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Karlsruhe Kritik an Staatstheater-Intendant Peter Spuhler: "Kontrollzwang, Misstrauen, cholerische Ausfälle"

Am Badischen Staatstheater Karlsruhe werden Intendant Peter Spuhler und sein Führungsstil kritisiert. In einem offenen Brief prangert der Personalrat des Hauses angebliche Missstände an wie "Kontrollzwang, beständiges Misstrauen, cholerische Ausfälle" seitens Spuhler. Es herrsche ein toxisches Arbeitsklima, heißt es darin weiter unter Berufung auf vertrauliche Gespräche des Personalrates mit Mitarbeitern. Der Brief lag der Deutschen Presse-Agentur vor.

Spuhler wollte sich am Montag nicht zu dem Schreiben vom vergangenen Freitag äußern. Es gebe zu den Vorwürfen keinen Kommentar, teilte eine Sprecherin des Drei-Sparten-Hauses mit. Zuvor hatten die "Badischen Neuesten Nachrichten" über die Kritik berichtet.

Das Wissenschaftsministerium wollte am Montagnachmittag Stellung beziehen. Ministerin Theresia Bauer (Grüne) hat den Vorsitz im Verwaltungsrat des Staatstheaters inne. Der Oberbürgermeister von Karlsruhe, Frank Mentrup (SPD), ist Stellvertreter.

Oberbürgermeister Frank Mentrup | Bild: Hammer Photographie

Er habe von den Vorwürfen bisher keine Kenntnis gehabt, zitierte ihn ein Stadtsprecher. Das Thema solle aber aus Sicht Mentrups möglichst auf der nächsten Sitzung des Verwaltungsrates am 17. Juli besprochen werden.

Spuhler ist seit 2011 Generalintendant am Badischen Staatstheater. Unter seiner Leitung hat das Haus auch bundesweit viel Beachtung erfahren. Vor etwas mehr als einem Jahr hatte er seinen bis 2021 laufenden Vertrag um fünf Jahre bis zum August 2026 verlängert.

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  •   FCKSUV
    (300 Beiträge)

    08.07.2020 15:08 Uhr
    Von diesen Künstlern
    betrachtet sich jeder als verkanntes Genie. Gekränkte Egos und Eitelkeiten sind dort an der Tagesordnung.
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  •   kommentar4711
    (2572 Beiträge)

    07.07.2020 20:57 Uhr
    BNN
    In der BNN heute hört es sich an, als wollen Stadt und Land das Thema totschweigen und vor allem aus der Öffentlichkeit raus holen. War noch nie eine gute Strategie.
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  •   silberahorn
    (10365 Beiträge)

    08.07.2020 03:56 Uhr
    Kampagnencharakter
    war jedenfalls ein ganz schlechter Begriff in der Stellungnahme ducrh OB und Ministerin.
    Wobei ich bis jetzt auch erst einmal wissen will, warum die Personen, die anonym bleiben wollen, ansonsten befürchten woanders keine Stelle zu bekommen. Das wäre dann ja ein ganz übler Klüngel über Länder hinaus. Normalerweise müsste es so sein, dass Unstimmigkeiten unter Künstlern und Spartenleitern gerade eine Chance an anderer Stelle bieten, weil es verschiedene Auslegungsrichtungen geben muss.
    "Wer bei mir scheitert kommt nirgens mehr unter" wäre ein Hammer.
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  •   Reger
    (219 Beiträge)

    08.07.2020 12:18 Uhr
    Klüngel
    Wie kann man das sonst nennen? Man will den Schaden begrenzen durch eine schnelle Aufarbeitung. Das ist Gerede, um überhaupt irgendetwas zu diesen peinlichen Vorgängen zu sagen. Das Image des Staatstheaters ist jetzt schon untendurch. Daran werden auch die langen und vor allem immens teuren Baumaßnahmen nichts ändern.
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  •   kommentar4711
    (2572 Beiträge)

    08.07.2020 12:25 Uhr
    ANTWORT AUF "KLÜNGEL"
    Na ja, die Aufarbeitung solcher Zustände in einer öffentlichen Einrichtung sollten aber auch öffentlich sein. Und wenn man an einer schnellen Aufarbeitung interessiert wäre, dann hätte man das schon vor Jahren starten müssen, die Vorwürfe sind ja nicht neu. Es macht eher den Eindruck, als würde es jetzt geballt in die Öffentlichkeit kommen, weil eben intern jahrelang nichts passiert ist.

    Und: Die Imageprobleme kommen durch Spuhler und nicht durch die Mitarbeiter, die unter ihm leiden!!
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  •   kommentar4711
    (2572 Beiträge)

    08.07.2020 07:45 Uhr
    Re: Kampangencharakter
    Ja, zumal wenn man eben weiß, dass das Thema seit langer Zeit immer wieder hoch kommt. Aber war es nicht so, dass Spuhler und die Ministerin "Best Buddies" sind? Oder war das mit jemand anderem aus dem Ministerium? Bin mir nicht mehr ganz sicher.

    Die Theaterbranche ist relativ klein und gut vernetzt. Gerade die öffentlichen Theater, bei denen man als Künstler noch halbwegs etwas verdient. Kann mir schon vorstellen, dass "Nestbeschmutzer" es da schwer haben, etwas anderes zu finden.
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  •   Nachteule
    (804 Beiträge)

    07.07.2020 13:26 Uhr
    "Du musst dein Leben ändern!"
    So startete der Herr Spuhler 2011 in seine erste Amtszeit. Wen er damit gemeint hat, war damals nicht so ganz klar. Klar ist aber nun, dass dieser Satz jetzt und vor allem für ihn selbst gilt. Denn ein Weiterso kann es nicht geben. Und auf Knopfdruck seine Mentalität zu ändern ist in Spuhlers Alter auch nicht mehr zu erwarten. Er sollte dem Theater und seinen Mitarbeitern einen letzten Dienst erweisen und selbst die Konsequenzen ziehen.
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  •   silberahorn
    (10365 Beiträge)

    07.07.2020 14:27 Uhr
    Der Satz
    stammt aus einem Sonett von Rainer Maria Rilke mit dem Titel: Archaïscher Torso Apollos

    Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt,
    darin die Augenäpfel reiften. Aber
    sein Torso glüht noch wie ein Kandelaber,
    in dem sein Schauen, nur zurückgeschraubt,

    sich hält und glänzt. Sonst könnte nicht der Bug
    der Brust dich blenden, und im leisen Drehen
    der Lenden könnte nicht ein Lächeln gehen
    zu jener Mitte, die die Zeugung trug.

    Sonst stünde dieser Stein entstellt und kurz
    unter der Schultern durchsichtigem Sturz
    und flimmerte nicht so wie Raubtierfelle;

    und bräche nicht aus allen seinen Rändern
    aus wie ein Stern: denn da ist keine Stelle,
    die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben ändern.

    Bei meinen ungelesenen Büchern gibt es noch ein Buch von Sloterdijk mit diesem Titel.
    Zorn und Zeit habe ich auch noch nicht gelesen.
    Bin selbst zornig gemacht worden und finde vor allem Leute ätzend, die zu freundlich aber falsch sind, zu verlogen und zu überheblich auftreten.
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  •   kommentar4711
    (2572 Beiträge)

    06.07.2020 22:29 Uhr
    Mentrup
    "Er habe von den Vorwürfen bisher keine Kenntnis gehabt" - heißt Herr Mentrup hat in den letzten 5 Jahren wohl nie die BNN gelesen. Warum sollte man sich als OB auch für die Lokalpresse interessieren?!
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  •   dipfele
    (5795 Beiträge)

    07.07.2020 11:34 Uhr
    Vielmehr ist es doch so.....
    …. dass die Häuptlinge ihre Oberindianer erst mal in Schutz nehmen und sich unwissend stellen. Vor einigen Jahren erfuhr ich von einem Fall (auswärts) wo sich eine ganze Abteilung über den hochgedienten Chef beschwerte. Der dortige OB lobte diesen über den Klee, beförderte diesen um ihn dann ein Jahr später in den "wohlverdienten" Ruhestand zu schicken. Wo lernen die Stadtoberen "Menschenführung"?
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