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Karlsruhe The Voice Of Germany versus DSDS: Es ist nicht mal derselbe Sport!

"The Voice Of Germany" (TVOG) und "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS): Kann und darf man das vergleichen? Man kann. Und sogar eine dezidierte Meinung haben. Eine TV-Kritik von Toby Frei.

Aus Anlass, dass die letzte Staffel von TVOG gerade erfolgreich zu Ende ging und die neue Staffel von DSDS in den Startlöchern steht, darf man mal einen kritischen Vergleich ziehen. Beide Shows erheben ja für sich den Anspruch, Deutschlands Nummer-Eins Musik-Format zu sein. Aber nur eine hat das Recht dazu. Das ist The Voice! Denn: Obwohl es bei beiden vordergründig um Musik geht, sind die System-Unterschiede eklatant.

Sieger Samuel Rösch
Samuel Rösch freut sich nach seinem Sieg in der Castingshow "The Voice Of Germany" 2018. | Bild: Jörg Carstensen

Das Finale von The Voice hat noch einmal die Stärken des Formats gezeigt, bis auf ein paar kleine Schwächen eine mehr als passable, ja wunderbare Sendung. Die Kandidaten (und der verdiente Sieger Samuel Rösch) können eben singen, das ist nun mal die Essenz und die DNA einer derartigen Sendung - und muss es auch sein. Natürlich ist da auch Business-Lametta dabei, aber hey, Show bleibt natürlich Show, wir reden hier ja nicht vom Literarischen Quartett!

Max Giesinger
Max Giesinger bei Das Fest 2016 - auf der Hauptbühne! | Bild: ONUK

Bald "The Voice Senior" in der Show-Familie

TVOG ist künstlerisch gesehen erste Sahne, auch wenn manches Talent (analog zum schauspielerischen  Over-Acting) zum Over-Singing neigt, aber grundsätzlich ist das echte Sangeskunst - der Claim "Die besten Stimmen Deutschlands" findet hier seine musikalische Entsprechung! Übrigens gehören zur Show-Familie "The Voice Kids" und (bald und nach den Regeln des Geschäfts logischerweise auch) "The Voice Senior". Man will die Kuh melken, so lange sie Milch gibt, da ist nichts Verwerfliches dran.

"The Voice of Germany" - Finale
Max Giesinger hat zwar die erste Staffel von "The Voice Of Germany" nicht gewonnen. Trotzdem ist der Waldbronner sehr erfolgreich im Musikgeschäft unterwegs. | Bild: Jörg Carstensen (dpa)

Kommen wir zum Sorgenkind des deutschen Casting-TV: Der Titel "Superstar" ist - bei aller Liebe - nur noch hohles Schmückwerk, nach so langer Laufzeit eine Auszeichnung ohne Esprit und Inhalt. Die Sendung produziert (mit seltenen Ausnahmen) nur noch künstlerische Eintagsfliegen - geradezu eine Zwangsläufigkeit bei diesem Qualitätslevel. Man sollte fair bleiben, es gibt auch bei DSDS Ausreißer nach oben. Die Schwächen aber liegen auf der Hand.

DSDS ist die künstlerische Resterampe der Branche

Die Kandidaten werden outfit-technisch zu peinlichen, überladenen Weihnachtsbäumen umgemodelt, auf deutsch, sie verkaufen ihre Seele und den eigenen Stil für die (frei nach Andy Warhol) berühmten 15 Minuten Ruhm. Wir reden hier von übelsten Glitzer-Klamotten und modischen Faux-Pas vom Feinsten! Übrigens: In der neuen DSDS-Jury sitzen der Karlsruher Pietro Lombardi und Xavier Naidoo, daneben standesgemäß Dieter Bohlen - das verspricht ja heiter zu werden ...

Mert Kurs - DSDS Kandidat aus Karlsruhe
Der Karlsruher Mert Kus war in der 15. Staffel bei DSDS dabei, die Anfang 2018 ausgestrahlt wurde. Er kam bei der Castingshow in den Recall. | Bild: Screenshot RTL now

Dass Bohlen Erfahrung hat, steht außer Zweifel, der Zenit des so titulierten Pop-Titans ist aber definitiv überschritten, er kopiert sich leider nur noch selbst. Fazit: The Voice ist eine inhaltlich starke und zugleich sehr unterhaltsame Show, DSDS hingegen (mit einem kleinen Augenzwinkern) die künstlerische Resterampe der Branche. So leid es mir tut, das ist die traurige Wahrheit. Die beiden Formate spielen nicht in der gleichen Liga, nein, es ist nicht mal derselbe Sport!

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Kommentare (11)
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  •   felino
    (330 Beiträge)

    19.12.2018 13:14 Uhr
    das stimmt so leider nicht
    am ende des Tages muss man das künstlerische Talent der Teilnehmer jeder Show an deren Erfolg messen. Denn das ist ja Sinn der Sache: Profi zu werden, von der Kunst leben zu können. Beide Shows habe aber leider in den letzten Jahren kaum noch erfolgreiche Stars hervorgebracht - und auch TVOG kann nicht ewig von Max Giesigner zehren.
    Wer erinnert sich denn noch an den Gewinner (egal welcher Show) vom Vorjahr, dem Jahr davor. Der einzige Unterschied ist: DSDS-Sternchen zieht es irgendwann mal zu VOX oder in den Dschungel, TVOG-Teilnehmer tauchen dann gerne mal beim ESC auf - beides kaum die Karriere, die man sich wünschen würde.
    Leider wird The Voice immer noch als "die echte Talentschmiede" verkauft, was Bullshit ist - die Sendung ist immer mehr zu Bühne der Selbstdarstellung für die Juroren geworden. Daran zu erkennen, dass die Pause zwischen den Talenten immer größer wird - und dementsprechend länger die unerträglichen Anekdoten, Witze, Sticheleien oder gar Ständchen.
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  •   Mili
    (1171 Beiträge)

    19.12.2018 09:14 Uhr
    Eines wie das Anderes...
    ist beides gequirlte Ka..e.
    Wie kann man sich so etwas nur reinziehen ?
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  •   Malaika
    (176 Beiträge)

    19.12.2018 08:25 Uhr
    Es sollte
    endlich mal Schluss sein mit diesen unsäglichen "Deutschland sucht..."Shows. Heraus kommen doch nur Eintagsfliegen, deren Bekanntheitsgrad spätestens mit der Neuauflage des Formats gegen Null geht. Diese singenden Bubis hören sich doch alle gleich an, nölende Stimme, gruselige Texte (...die Lippen blau vom Rotwein...), so nach dem Motto reim' dich oder ich fress' dich. Das alles aufgewärmt von Dauergrinsegesicht Bohlen, der mit dem "Winner" den x-ten Resterampenpromi kreiert, der dann nach der Teilnahme an der Tanzshow garantiert ins Dschungelcamp weitergereicht wird. Nein, aber nein danke!
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  •   Hagbart
    (58 Beiträge)

    18.12.2018 21:28 Uhr
    ...
    Diese freche Kolumne wurde ihnen präsentiert von Captain Obvious.
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  •   Hartz4Bomber
    (619 Beiträge)

    18.12.2018 20:46 Uhr
    Man kann von Bohlen
    halten was man mag, aber er weiß wie man aus Sch**** Pralinen machen kann.
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  •   amico
    (5 Beiträge)

    18.12.2018 19:41 Uhr
    Dsds
    Das sind reine Unterhaltungssendungen und haben mit Kunst überhaupt nichts zu tun. Da tummeln sich Talente die gut singen und/oder sich gut verkaufen lassen.
    Eigene Songs schreiben ist die Kunst. Wenn dann noch der Text sinnvoll ist und nicht nur, der Himmel ist blau, ich schenke dir ein Foto oder das rote Pferd und so ein Müll, kann man von Kunst sprechen.
    Leider hat ein recht hoher Prozentsatz der Menschheit wenig Verständnis für Kunst und will nur mitgröhlen. Ist ja OK, aber bitte nicht von Künstlern reden. Musik ist ja bekanntlich Geschmackssache wems nicht gefällt, ausschalten, so wie ich
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  •   mcclaney
    (1427 Beiträge)

    18.12.2018 15:43 Uhr
    ...
    Dem Einen oder dem Anderen künstlerischen Anspruch andichten zu wollen, ist ziemlich weit hergeholt. Welcher Act am Ende kommerziell erfolgreicher ist, würde die Frage nach der Daseinsberechtigung oder dem Zweck besser beantworten.
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  •   Der_Don_KA
    (6 Beiträge)

    18.12.2018 14:27 Uhr
    Die Idee mit einer Castingshow...
    ... für Bands wurde mehreren Produktionsfirmen vorgelegt und als nicht sendetauglich klasifiziert ... Damit kann man nicht so viel Geld machen wie mit einzelnen "Künstlern" ...! Auch ein ähnliches Format mit Filmschaffenden wurde erarbeitet und abgeschmettert!
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  •   melotronix
    (2726 Beiträge)

    18.12.2018 14:19 Uhr
    genau so ist es...
    das Format ist ähnlich. Das was geboten wird hat Qualität (the voice..) allerdings.. es ist ein Einerlei...dass man täglich in gleicher Form im Radio um die Ohren geschlagen bekommt. Es wäre mal interessant Eigenkreationen von findigen Bands geliefert zu bekommen. Das wäre doch mal eine neue Linie...nicht immer und immer wieder der langweilige Abklatsch von der Stange. Da darf sich doch auch mal ein neuer Stil finden.
    Aber das passt ja überhaupt nicht zum Mainstream und zur Show!
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  •   Der_Don_KA
    (6 Beiträge)

    18.12.2018 14:31 Uhr
    Die Idee mit einer Castingshow...
    ... für Bands wurde bereits vor Jahren mehreren Produktionsfirmen vorgelegt und als nicht sendereif abgelehnt. Mit Solokünstlern läßt sich mehr verdienen.
    Übrigens wurde auch ein ähnliches Projekt (bzw. Sendeformat) für Filmschaffende erschaffen, aber das wurde durchweg bei allen abgelehnt ohne sich auch nur die (sehr gute) Idee anzuhören!
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