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Karlsruhe Tobys Kino-Kritik: "Oscar"-Gewinner "Parasite" kann überzeugen - mehr aber nicht

Jeden Freitag gibt's eine kräftige Dosis Kultur, verabreicht von ka-news.de-Kulturredakteur Toby Frei, und zwar in der Kolumne "Kultur-Tipp". Heute: Dass "Parasite" vor ein paar Tagen den "Oscar" für den "Besten Film" geholt hat, war eine echte Sensation. Aber: Hat der Streifen diese Auszeichnung auch wirklich verdient? Toby Frei hat "Parasite" gesehen.

Liebe Kino-Fans,

skurril! Das ist das Wort und die Begriffswelt, welche ich sofort mit diesem Streifen verbinde - wenn man im Duden nach "skurril" sucht, trifft man wohl auf "Parasite". Spaß beiseite, der Film atmet eine äußerst krude Atmosphäre, steht anderen Asia-Filmen in ihrer sprichwörtlichen Verschrobenheit in nichts nach. Aber gerade das macht es eben oft aus, macht "Parasite" so spannend und auch speziell.

Der Plot in Kürze: Die mittellose Familie Kim wanzt sich so ganz allmählich in das Leben der wohlhabenden Parks hinein - "Parasite" ist also durchaus der richtige Titel. Am Ende gerät alles aus den Fugen, es wird ordentlich blutig und erinnert stark an Hanekes famosen "Funny Games" aus 1997.

Ist "Parasite" ein gelungener Film? Natürlich!

Grundsätzlich bin ich ja sowieso der Meinung, dass viele Filme einfach zu lang sind, auch dieses südkoreanische Werk hätte auch straffer funktioniert, nun ja,  dieser Trend ist wohl nicht aufzuhalten. "Parasite" indes ist eine Wundertüte mit optisch erlesenen und ästhetischen  Bildern und einer Filmmusik mit oft dramatischer Klassik. Regisseur Bong Joon-ho gelingt "Oscar"-prämiert ein Genre-Mix (Satire, Thriller, Komödie) mit (subtilen) Gesellschaftsbotschaften, starken Darstellern und verrückten Wendepunkten.

Bong Joon-ho zeigt seine vier erhaltenen Oscars für den Film "Parasite" bei der diesjährigen Oscar-Verleihung im Dolby Theatre.
Bong Joon-ho zeigt seine vier erhaltenen Oscars für den Film "Parasite" bei der diesjährigen Oscar-Verleihung im Dolby Theatre. | Bild: Richard Shotwell/Invision/dpa

Ist "Parasite" ein gelungener, ja überraschender Film? Sicher, ohne jeden Zweifel! Aber diese wichtigen Oscars? Ein klares Nein! Wer den grandiosen "Joker", Sam Mendes' "1917" oder auch Scorseses "The Irishman" gesehen hat, weiß, was ich meine. Der besprochene Film läuft in Karlsruhe in der Schauburg und im Filmpalast am ZKM.

Ich wünsche unseren Lesern ein schönes und vor allem kulturelles Wochenende!

Ihr Toby Frei

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Kommentare (6)
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  •   IchKA
    (765 Beiträge)

    23.02.2020 22:04 Uhr
    "Es wurden leider keine Einträge gefunden"
    das ist seit Wochen so
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  •   NeubueserF
    (674 Beiträge)

    24.02.2020 14:35 Uhr
    Danke für den Hinweis
    Problem liegt schon bei der Technik, sollte demnächst wieder gehen.
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  •   IchKA
    (765 Beiträge)

    25.02.2020 08:08 Uhr
    Na ja die Technik - Wers glaubt
    und das hat seit Monaten niemand in der Redaktion gemerkt
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  •   IchKA
    (765 Beiträge)

    23.02.2020 22:02 Uhr
    Nicht nur das ka-news redaktion
    wo ist eigentlich das Kinoprogramm geblieben
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  •   Suedweschter
    (414 Beiträge)

    23.02.2020 16:47 Uhr
    Das soll eine Filmkritik sein?
    "Wer den grandiosen "Joker", Sam Mendes' "1917" oder auch Scorseses "The Irishman" gesehen hat, weiß, was ich meine." Ist ziemlich dünn als Argument, nicht war? Ein bissle konkreter hätt's schon sein könne, Herr Frei!
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  •   Route66
    (2267 Beiträge)

    24.02.2020 15:37 Uhr
    Zumal
    die erste Stunde des Irishman als Animationsfilm angesehen werden kann, so stark wurden die Hauptdarsteller "verjüngt".
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