Air in Karlsruhe verschoben - Grund war die "Gutes-Wettter-Garantie", mit dem die Veranstalter werben. Im Nachhinein ist einleuchtend warum: Sah man während des Festivals noch schön bunt, quasi wie ein menschlicher Regenbogen aus, erschrak man abends unter der Dusche, welch eine Brühe da eigentlich im Abfluss landete. Die mit Wasser verdünnte Misch-Farbe sah nun aus wie grün-brauner Schimmel oder ein zehn Jahre alter Tuschkasten im Kunst-Unterricht.

Farbe in Gesicht, Haaren und Lunge

Fast zehn Stunden standen die Tore des Holi-Fests am Sonntag offen - etwa stündlich kündigte sich der Countdown für die nächste Schlacht an: "...und Null!" schrien die DJs als Abwechslung zu ihrem Diskomusik-Programm von der Bühne - Jubelschrei und Luftsprung, dann wurde es für einen winzigen Moment still im Publikum, in den Händen aufgerissene Farbbeutel. Pinkes, grünes, gelbes sowie orangenes Pulver stieg in den azurblauen Himmel - Farbnebelschwaden verdunkelten die Umgebung für wenige Sekunden, bis sich die Luft, die in ein fahles Grau-Grün getaucht war, wieder aufklärte. Wenn man Glück hatte oder seinen Mundschutz trug, blieb die Lunge vom Pulver verschont - die ständig wiederholte Anweisung "Luft anhalten" hatte also doch ihre Berechtigung. Nach wenigen Sekunden legte sich jedoch jegliches unangenehme Gefühl in Rachen, Augen und Nase - Wasserstationen und Gute-Laune-Beschallung machten es möglich.

Trotz des Hypes, der um das Farbfestival gemacht wird, verschlug es überraschend wenig Feierfreudige auf das abgesperrte Feld der Neuen Messe in Rheinstetten. Vielleicht liegt es daran, dass es fast schon zu viele Termine und Holi-Veranstaltungen für ein Bundesland, beziehungsweise eine Region gibt. Jede kleinere Stadt soll im Sommer bunt werden - in Karlsruhe ist sogar ein zweites Festival für den Spätsommer geplant. Auch Kritik über die kommerzielle Vordergründigkeit des nun in Deutschland gefeierten, ursprünglich spirituell-geprägten Festivals aus Indien, ist berechtigt und findet immer wieder Platz in Internetforen. Nichtsdestotrotz ist ein Besuch des Holi-Festes vor allem für Hobbyfotografen und Neugierige zu empfehlen - für die feierwütige Jugend sowieso. Man muss ja schließlich alles einmal ausprobiert haben! Und so bleibt angesichts vieler Streitpunkte und einem Tag mit Farbpulver in Gesicht, Haaren und Lunge zu sagen: Farbbeutel-Schlacht? Leider geil.

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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (91 Beiträge)

    26.07.2013 14:09 Uhr
    Kommentare
    Oftmals ist das Lesen der Kommentare viel unterhaltsamer, als der Artikel selbst (nichts gegen den Artikel!) zwinkern
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  •   Waterman
    (6588 Beiträge)

    10.07.2013 07:53 Uhr
    Vorschlag für neues "eenfach nur geiles" Fest
    Tomatenschlacht
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    11.07.2013 00:32 Uhr
    Dazu hab
    ich ne lustige Geschichte, natürlich Bundeswehr:

    Wir lagen in der Grundausbildung zu acht auf der Stube. Einer war Frühaufsteher und ist sofort um 0445 beim Pfiff aus dem Nest gesatzt, in den Waschraum gegangen und hat beim Rausgehen das Licht angemacht. Das war die Initialzündung zu einer tiefen Feindschaft in den ersten zwei Wochen, obwohl das grade der Schwarzwälder war, den ich als ersten Rekruten im Karlsruher Hauptbahnhof kennengelernt hatte der das selbe Ziel hatte wie ich.
    Dann waren wir des abends beim Vesper, ich hatte unter anderem eine Tomate und ein kleines Tellerchen mit Senf drauf. Wir sassen uns gegenüber, natürlich kein Wort gesprochen. Auf einmal langt der über den Tisch und nimmt mir meine Tomate weg.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    11.07.2013 00:38 Uhr
    He,
    das ist meine Tomate!

    Er: Ok, wenn das deine Tomate ist willst du sie doch sicher in deinem Senf haben - und drückt meine Tomate in den Senf...
    Ich: Jetzt will ich sie nicht mehr - und werf sie ihm vor die Brust...

    Wir sind gleichzeitig losgehechtet und in der Tischmitte zusammengeprallt. Das nachfolgende Gemetzel hatte offensichtlich einen hohen Unterhaltungswert.
    Irgendwann haben wir gelacht, mussten natürlich die Sauerei aufputzen und waren fortan beste Freunde. Noch viele Jahre danach hatten wir Kontakt, leider abgebrochen.

    Das Licht hat er übrigens morgens nicht mehr angemacht. grinsen
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  •   lifeisalemon
    (10 Beiträge)

    10.07.2013 00:42 Uhr
    Und...
    ... was hat das mit dem indischen Feiertag zu tun?

    Nichts ausser hießiger Dummheit und Profitgier.

    Hauptsache Party egal warum. Zum Kotzen.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (91 Beiträge)

    26.07.2013 14:01 Uhr
    Und
    wem das Leben eine Zitrone ist und offensichtlich bitter und sauer aufstößt, der erkennt evtl. tatsächlich nicht, dass dieses Festival nichts außer der 'LEBENSFREUDE', die mit der Teilnahme sowohl in Deutschland, als auch in Indien ausgedrückt wird, 'zu tun' hat.

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - es ist für jeden etwas passendes dabei! grinsen
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  •   sorry55
    (831 Beiträge)

    09.07.2013 16:44 Uhr
    und wer fragt nach
    den Anwohner von Forchheim, Mörsch und vor allem dem Silberstreifen? Den ganzen Sonntagnachmittag und Abend bis 22 Uhr den ständigen Bass und das ständige bumbum. Nur weil sich ein paar mit Farbe beschmieren wollen ist kein Sonntag mit solch einem Lärm erforderlich. Freiheit und jeder kann von mir aus machen was er will, aber nur so lange wie er einen anderen in seiner Freiheit nicht einschränkt.
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    unbekannt
    (91 Beiträge)

    26.07.2013 14:06 Uhr
    Und wer fragt
    Anwohner von Schützenfesten, Dorfhocks, Weinfesten, Trachtenkapellenfestivals, dem Musikantenstadl und anderen Veranstaltungen, die musikalisch 'bereichert' werden, nach ihrer wohlgefälligen Meinung oder achtet ihre Sonntagsruhe?
    Ein wenig Toleranz allem und jedem gegenüber macht auch Basslärm am Sonntag erträglich.
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  •   Propagandahilfskraft
    (1824 Beiträge)

    09.07.2013 11:46 Uhr
    Dienstleistungsgesellschaft ...
    ... ist das Zauberwort. Die Bevölkerung hat immer weniger Anteil an den Erlösen der produzierten Waren und man versucht über mehr oder weniger sinnvolle Angebote von Dienstleistungen und Events an die Kohle der Menschen zu kommen. Jeder bewirft den anderen mit Farbbeuteln, schneidet ihm die Haare oder lackiert die Fußnägel und so hat dann jeder ein Einkommen. Im Winter könnte man in großen und leerstehenden Gewerbeimmobilien Indoor-Holis abfeiern. Das ist der Dienstleistungsmarkt der Zukunft. Nur Ewiggestrige können das wahre Potential nicht erkennen.
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  •   melotronix
    (3480 Beiträge)

    09.07.2013 08:09 Uhr
    ....
    ach ihr Miesmacher...Hauptsache dumm gebabbelt! Was für n Steckenpferd!!!!!
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