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Karlsruhe Die ka-news-Kino-Kritik: "Es: Kapitel 2" von Stephen King

Der amerikanische Horror-Schriftsteller Stephen King ist ein/der Meister seines Fachs. Mit "Es: Kapitel 2" kommt nun sein wohl bestes und gleichzeitig beunruhigendstes Werk als Remake in die deutschen Kinos - während der Film in den Staaten bereits Rekorde bricht. In Karlsruhe ist der Streifen im Filmpalast am ZKM zu sehen.

Was hat der Mann nicht alles geschrieben: Von "Carrie", "Christine" über "Todesmarsch" (unter dem Pseudonym Richard Bachmann) bis hin zu "Friedhof der Kuscheltiere" und "In einer kleinen Stadt"- allesamt brillante Erzeugnisse und selbstredend im Kanon der Thriller-Meisterwerke aller Zeiten vertreten.

Natürlich gab es auch schon diverse Verfilmungen: Als Beispiel seien "Shining" mit dem grandiosen Jack Nicholson oder auch "Misery" mit der erschreckenden Kathy Bates (Oscar und Golden Globe als "Beste Hauptdarstellerin") genannt - was für eine literarische Vita dieses genialen Schriftstellers King.

Der Schotte James McAvoy ("Wanted", "Glass") ist übrigens der einzige bekannte Schauspieler im Andy Muschietti-Film, diese spielen aber in "Es: Kapitel 2" sowieso nicht die entscheidende Rolle. Vielmehr ist die Geschichte und die Gemengelage der Hauptakteur dieses Streifens.

Schöner Cameo von Stephen King

Recht witzig ist der leicht schrullige Cameo von Stephen King als Second-Hand-Ladenbesitzer - da nimmt sich einer nicht ganz so ernst, eine nette Anekdote! Bill Skarsgård ist als fieser, sabbernder Clown Pennywise natürlich erste Grusel-Sahne, so verstörend wie er verspeist sonst keiner kleine Kinder.

Der Horrorstreifen gleitet leider ab und zu in ein (auch optisch) krudes Monster-/B-Filmchen ab, die Story phasenweise leicht banal und mit der Keule. Dabei ist doch eine gewisse Psycho-Komponente gerade die Stärke von Kings Vorlage. Und auch die Schocker-/Splatterszenen sind teilweise eher medioker, da habe ich schon Derberes gesehen. Ein Hauch "Indiana Jones" ist auch dabei - "Es: Kapitel 2" gerät manchmal einfach zu konventionell.

Überlänge immer sinnvoll?

Was mich mittlerweile wirklich stört, ist, dass jeder zweite Hollywood-Streifen Überlänge haben muss (hier sind's satte 170 Minuten) - das geht auch stringenter, das ist jedenfalls meine Ansicht. Zum Vergleich: Selbst der Klassiker "Apocalypse Now" vom legendären Francis Ford Coppola verzeichnet eine kürzere Lauflänge. Das dazu.

Symbolbild Kino
Symbolbild Kino | Bild: pixabay/dbreen

Es gibt aber auch Lob von meiner Seite: Die Schluss-Sequenz/-Essenz ist gelungen, mehr verrate ich natürlich nicht, der Plot hält hier eine schöne Pointe bereit. Also: Es: Kapitel 2" ist natürlich kein schlechter (Horror-)Film, trotzdem bin ich - auch aufgrund einiger Längen - leider ein wenig enttäuscht.

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Kommentare (3)
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  •   Malaika
    (191 Beiträge)

    06.09.2019 18:53 Uhr
    Enttäuschend
    Dieses Remake war einfach nur enttäuschend. Wo blieb die spannend und packend erzählte Geschichte der Erstverfilmung? Wo blieb die spannende Ausarbeitung der Charaktere des Verliererclubs? Das war eine schnell erzählte Story über ein paar vorlaute Rotzlöffel und ein computergeneriertes Monster, das teilweise lächerlich agierte. Der "Horror" war mir hier auch zu plakativ, wenn überhaupt vorhanden, im ersten Teil war er subtiler und unterschwelliger und Tim Curry war als Pennywise um Längen besser. Zudem hat diese Neuverfilmung mit dem Buch wenig zu tun.
    Also einfach das Original kaufen.
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  •   yokohama
    (3377 Beiträge)

    08.09.2019 13:46 Uhr
    Wer
    einen guten Clown-Film sehen will, sollte im Oktober in ,,Joker'' gehen. In Venedig gestern frenetisch gefeiert und ausgezeichnet. Bei ,,Es,, lohnt sich vorallem das Buch. Eine literarische Metapher auf Freuds Persönlichkeitstheorie, es gibt keinen besseren Roman über die Ängste der Kindheit.
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  •   malerdoerfler
    (5645 Beiträge)

    07.09.2019 08:23 Uhr
    Jo
    Mir hat es auch nicht gefallen.
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