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Karlsruhe Ein Mann und seine Mission: Oliver Langewitz will die Karlsruher Filmszene ganz groß machen

Es gibt etwas Neues bei ka-news: Die Karlsruher Kultur-Köpfe! Kulturredakteur Toby Frei porträtiert in regelmäßigen Abständen Menschen, die sich in Sachen Kultur einen Namen in Karlsruhe und/oder Region erarbeitet haben. Heute: Der erfolgreiche (Filme-)Macher Oliver Langewitz.

Unübertrieben, der Mann ist ein echter Tausendsassa und hat ständig alle Hände voll zu tun. Ob Moderator, Regisseur, Produzent oder einfach Filmboard-Betreiber und Festival-Leiter - man kommt nicht um Oliver Langewitz herum in Karlsruhe. Zurecht!

Langewitz begeistert sich schon seit Kindheitstagen für Film(e) - "Heidi" war sein erster Kinofilm - wie er selbst erzählt: "So richtig die Leidenschaft gepackt hat mich dann im Teenager-Alter. Da sind ein paar Freunde und ich wöchentlich ins Kino, manchmal sogar mehrmals." So war der Weg vorgezeichnet. Der Karlsruher kaufte sich mit 16 seine erste Hi8-Videokamera und drehte erste Filme!

"Film in Karlsruhe" ist sein neuestes Projekt

Der Kreativling hat sich seinen Status hart erarbeitet, sein Doktortitel ist dabei ein Zeichen von Engagement und Beständigkeit. Oliver Langewitz ist promovierter Soziologe mit den Schwerpunkten Kommunikation, Film und Medien, Kindheit und Jugend sowie Interkulturelle Kommunikation und Theorien der Globalisierung.

Seit geraumer Zeit hat sich Langewitz also dem Film (in Karlsruhe) verschrieben, dies mit höchstem Elan. Noch relativ neu ist im Übrigen die Initiative "Film in Karlsruhe": Hier versucht man, die cineastischen Kräfte der Fächerstadt zu bündeln - und das augenscheinlich mit durchaus respektablem Erfolg!

Independent Days Award Gala, Schauburg
Bild: Paul Needham

Natürlich muss man bei der Causa Langewitz auf das erfolgreiche und (inter)national renommierte Karlsruher Film-Festival "Independent Days" (ID) zu sprechen kommen. Laut Langewitz besitzt das cineastische Event aufgrund seiner guten Vernetzung "großes Wachstumspotenzial", allerdings werden die ID zum Leidwesen des Veranstalters nicht so gefördert, wie man sich das seitens der Macher wünschen würde.

"Baden-Württemberg lässt sich einmalige Chance entgehen"

Es hapere mit der Förderung, da man nur einen städtischen Zuschuss erhalte. "Anfragen in Richtung Land verhallen leider schon seit Jahren erfolglos". Zitat Langewitz: "Da lässt sich Baden-Württemberg wirklich eine einmalige Chance entgehen, ein innovatives Festival auch einmal aus Baden zu fördern." Ohne Unterstützung sei es schwierig, vorhandene Visionen "sinnvoll umzusetzen".

Independent Days Award Gala, Schauburg
Bild: Paul Needham

Nach seiner kreativen Zukunft und seinen Plänen befragt, betont Oliver Langewitz, erst einmal für den Filmstandort Karlsruhe "aktiv zu bleiben" und das Label "Film in Karlsruhe" vorantreiben zu wollen "Wir haben vor, den Standort Karlsruhe mit weiteren eigenen Projekten zu bereichern!"

"Geschichten aus der Heimat" durchaus ein großer Wurf

Die Stadt Karlsruhe ist durchaus und regelmäßig frequentiert, wenn es um TV- oder Filmaufnahmen geht, zudem trägt man den Ruf der Fächerstadt in die weite Welt hinaus: "Wir sind im Rahmen unserer Marketingaktivitäten auf vielen Festivals, etwa der Berlinale oder in Cannes, präsent", so Langewitz, "die Kreativen widerspiegeln uns stets, wie einmalig der Kreativpark Schlachthof und unser Netzwerk des Filmboard Karlsruhe sind." Auch Produktionsfirmen, die nach Karlsruhe kommen, betonen, wie dankbar sie für die geschaffenen Strukturen seien, die ihre Arbeitsprozesse "enorm erleichtern".

Kino-Impression
Kino-Impression | Bild: FugeFoto

Übrigens: Wir haben ja bereits die schöne Doku-DVD "Geschichten aus der Heimat" rezensiert, ein schönes Stück Film mit viel wunderbarem Anteil an Lokalkolorit. Macher dahinter ist einmal mehr Oliver Langewitz, der das Ganze als Regisseur und Produzent (mit)gestemmt hat. Ein vergleichsweise großer Wurf, völlig ohne provinzielle Aura (auch wenn das einige Netz-Trolle anders sehen).

Vita Oliver Langewitz

Langewitz ist seit 1997 in der Medienbranche tätig und arbeitete hier zum Beispiel als Pressesprecher und PR-Berater für verschiedene Unternehmen wie die Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH, das Stadtmarketing Karlsruhe oder die KEG - Karlsruhe Event GmbH.
Er hat zahlreiche soziologische Publikationen veröffentlicht, darunter "Die Filmgesellschaft", in der er die Bedeutung sozialer Netzwerke auf kreative Schaffensprozesse in der Filmindustrie ergründet.
Als Dozent unterrichtet er an der Universität Koblenz-Landau und der MfG Akademie. Langewitz ist Gründer des Filmboard Karlsruhe e. V. und der fum:a - Film- und Medienakademie Karlsruhe. Darüber hinaus ist er Produzent und Regisseur zahlreicher preisgekrönter und international beachteter Kurz- und Langfilme.

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  •   Irgendwas_mit_Medien
    (688 Beiträge)

    22.09.2018 01:03 Uhr
    Mir fällt ja der wiederholte Begriff "Förderung" sowie die Kritik am Mangel derselben auf
    Schön wär mal ein Artikel über erfolgreiche selfmade Kreativ*Innen in KA, die auf "Förderungen" , "Netzwerken" und all das, was dann da dran hängt, pfeifen.
    Die gibts nämlich hier - man solls nicht glauben. Es gibt auch andere Wege als "dazuzugehören"...
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  •   Gegengerade1975
    (164 Beiträge)

    21.09.2018 20:33 Uhr
    Überflüssig
    "Ein vergleichsweise großer Wurf, völlig ohne provinzielle Aura (auch wenn das einige Netz-Trolle anders sehen)."
    Das ist überflüssig. Entweder man lässt Kommentare und eine Diskussion unter Beiträgen zu oder nicht. Aber bitte nicht (im Vorfeld?) Kritik als "Netztrolle" abqualifizieren. Seriöser Journalismus sieht leider anders aus. Ist das ein PR-Artikel? Dann bitte kennzeichnen und Vorsicht bei den Adjektiven (2x schön und 1x wunderbar in einem Satz).
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