Karlsruhe Theater und mehr: Sandkorn-Macher sehen sich auf gutem Weg!

Im August 2017 meldete das Sandkorn-Theater nach 61 Jahren künstlerisch produktiven Jahren Insolvenz an - dies schien das Aus einer "wichtigen Säule" der Karlsruher Kulturlandschaft zu sein. Doch falsch gedacht!

Es fanden sich vier Herren, die das Ende der traditionsreichen Institution so nicht hinnehmen wollten: Ullrich Eidenmüller, Günter Knappe, Erik Rastetter und Martin Wacker gründeten alsbald eine neue Gesellschaft, die seitdem große Unterstützung findet. Jeder der vier Gesellschafter/Gründer hat dabei seine ganz individuelle Bindung zum Sandkorn, dies in verschiedenen Funktionen. Erik Rastetter fungiert als Künstlerischer Leiter, während Günther Knappe den Posten des Kaufmännischen Leiters bekleidet.

Bei einer Pressekonferenz lieferte das Quartett eine Art "Status Quo" der Entwicklung und aktuellen Situation der Einrichtung. Martin Wacker sprach von einem "kleinen Wunder", dass sich die Dinge so toll und erfolgreich entwickelt hätten, man könne das Engagement des gesamten Teams nicht hoch genug schätzen. Und eine eher schmerzliche Erkenntnis sprach dann Wacker auch deutlich aus: "In der Not erkennt man Freunde".

Eidenmüller: Kulturelle Vernetzung wichtig!

Ullrich Eidenmüller betonte dann die Wichtigkeit der kulturellen Vernetzung vor allem der Weststadt, hier seien als Leuchttürme das ZKM, Prinz-Max-Palais und die Hemingway Lounge zu nennen, die Stärkung einer kulturellen Westachse sei das Ziel. Wacker dazu: "Das Sandkorn ist aus Karlsruhe nicht wegzudenken, ja, Karlsruhe braucht das Sandkorn!"

Lange sei nicht genug getan worden, im Gegensatz beispielsweise zum Engagement im Karlsruhes Osten (Stichwort Alter Schlachthof). Der Westen sei rein kulturell sanierungsbedürftig, machte der ehemalige Kulturbürgermeister deutlich, das Theaterhaus solle "DAS Kleinkunstzentrum im Westen" sein.

Die Sandkorn-Theater hat sich nach viel Arbeit wieder zu einem echten Kleinod entwickelt, die Fabrik strahlt im neuen Glanz, während das Studio noch eine kleine Baustelle ist. Aber auch hier ist man optimistisch, so der Künstlerische Leiter des Sandkorns, Erik Rastetter. In der Fabrik finden übrigens 164 Besucher Platz, im Studio knappe 100. Den Startschuss des neuen Spielplans machte am vergangenen Sonntag ein "Elvis Christmas Special" - mit großem Erfolg, wie man hört!

Für 300 Euro wird man Stuhlpate!

Die Fakten: Das Sandkorn wird rundum erneuert, und das nicht nur inhaltlich-programmatisch, sondern auch im Wortsinne. Eine schöne Sache ist: Man kann Stuhlpate werden! Wer eine Patenschaft übernehmen will, meldet sich via Mail an stuhlpate@das-sandkorn.de. Für 300 Euro bekommt ein Stuhl (optional) den Namen des Paten, der damit zeigt, wie eng verbunden er mit dem Sandkorn-Theater ist. Übrigens: Damit man bequem sitzen kann, wird die Bestuhlung sowohl in der Fabrik im Erdgeschoss als auch im Studio (1. OG) komplett erneuert.

Ein Patenschaftsstuhl im Sandkorn
Ein Patenschaftsstuhl im Sandkorn | Bild: Jonathan Hiller

Was den Sandkorn-Machern wichtig ist: Man lege weiterhin großen Wert darauf, eine "soziale Schnittstelle" zu sein, Projekte wie das Inklusionsprojekt Die Spinner! oder den hauseigenen Jugendclub wolle man ergo unbedingt beibehalten. Zudem tut sich auch programmatisch einiges.

Ein leuchtendes Beispiel wäre das Sandkorn-Silvester. Der Klassiker "Dinner For One" ist bereits ausverkauft, was natürlich auf eine Weise ein Erfolg ist, wenn auch für Zuspätgekommene ein bisschen schade. Aber: Der vielfach prämierte Markus Kapp ist mit seinem Programm "Wir schweifen App" auf dem Silvester-Spielplan, "Macho Man" mit Torsten Eikmeier ist auch geplant.

Das Sandkorn - Theater und mehr!

Zudem startet der Spielplan am 10. Januar des kommenden Jahres, gegeben wird leicht augenzwinkernd das Sandkorn-Kabarett namens "Wir schaffen das!", welches um 19.30 Uhr Premiere hat. Was weiterhin gilt: Das Sandkorn hat gemeinsam mit den beiden Bühnen Jakobus-Theater und marotte Figurentheater seine Heimat im Theaterhaus. Sowohl auf organisatorischer als auch künstlerischer Ebene werden neue Wege der Zusammenarbeit beschritten. Das Fazit und die Aufbruchsstimmung bleibt: Das Sandkorn und die Idee dahinter lebt!

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