Karlsruhe Sanierung und Erweiterung der Kunsthalle Karlsruhe: Sieger-Modell steht fest

Was lange währt, wird endlich gut: Der Prozess um die Sanierung und Erweiterung der Kunsthalle hat einen vorläufigen (Zwischen-)Abschluss gefunden.

Ein Preisgericht hat über die Vorschläge für die Sanierung und Erweiterung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe entschieden. In "konstruktiven und konzentrierten" Sitzungen hat das Preisgericht am 14. und 15. März intensiv beraten und einen Siegerentwurf ausgewählt - alle Verantwortlichen waren sichtlich stolz und auch begeistert von den Ergebnissen des Wettbewerbs. Zudem wurden ein 2. Preis und vier Anerkennungen vergeben.

Das hochkarätig besetzte Preisgericht unter dem Vorsitz von Matthias Sauerbruch sprach sich einstimmig für den Vorschlag des Architekturbüros Staab Architekten aus Berlin aus. Als Sachpreisrichter unterstützten das Preisgericht unter anderem Susanne Baer, Bernhard Maaz und der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Frank Mentrup. Darüber hinaus wurde das Preisgericht beraten durch Sachverständige wie Peter Weibel und Heinz Mohl, den Erbauer des letzten Abschnitts der Staatlichen Kunsthalle.

"Kunsthalle als kultureller Anker in Innenstadt"

Das Preisgericht würdigte den sensiblen Umgang mit dem historisch wertvollen Bestand im Zusammenspiel mit der Idee eines tiefergelegten Hofes mit umlaufender Balustrade. Damit gelänge es den Planern in überzeugender Weise, die minimale Andeutung eines eigenen Baukörpers mit eigener Identität zu generieren und gleichzeitig die Besonderheit und die Eigenständigkeit der bestehenden Fassaden als Exponat im Museum hervorzuheben.

Das Preisgericht bei der Pressekonferenz
Das Preisgericht bei der Pressekonferenz | Bild: Julia Baege

"Es freut mich sehr, dass wir nun die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe als kulturellen Anker in der Karlsruher Innenstadt zukunftssicher machen können. Wir sanieren das Gesamtkunstwerk aus Architektur, Malerei, Skulptur und Sammlung und rücken die Staatliche Kunsthalle in das richtige Licht", so Finanzstaatssekretärin Gisela Splett am gestrigen Nachmittag, die als Sachpreisrichtern Mitglied des Preisgerichts war, und weiter: "Mit dem ausgewählten Entwurf erhält die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe sehr gute Bedingungen für einen zukunftsfähigen Museumsbetrieb."

"Entwurf verbindet Ästhetik und Funktionalität"

Kunststaatssekretärin Petra Olschowski dazu: "Der ausgewählte Entwurf verbindet Ästhetik und Funktionalität in hervorragender Weise und ist damit das richtige Konzept für die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, die zu den ältesten und bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands gehört". Die Kunsthalle verfüge über eine herausragende Sammlung.

Das Gewinner-Modell
Das Gewinner-Modell | Bild: Julia Baege

"Um diese angemessen präsentieren und den Bildungs- und Vermittlungsauftrag noch besser erfüllen zu können, braucht das Museum geeignete Räumlichkeiten, auch für Sonderausstellungen und für die Museumspädagogik. Mit dem Umbau werden die notwendigen Voraussetzungen geschaffen", sagte Olschowski, die als Sachpreisrichterin ebenfalls Mitglied des Preisgerichts war.

Wettbewerbsarbeiten sind in Kunsthalle einsehbar

In dem zweigeteilten Wettbewerb zeigt der Realisierungsteil, wie das Hauptgebäude baulich und strukturell weiterentwickelt werden soll. Der Museumsbetrieb soll wesentlich verbessert werden. Mit dem Siegerentwurf könne nun in die konkrete Planung eingestiegen werden. Auf dieser Grundlage sollen auch belastbare Kosten ermittelt werden

Visualisierung des Innenhofes der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe
Visualisierung des Innenhofes der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe | Bild: Staab Architekten, Berlin

Der Ideenteil beleuchtet, wie die Staatliche Kunsthalle ganzheitlich weiterentwickelt werden kann. Dabei wurde das benachbarte Amtsgerichtsareal mit einbezogen. Damit der Ideenteil umgesetzt werden kann, muss zuerst das Amtsgericht Karlsruhe umziehen. Die Optionen, das Amtsgericht adäquat neu unterzubringen, werden bereits geprüft.

Noch ein Tipp an interessierte Leser: Die Wettbewerbsarbeiten werden vom 17. März bis 27. Mai während der Öffnungszeiten in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe ausgestellt und können begutachtet werden.

www.kunsthalle-karlsruhe.de

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