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Karlsruhe Kunstmessenschatz: Start der "art Karlsruhe" 2010 übertrifft alle Erwartungen

Kunst ist eine stabile Währung. Das belegte bereits der Preview-Mittwoch zur siebten "Art": Es strömten über 11.000 Interessenten für Klassische Moderne und Gegenwartskunst aufs Gelände der Karlsruher Messe.

Am frühen Nachmittag hätte Messekurator Ewald Karl Schrade noch mehr Zugänge zu den Hallen einrichten können, ein derart starker Andrang herrschte. Den überaus gelungenen Auftakt spiegelte gleichermaßen die Zahl von über 120 Journalisten zur Pressekonferenz.

Auch die ersten Umsätze erfreuten. Bei der Galerie Ludorff, Düsseldorf nahm ein Sammler sogleich eine Berliner Straßenszene des virtuosen Impressionisten Lesser Ury aus dem Jahr 1925 für 300.000 Euro mit. Neben den Werken aus dem Spitzensegment vermittelten die Kunsthändler am ersten Tag gemäß der Messetradition mit Erfolg auch im moderateren Bereich. Der Berliner Georg Nothelfer verstand es, einen Interessenten für einen 30.000 Euro teuren Armando, "Waldrand" (1983), zu begeistern.

Am Stand der Karlsruher Galerie Supper addierte sich der Umsatz auf über 60.000 Euro mit Arbeiten von Roland Schauls, Andreas Wachter und Monika Thiele: "Wir wollen unsere Künstler aufbauen, und es ist schön, wenn es wie hier funktioniert", beschreibt der Galerist Dirk Supper, der von Anfang an auf der "Art" dabei ist und regelmäßig beste Ergebnisse erzielt.

Eine "Schwarze Null" bescheinigte die Sprecherin der Geschäftsführung, Britta Wirtz, der Karlsruher Messe und Kongress-GmbH. Nicht zuletzt deshalb und wegen des enormen Zuspruchs der Öffentlichkeit sei diese internationale Veranstaltung das Flaggschiff der Hauses. Das Gütesiegel vergab die Ankaufskommission der Bundesrepublik Deutschland. Acht Experten begutachteten das Angebot.

Zudem schickte das Land Baden-Württemberg seine Kommissionäre, um den öffentlichen Kunstbesitz zu vermehren. Baden-Württemberg stärke die Förderung der bildenden Kunst, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dietrich Birk. Daher beabsichtige das Land für zeitgenössische Kunst und Kunstschaffende in den kommenden zwei Jahren zusätzlich zu den bereits veranschlagten Mitteln weitere 1,5 Millionen Euro für Ankäufe und deren Präsentation bereitzustellen. Die Mittel sollen einzig dem Erwerb von 60 Kunstwerken dienen. "Es ist wichtig, dass die Kunst- und Kulturszene die Krise bewältigt", begründete Birk im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Messe das Engagement und lobte die positive Entwicklung der "Art".

Die zahlreich angereisten Künstler ermöglichen neben direkter Tuchfühlung mit den Werken vertiefende Einblicke und spannende Gespräche. Beispielsweise besuchte der 95-jährige Karl Otto Götz, ein Hauptvertreter des Informel, den Stand der Stuttgarter Galerie Schlichtenmeier. Und etliche junge Künstler, etwa Anja Ganster (bei Cerny + Puff, Wiesbaden), erläuterten zur Eröffnung ihre Arbeiten. Ganz nebenbei zeigten auch Prominente des Betriebs, zum Beispiel Markus Lüpertz, ihr Interesse an der Karlsruher Messe.

Auf der "Art", die noch bis kommenden Sonntag, 7. März, zu erleben ist, gibt es nicht nur Käufliches: Beispielsweise können sich die Besucher auf der Museumsmeile am Stand der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, dem Literaturhaus im Prinz-Max-Palais oder beim ZKM über die Aktivitäten der öffentlichen Häuser informieren.

www.art-karlsruhe.de

 
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    unbekannt
    (1 Beiträge)

    05.03.2010 12:51 Uhr
    Kunstmesse Art
    Bin Kunstinteressiert, aber 16 € Eintritt für einen Normalsterblichen? Sogar für mich arbeitendes Volk zu teuer. Schade, dass uns Hobby-Künstlern so der Weg zu den Profis erschwert wird. Hier scheint sowieso nur der zu zählen, der das nötige Kleingeld für den Kauf eines Werkes hat.
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