Karlsruhe Storys für die Ohren: Werden Hörspiele bald von Podcasts abgelöst?

Die ARD Hörspieltage 2019 sind in vollem Gange. Noch bis Sonntag, 10. November, gibt es im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM)und an der Hochschule für Gestaltung (HfG) ordentlich was auf die Ohren. Die Hörspieltage finden seit Jahren Anklang beim Publikum - trotz der aufkommenden Podcast-Welle. Sind Hörspiele die cooleren Podcasts - wir haben einen gefragt, der es wissen muss: Festival-Leiter Ekkehard Skoruppa.

Herr Skoruppa, sind Podcasts die "cool(er)en" Hörspiele und könnten sie diese auf Dauer verdrängen?

Podcasts sind nicht die cooleren Hörspiele und werden lineare Stücke nicht ganz verdrängen. Sie sind ein cooles Komplementärangebot und werden von immer mehr Menschen genutzt, aber das Radioprogramm mit seinen Hörspielen wird noch auf viele Jahre ein Hauptmedium bleiben. Dort kann man sich überraschen lassen und muss nicht erst gezielt suchen. Derzeit und weiterhin werden wir beide Wege bedienen, Podcasts allerdings noch deutlicher plazieren.

Ekkehard Skoruppa, Festivalleitung der ARD Hörspieltage 2019
Ekkehard Skoruppa, Festivalleitung der ARD Hörspieltage 2019 | Bild: Bild: SWR/Peter A. Schmidt

Was ist das Besondere/Spezielle an Hörspielen? Hat das auch nostalgischen Wert?

Sicher gibt es auch einen nostalgischen Wert: Man lässt sich Geschichten erzählen und folgt Stories wie die Menschen einst am Lagerfeuer oder vor dem Dampfradio. Aber das Spezielle, das Besondere, bleibt auf vielen Wegen erhalten. Es sind herausragende Dialoge, intensive Spracherlebnisse, Storytelling, die ganz von der mündlichen Darstellung leben, ergänzt um musikalische, Klang- und Geräuschwelten. F antasie ist gefordert, es gibt keine vorgefertigten Bilder. Ein intensives Eintauchen in eine Welt, die nicht vorgestanzt ist. Aber alles verbindet: Wer gute Geschichten in einer fesselnden Art und Weise erzählen kann, wird gehört.

Karlsruhe hat sich als Hörspielstandort etabliert, warum überhaupt noch einmal wechseln? Und: Sind die Karlsruher ein begeisterungsfähiges Publikum?

Es ist nicht daran gedacht, von Karlsruhe weg zu gehen. Die Bedingungen im ZKM und in der HfG sind so gut, dass es kaum einen anderen Ort in Deutschland gibt, der gleiches ermöglichen würde. Hier passt auch das Zentrum für Medienkunst bestens zur Radiokunst, die wir jedes Jahr in neuen Farben vorstellen. Und die Karlsruher sind durchaus ein begeisterungsfähiges Publikum. Man braucht allerdings ein bisschen Geduld, bis die gegenüber dem Film vergleichsweise geringer bekannte Hörspielform ihren Reiz beim Publikum entfalten kann. Die Zahlen der Besucher, die schnell gestiegen sind und sich auf hohem Niveau eingependelt haben, ermuntern.

Termin: noch bis 10. November, ZKM und HfG Karlsruhe, Karlsruhe

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