Karlsruhe "Open Codes": ZKM startet bildungspolitisches Experiment

Mit der Ausstellung "Open Codes. Leben in digitalen Welten" entwickelt das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) ein neues Ausstellungsformat, das bislang in der Museumslandschaft wohl einzigartig ist.

Die Ausstellung soll als eine Wissensplattform fungieren, die frei zugänglich und unserer tatsächlichen Lebens- und Arbeitsumwelt sehr ähnlich ist. Mit diesem neuen Ausstellungsformat - einer Mischung aus Labor und Lounge, aus Lernumgebung und "Club Méditerranée" - trägt das ZKM nicht nur den Anforderungen des Digitalen Wandels Rechnung, Es formuliert auch eine Neudefinition des Museums für das 21. Jahrhundert; ZKM-Chef Peter Weibel prophezeit gar das Ende der klassischen Museen, der sogenannten "White Cubes".

Als neue Strategien der Besucherpartizipation und -emanzipation passt das ZKM nicht nur seine Öffnungszeiten an (donnerstags bis 22 Uhr), sondern der Eintritt ist zudem für alle Besucher frei. "Das Museum ist ein Ort der Bürgerbildung. Die Aneignung von Wissen muss belohnt werden", so Weibel. 

Revolutionäre Ausstellung im ZKM

Mit "Open Codes" soll auch eine langfristige Kooperation zwischen dem Unternehmen dm und dem ZKM beginnen. Digitalisierung, digitale Transformationen, ihre Entwicklungen und Auswirkungen auf unser Leben und unsere Kultur sollen im Vordergrund dieser Partnerschaft stehen.

Für die Ausstellung hat das ZKM eine Architektur mit Co-Working-Bereichen konzipiert, die alle Besuchergruppen zum Lernen und Arbeiten in einer "gelösten" Atmosphäre anregen soll (zum "Aufladen" stehen Getränke und Snacks kostenfrei zur Verfügung).

Zudem finden Workshops, Partys, Camps, Scienceslams und Meet-Ups von interessierten Besuchern, engagierten Gruppen aus Karlsruhe und ZKM-Mitarbeitern in der Ausstellung statt, um gemeinsam die komplexen Dynamiken von Codes besser zu verstehen.

Wir leben in einer "Welt der Codes"!

Dabei gibt das ZKM den Besuchern ein Set an Werkzeugen  an die Hand, welche die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema der Ausstellung, "Code", erleichtern. Codes werden in der Schau als Schlüssel zum Verständnis unserer Welt begriffen. Die Macher des ZKM kündigen mit "Open Codes" eine echte "Bildungsoffensive" an, beim regen Austausch sollen mannigfaltige Synergien entstehen.

Vom genetischen Code bis zur Notation von Musik, von der Gebärdensprache bis zum Morsecode, von ethischen Richtlinien  bis zu sozialen Codes - gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Handlungsfelder werden durch Codes kontrolliert und erzeugt. Mit "Open Codes"  versammelt das ZKM zeitgenössische, künstlerische und wissenschaftliche Arbeiten und benennt damit die eigentliche Botschaft des Digitalen Wandels: Die Welt von morgen wird sich von einer Arbeits- zu einer Wissensgesellschaft wandeln.

Wollen wir die Welt verstehen, in der wir leben?

Die Ausstellung präsentiert Kunstwerke und wissenschaftliche Arbeiten, die sowohl auf analogen wie auch auf digitalen Codes basieren. Sie versuchen die komplexen Dynamiken von Codes zu erklären und wie diese zunehmend die Art und Weise, wie wir leben und wie wir die Welt sehen, gestalten. Gemeinsam mit Besuchern wollen die Macher fragen: Wollen wir die Welt verstehen, in der wir leben?

"Open Codes" wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Vorträgen, Konferenzen, Symposien, Workshops und Filmvorführungen begleitet. Beispielhaft sei die Konferenz "Digitale Souveränität" genannt, die am 2. November (von 10.30 bis 20 Uhr) im ZKM-Medientheater bei freiem Eintrit im Rahmen der Ausstellung "Open Codes" stattfindet.

Termin: 20. Oktober bis 5. August 2018, ZKM-Lichthof 8 + 9, Karlsruhe, Eintritt frei!

www.zkm.de

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