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Karlsruhe Grund zum Feiern

Der "Mount Klotz" wird auch im Jahre 2008 so aussehen (Foto: ka-news)
Gestern zog der Gemeinderat einen Schlussstrich unter die Diskussionen der vergangenen Monate um den weiteren Fortbestand des "Fests" in der Günther-Klotz-Anlage (ka-news berichtete). Mit den Stimmen aller Fraktionen entschieden sich die Stadträte für das vom Stadtjugendausschuss in den zurückliegenden Monaten erarbeitete Konzept, das die Einrichtung eines "gesondert geführten Betriebes" zur weiteren "Fest"-Organisation vorsieht.

Die Dynamik, mit der sich die Zuschauerzahlen in den vergangenen Jahren entwickelten, machten die Umorganisation des "Fest"-Betriebs dringend notwendig, die Veranstaltung des dreitägigen Familien- und Musikfestivals ist inzwischen zu einer logistischen Mammutleistung geworden. In den vergangenen Jahren geschah dies immer mehr zu Lasten der Bewältigung der eigentlichen Aufgaben des Stadtjugendausschusses, nämlich der lokalen Kinder- und Jugendkulturarbeit in den Stadtteilen.

Verkleinerung des Festes kein Lösungsansatz

Die Aufgaben im Zusammenhang mit der Ausrichtung des "Fests" nahmen derart zu, dass davon auszugehen ist, dass es beim Stadtjugendausschuss auch in den nächsten Jahren zu einer weiteren Verschärfung der Spannung zwischen "Pflichtaufgaben" und dem "Fest" kommt. Gleichzeitig verstärkten sich die Sicherheits-, Haftungs- und Steuerungsprobleme durch das "Fest". Vor diesem Hintergrund sah der Stadtjugendausschuss die Notwendigkeit der Überprüfung der Struktur und Durchführung der Großveranstaltung, die in diesem Jahr nahezu 300.000 Besucher anlockte.

Die Fraktionen beschlossen einstimmig das vom Stadtjugendausschuss erarbeitete Konzept, das die Einrichtung einer "innerbetrieblichen GmbH" vorsieht (Foto: ka-news)

Zu Jahresbeginn hatte der Vorstand deshalb beschlossen nach Ausrichtung des diesjährigen "Festes" auf die Stadt zuzugehen, um Lösungsmöglichkeiten und neue Strukturen zu suchen. Seitens des Stadtjugendausschusses wurden verschiedene Lösungsansätze diskutiert: Unter anderem wurde über eine mögliche Verkleinerung des "Fests", eine Beteiligung städtischer Tochtergesellschaften oder die Gründung einer Event-GmbH nachgedacht. Diese Ansätze wurden aber letztlich allesamt verworfen, nach dem sie als nicht realisierbar eingestuft worden waren.

Bis zu 450.000 Euro Zuschuss für Drei-Jahres-Konzept

Der Steuerberater riet dem Stadtjugendausschuss auch von der Gründung einer eigenen GmbH ab, schlug aber gleichzeitig den Verantwortlichen vor, einen in eigener Trägerschaft "gesondert geführten Betrieb" zur Abwicklung des "Fests" einzurichten. Die so genannte "innerbetriebliche GmbH" soll dem Stadtjugendausschuss-Verein bezüglich der Organisation und Durchführung des "Fests" weiterhin eine möglichst große Eigenverantwortung ohne rechtliche Eigenständigkeit gewähren. Mit der damit verbundenen weiterentwickelten Kostenrechnung und dem engmaschigeren Controlling würde der Mittelabfluss letztlich transparenter, heißt es im vorgelegten Konzept.

Haben allen Grund zum Strahlen: der Vorsitzende des Stadtjugendausschusses, Christian Klinger, und "Fest"-Koordinator Rolf Fluhrer (Foto: ka-news)
Der Stadtjugendausschuss schlug dem Gemeinderat diese Lösung in den vergangenen Wochen vor und plädierte für eine zeitliche Befristung auf zunächst drei Jahre. Nach den Plänen des Vereins soll nach zwei Jahren eine konkrete Auswertung erfolgen, die ein Jahr Zeit zur Installierung von Verbesserungen lässt. Im Gegenzug, so entschied der Gemeinderat gestern, wird dem Stadtjugendausschuss - zur Abdeckung eines eventuellen Fehlbetrages im Zuge der Umsetzung des neuen Konzeptes - ein jährlicher Zuschuss von maximal 150.000 Euro gewährt.

Solidarität statt Kommerzialisierung rettet "Das Fest"

Der Gemeinderat stimmte letztlich dem vorliegenden Konzept des Stadtjugendausschusses einstimmig zu. Alle Fraktionen begrüßten die gefundene Lösung und betonten wie wichtig "Das Fest" für das Image und das Stadtmarketing von Karlsruhe sei: SPD-Fraktionschefin Doris Baitinger forderte im Zuge dessen "ein Stück Solidarität" von den künftigen "Fest"-Besuchern, das mit dem Erstehen eines Soli-Buttons oder dem Kauf eines "Fest"-T-Shirts zu Ausdruck gebracht werden könne. Bettina Meier-Augenstein (CDU) dachte in diesem Zusammenhang gar an eine mögliche Spenden-SMS-Aktion, die an den "Fest"-Tagen laufen könnte.

Auf Basis des gestrigen Gemeinderatsbeschlusses will der Stadtjugendausschuss nun die personelle wie strukturelle Umsetzung umgehend in die Wege leiten. Wie aus einer im Anschluss an den Gemeinderatsbeschluss vom Stadtjugendausschuss herausgegebenen Presserklärung hervorgeht, soll das konkrete Umgestaltungskonzept bis Ende Oktober endgültig ausgestaltet sein. So bleibt den Besuchern mit der gestrigen Gemeinderatsentscheidung zumindest für die kommenden drei Jahre das Umsonst-und-Draußen-Gefühl beim "Fest" erhalten, denn was stellte Niko Fostiropoulos abschließend fest: "Nicht alles im Leben ist kommerziell und das ist gut so!"

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