Karlsruhe Tobys Kultur-Tipp: Die Karlsruher Band Reindeers hat ihr erstes Studioalbum "Still Up" releast

Jeden Freitag gibt's eine kräftige Dosis Kultur, verabreicht von ka-news.de-Kulturredakteur Toby Frei, und zwar in der Kolumne "Kultur-Tipp". Heute: Reindeers sind die beste Rock'n'Roll-Band mindestens der Region. Punkt. Jetzt hat das stilsichere Quintett sein erstes Studioalbum "Still Up" veröffentlicht - und dieses macht so richtig Spaß!

Liebe Rock'n'Roll-Fans!

Ich liebe ja diese typische Fifties-/Sixties-Atmosphäre, welche diese Truppe umgibt, atmet und verströmt.  Man fühlt sich zeitversetzt, im besten Sinne, dieser Rockabilly-Style ist einfach schweinecool!

Apropos cool: "Still Up" beherbergt satte 14 Titel, eine durchaus stattliche Ausbeute für eine reguläre Scheibe. Aber die Jungs wollen ja zeigen, was sie können. Das Charmante ist: neben Covers gibt's gleich vier eigene Stücke, das ist herauszuheben bei einer veritablen Coverband.

Frontmann Philipp Elias ist ein echtes Pfund!

Natürlich schauen immer wieder Elvis, die Beach Boys, Buddy Holly und Roy Orbison um die Ecke, selbstredend. Aber auch die Vitalität der Stray Cats um Brian Setzer kommt zu ihrem Recht. Mit Frontmann Philipp Elias haben Reindeers ein echtes Pfund an Bord, da sitzt jeder Ton und Hüftschwung.

Die instrumentale Fraktion steht dem aber in nichts nach. Es ist seelenschmeichlerische Musik, welche die Karlsuher da präsentieren - man hat das Gefühl, Reindeers spielen sich so richtig warm, je länger die Albumreise dauert.

Reindeers
Reindeers | Bild: ps

Kommen wir zum musikalischen Teil der Rezension: "Halbstark" ist ein deutscher Semi-Klassiker und macht kurz und knackig Laune, genau wie die knuffige "Motorbiene". Es sind gefällige Nummern und schöne Melodien, die Reindeers auf "Still Up" kredenzen, das Album swingt bisweilen wunderbar vor sich hin. Man merkt: diese Platte macht (auch den Künstlern) einfach Spaß. So soll es ja auch sein!

"I Got A Woman" ist ein schöner Shuffle und ein wirklich gelungener Song, man merkt, dass hier Profis und versierte respektive erfahrene Musiker am Start sind. Reindeers bleiben über Albumlänge bei ihren Leisten, dies im positiven Sinne. "I Want To Hold You" kommt dann im Walzertakt daher, folgend in der Speed-Version, gefallen kann der Track in beiden Geschwindigkeiten.

"Tainted Love" kommt mit viel Stilwillen

Was mir bei fast allen Tracks besonders positiv auffällt: Zackige Rockabilly-Gitarren durchschneiden immer wieder mit schönen kleinen Licks die Stücke, passend zur durchaus bewusst und reduziert gehaltenen Musik.

Zum Schluss gibt's dann noch "Tainted Love", ein Klassiker ursprünglich aus den frühen 1980ern und  eine schöne, popmusikalische Geste der Reindeers: charmant, sehr charmant, mit ganz viel Stilwillen eingespielt. Klasse, ein tolles Finale! Und macht die Sache beziehungsweise die Scheibe so richtig rund. Well Done, (Teddy-)Boys!

Leider wird dies vorerst der letzte Kultur-Tipp sein. 

Ich wünsche unseren Lesern ein schönes Wochenende!

Ihr Toby Frei

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