Karlsruhe "Zeltival" 2018: Legenden, Afrika und starke Frauen

Man freut sich jedes Jahr aufs Neue, wenn das "Zeltival" seine (programmatischen) Pforten öffnet. Am heutigen Mittwochvormittag war Pressekonferenz im Tollhaus.

Das "Zeltival" gibt es 2018 nunmehr zum 24. Mal in 34 Jahren, seit 1997 durchgehend. Auch dieses Jahr hat man sich seitens des Tollhaus einige Künstlerwünsche erfüllen können, allen voran natürlich die Verpflichtung von Gitarren-Held Jeff Beck - der Abverkauf der Tickets ging so schnell vonstatten, dass man bald das Gütesiegel "Ausverkauft" verkünden durfte/musste.

"Es ist schon verblüffend, dass dieser Künstler, der sonst nur in 'großen' Städten auftritt, zu uns ins Tollhaus kommt. Das zeigt, dass Karlsruhe keine so schlechte Stadt für solche Musiker ist", so Tollhaus-Geschäftsführer Bernd Belschner. Auch die Engagements von Melody Gardot und E-Street-Band-Gitarrist Little Steven hauten in die gleiche Kerbe.

Belschner informierte die Presse, dass man früher als sonst mit dem "Zeltival" beginnt, denn: man wolle, so Belschner leicht verschmitzt, das "Festival nicht gegen den WM-Fußball" antreten lassen. Auch werde man 2018 situationsbedingt einige kleine programmatische Pausen einlegen.

"Bei Kapazitäten ist Karlsruhe nicht konkurrenzfähig!"

Belschner gab sich übrigens offen, als es um die Konzertsituation in der Fächerstadt ging: "Was (Zuschauer-)Kapazitäten und Gagen angeht, ist Karlsruhe nicht konkurrenzfähig!" Deutliche Worte, die man in der Fächerstadt viel zu selten hört! "Es besteht in Karlsruhe ein großes Bedürfnis nach außergewöhnlichen Pop- und Rockkonzerten, für die es in einer Kapazität von über 1.500 Plätzen einfach keine geeigneten Spielstätten gibt!"

Dass das "Zeltival" auch Künstler verpflichten kann, die andernorts vor wesentlich größeren Auditorien spielten, sei der besonderen Atmosphäre und dem engagierten Team des "Zeltival" zu verdanken, die sich (wohl) mittlerweile bei Künstlern und Agenturen herumgesprochen hätten.

Von links nach rechts: Johannes Frisch, Bernd Belschner und Sebastian Bau vom Tollhaus
Von links nach rechts: Johannes Frisch, Bernd Belschner und Sebastian Bau vom Tollhaus | Bild: tfr

Man hat auch in diesem Jahr - wie schon gewohnt - (inter-)nationale, bekannte Acts und auch interessante Neuentdeckungen im Programm versammelt, und es gab erfreulich viele Zusagen. "Das Line-Up ist so exquisit", sagt Bernd Belschner, "dass es geradezu schade ist, dass wir nicht im Jubiläumsjahr 2019 sind."

Dass dabei die Eintrittspreise im bundesweiten Vergleich trotz eingeschränkter Kapazität an der unteren Kante gehalten werden könnten, sei indes Verdienst der günstigen Produktionsbedingungen des "Zeltival", da die Infrastruktur, anders als bei anderen Festivals, durch das Tollhaus zur Verfügung steht und als weitaus größter Posten die Künstlergagen zu finanzieren sind.

Programm liest sich wie Jubiläumsprogramm

Wir haben unseren Lesern ja bereits jene Acts vorgestellt, die ka-news 2018 beim "Zeltival" präsentiert - aber natürlich gibt es auch noch andere interessante Künstler beim diesjährigen Tollhaus-Festival. Als da wären wie jedes Jahr die Top-10-Reihe mit Neuentdeckungen zum moderaten Preis. Auch Stammgäste wie beispielsweise Shantel, Pippo Pollina (mit Werner Schmidbauer und Martin Kälberer) oder Calexico dürfen beim Karlsruher Festival nich fehlen.

Zu erwähnen sind auch (nach Kreativpause) Gisbert von Knyphausen und die britischen Indie-Rocker Maxïmo Park. Allmählich werden laut Tollhaus auch die Karten für die Auftritte von Melody Gardot, für Lumpenpack und das Projekt "Süden" mit Werner Schmidbauer, Pippo Pollina und Martin Kälberer knapp.

Gisbert von Knyphausen
Gisbert von Knyphausen | Bild: ps

Ein erster wichtiger, programmatischer Schwerpunkt 2018 sei, dass der Fokus wieder vermehrt auf (starke) Frauen gerichtet wird. Die Situation sei in diesem Jahr mit den Verpflichtungen bespielsweise von Fatoumata Diawara (eröffnet auch das "Zeltival"), Yael Deckelbaum & The Mothers, La Dame Blanche und Melissa Laveaux wieder neu akzentuiert.

Der zweite Schwerpunkt ist (das musikalische) Afrika. Highlights werden sein die westafrikanische Tuareg-Band Imarhan, die senegalesische Afro-Hip-Hop-Formation Daara J Featuring Faada Freddy, Ladysmith Black Mambazo und die junge, (gebürtig) südafrikanische Singer/Songwriterin Alice Phoebe Lou. Hier geht's zum kompletten und wunderbaren "Zeltival"-Programm!

Kurz zu den Zahlen: Die "Zeltival"-Kosten belaufen sich 2018 auf rund 750.000 bis 800.000 Euro, man hoffe seitens der Macher auf mindestens 20.000 Besucher, bei 21.000 bis 22.000 wäre man sehr glücklich! Der Vorverkauf sei sukzessive gut gestartet, über 10.000 Tickets sind bereits verkauft.

Top-10-Angebote und das bewährte Sparpreispaket

Was die Preisgestaltung des "Zeltival" 2018 angeht, so bewegt man sich auf bekannten Pfaden: Man wolle die Eintrittspreise "so tief wie möglich" halten, zudem gibt es auch in diesem Jahr die Top-10-Angebote und das bekannte und bewährte Sparpreispaket.

Zum Finale: Ein Pfund des "Zeltival" und "echter Pluspunkt" ist seit jeher der wunderbare Außenbereich, und doch, so Tollhaus-Mitarbeiter Sebastian Bau, sei man stets bemüht, die Atmosphäre und das Ambiente "spannend und kreativ" für die Besucher zu bewahren, neue Ideen anzubieten.

Termin: 29. Juni bis 5. August, Tollhaus, Karlsruhe

www.tollhaus.de
www.zeltival.de

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