Karlsruhe Museums-Direktorin über Digitalisierung: Frau Schulenburg, wie macht sich das Badische Landesmuseum fit für die Zukunft?

257.000 Gäste haben 2019 die Häuser des Badischen Landesmuseums (BLM) in Baden-Württemberg besucht, das sind gute Zahlen. Bestimmendes Thema ist und bleibt die Digitale Strategie der Institution. Wie macht sich das Museum fit für die Zukunft?

Seit 2017 beschreitet die Einrichtung konsequent den Prozess zum Museum der Zukunft. Die Digitale Strategie ist hierbei ein Bestandteil des neuen Museumskonzeptes. Mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst wurden bereits mehrere Projekte im Rahmen dieser Strategie realisiert, darunter das Projekt "Creative Collections" in der Förderlinie "Digitale Wege ins Museum II".

Ziel ist es, den Besuchern/Nutzern einen partizipativen Umgang mit der Sammlungen des BLM und dem Museum als Ganzes zu ermöglichen. So wird ständig und stetig beispielsweise daran gearbeitet, die Sammlung zu digitalisieren. Auch mit dem KIT wird zusammengewirkt, mit dem Ziel, nutzerfreundliche Produkte zu entwickeln.

"Das Landesmuseum ist keine 'angestaubte' Institution"

Was die Digitalisierung des Museums angeht, ist man also auf einem guten und ambitionierten Weg. Susanne Schulenburg, Kaufmännische Direktorin und Beauftragte für die Digitale Strategie des BLM, erzählt im Gespräch mit ka-news.de über die Zukunft des Museums: "Wir tun natürlich alles, keine 'angestaubte' Institution zu sein oder zu bleiben",  man habe "zielgruppenorientierte Angebote" und entwickle immerwährend neue Konzepte.

Gerade was das Thema Digitalisierung angehe, habe man sich "sehr viele Gedanken gemacht", wie man mit neuen, digitalen Angeboten auch in Zukunft attraktiv bleiben könne.

Das Schloss Karlsruhe, der Sitz des Badischen Landesmuseums
Das Schloss Karlsruhe, der Sitz des Badischen Landesmuseums | Bild: Goldschmidt

Objekte von mehreren Seiten betrachten

Was bietet die Digitaliserung Neues? "Der Besucher hat ein ganz anderes Erlebnis und Verständnis, kann praktisch in besondere Welten eintauchen." So könne man ganz neue Geschichten erzählen und "zusätzlich mit der Digitalisierung beispielsweise auch andere Texte vermitteln" - Besucher könnten Objekte sprichwörtlich von mehreren Seiten betrachten.

Noch ganz frisch sei das Pilotprojekt "Archäologie in Baden", welches letzten Sommer eröffnet wurde. Man habe hier einen ganzen Sammlungsbereich genommen und wende jetzt alle digitalen Strategien, Instrumente und Medien an, "die wir uns so vorstellen können".

Hier habe man mit der Universität Konstanz  - genauer dem Fachbereich Informatik und dem Fachbereich Szenografie - gemeinsam Konzepte erstellt und mit Studierenden zusammengearbeitet. Schulenburg erklärt: "Das sind natürlich die Digital Natives , die ganz nah dran sind, die den Blick von außen haben!" Zukünftig werde man neue Erkenntnisse in weitere Projekte mit einfließen lassen.

ka-news.de-Hintergrund: Ein musealer Ausblick auf 2020

In der Schau "Humanimal – Das Tier und Wir" beschäftigt sich das Museum ab 21. Februar mit dem Verhältnis von Zwei- und Vierbeinern in der Kulturgeschichte. Die von den Volontärinnen und Volontären kuratierte Ausstellung zeigt antike Spitzmaussärge neben modernen Maneki-neko-Winkekatzen und stellt tierethische Fragen.

Ab dem 24. Oktober wird dann der "Räuber Hotzenplotz" sein Unwesen im Schloss treiben. In einer Mitmachausstellung für Kinder und Familien gibt es ein Wiedersehen mit Kasperl und Seppel, Petrosilius Zwackelmann und der Großmutter. Die Ausstellung, für welche die Gestalter Bernotat & Co den German Design Award 2020 in Gold erhielten, wird aufwändig in die Räumlichkeiten im ersten Obergeschoss des Schlosses eingepasst

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