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Karlsruhe Klein-Karlsruhe aka "Dörfle" in der Karlsruher Innenstadt

Das "Dörfle" alias Klein-Karlsruhe alias Altstadt von Karlsruhe ist ein fast trapezförmiger Innenstadtteil, der von der Adlerstraße im Westen, der Kaiserstraße im Norden, der Kapellenstraße im Osten und von der Steinstraße sowie der Kriegsstraße mit dem Mendelssohnplatz im Süden begrenzt wird. Bei der Sonder-Ausstellung des Stadtmuseums im Prinz-Max-Palais bis zum 10. März kann man in einem chronologisch aufgebauten Rundgang Interessantes und Erhellendes über das Altstadt-Viertel erfahren.

Der Charme des "Dörfle" besteht in seiner Entwicklung als auch im heutigen Erscheinungsbild vor allem im Kontrast des westlichen und östlichen Teils des "Dörfle"-Gebietes, das sich nicht nur im städtischen Raum, sondern auch im geschichtlichen Prozess wiederspiegelt. Während das Schloss und die Innenstadt Karlsruhes nach strengem absolutistischem Plan in Form von Sonnenstrahlen erbaut wurde, formte sich das uneinheitliche, ärmliche "Dörfle". Auch heute noch, tritt man in die Welt des "Dörfle" ein: abends meist abgesperrt für den Autoverkehr verändert sich die Umgebung schlagartig, wenn man die Waldhornstraße in Richtung Osten überquert und sich im historisch-sanierten "Dörfle" befindet. Ein Stadtteil mit zwei gegensätzlichen Gesichtern.

Die Sonder-Ausstellung im Prinz-Max-Palais in der Karlstraße, welches das Stadtmuseum beherbergt, zeigt  historische Dokumente und bildet die Geschichte des ältesten Stadtteil Karlsruhes multimedial ab. Stadtpläne, Auszahlungsbescheide, Urkunden, Fotos, Entwürfe aus dem Architekturwettbewerb zur Stadtteilsanierung in den 1960er Jahren, die vor allem in Blockhäusern in der Adlerstraße, Kronenstraße, Fritz-Erler-Straße und Markgrafenstraße besteht, werden ausgestellt.

In der zentralen Innenstadt gelegen, war das "Dörfle" ehemals ein Tagelöhner-Viertel, das in direkter Verbindung mit der Gründung des Schlosses Karlsruhe und damit der Stadt Karlsruhe steht.

Das Leben im "Dörfle" kann der Besucher anhand der thematisch sortierten Bereiche nachvollziehen: Prostitution, kleine Handwerksbetriebe und Kunstgewerbe waren sehr schnell ein Bestandteil des Viertels. Ärmliche Verhältnisse und Überbevölkerung führten  dazu, dass eine Sanierung und Modernisierung unbedingt notwendig war. Bis in die 1980er Jahre hinein war es keine Überraschung, wenn ein Haus nicht auch über ein Bad und direkten Wasserzugang verfügte.

Eindrucksvoll auch ein Film, den man nicht verpassen sollte: in den 1980er Jahren hat das SWR-Fernsehen eine zirka einstündige Reportage ausgestrahlt, die im Foyer des 2. OG im Stadtmuseum zur Verfügung steht.

Termin: noch bis zum 10. März, Prinz-Max-Palais, Stadtmuseum, Karlsruhe

http://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/stadtmuseum.de

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Kommentare (2)
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  •   Rieberger
    (66 Beiträge)

    04.03.2013 12:35 Uhr
    Empfehlenswert
    Ich kann haku nur zustimmen, eine wirklich schöne Ausstellung, die einem Stadtgeschichte sehr übersichtlich näher bringt.
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  •   haku
    (4053 Beiträge)

    04.03.2013 11:01 Uhr
    Eine sehenswerte Ausstellung
    Und auch wenn schade ist, was die Sanierung aus dem Dörfle gemacht hat: Wenn man sich die ursprüngliche Planung anguckt kann man sagen, das man noch mit zwei blauen Augen davon gekommen ist.
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