Karlsruhe "Der weibliche Blick": ka-news-Fotografin Fink stellt im Kohi (mit) aus

Jeden Freitag gibt's eine kräftige Dosis Kultur, verabreicht von ka-news-Kulturredakteur Toby Frei, und zwar in der Kolumne "Kultur-Tipp". Heute: Es ist eine überaus interessante Konstellation, diese Ausstellung im Kohi wird ausschließlich von drei Frauen gestaltet und kuratiert - daher auch der naheliegende und sinnhafte Titel "Der weibliche Blick".

Liebe Fotokunst-Freunde,

gibt es den weiblichen Blick in der Fotografie, sehen Frauen die Welt mit anderen Augen oder durch eine andere Linse? Kirsten Bohlig, Bernadette Fink und Elisa Reznicek nähern sich dieser offen gehaltenen und durchaus waghalsigen Frage ab 9. Juni im Rahmen der Ausstellung "Der weibliche Blick" im Kohi. Ein gutes Konzertbild visualisiert die Musik, Gefühle und Stimmungen bei einem Konzert, hält flüchtige Momente fest und die Zeit an - inmitten des Trubels, auf und abseits der Bühne, im Publikum.

Diesen Anspruch verfolgen die drei Akteurinnen, die sich als Konzertfotografinnen in der Fächerstadt einen veritablen Namen gemacht haben. Ab Anfang Juni wird im Kohi in der Fotoausstellung "Der weibliche Blick" eine Auswahl ihrer Bilder gezeigt, geschossen unter anderem bei Das Fest, im Tollhaus und beim New-Pop-Festival. Diese sollen bestenfalls und mindestens zum Nachdenken, Diskutieren und Auseinandersetzen anregen, in besonderem und speziellen Maße auch über die Frage: "Der weibliche Blick - gibt es ihn?"

"Der weibliche Blick" - Titel bewusst gewählt

(ka-news-)Fotokünstlerin Bernadette Fink erklärt: "Ich denke nicht, dass es prinzipiell einen weiblichen oder männlichen Blick in der Konzertfotografie gibt. Und doch ist es auffällig, dass es weit mehr männliche Konzertfotografen gibt - auch bei ka-news. Wie ist die Erfahrung? Gibt es Unterschiede zwischen meinen Galerien und den Bildern der männlichen Kollegen? Letztendlich möchten wir die Antwort auf diese Frage den Besuchern der Ausstellung überlassen. Und es wird wahrscheinlich auch Unterschiede zwischen den drei Fotografinnen geben."

Der Ausstellungstitel ist durchaus bewusst gewählt: Das Projekt wirft indirekt die Frage auf, ob weibliche Fotografen anders fotografieren als ihre männlichen Kollegen. Dies ist zugleich als nicht wertender Beitrag zur Gender-Debatte zu verstehen und ermöglicht einen interdisziplinären Ansatz, der neben der Verwurzelung in Fotografie & Kunst auch nach der Bedeutung des Geschlechts für Kultur und Gesellschaft fragt. Eindeutige Antworten gibt es nicht – im besten Fall aber spannende Diskussionen!

Zu den Fotografinnen

Kirsten Bohlig, geboren 1964, selbstständige Web- und Grafikdesignerin, freie Fotografin. Ihr Credo: Das sehenswerte Motiv im Naheliegenden, oft auch im Banalen finden, den zufälligen Moment erwarten, die Struktur erkennen - dieses aufmerksame Sehen ist ein Versenken in die Umgebung, das Ruhe verleiht. Im Vorübergehenden entsteht eine Nähe, die bleibt. Im Bereich meiner Konzertfotografien schafft das Begegnung mit den Künstlern, ihre Persönlichkeit wird spürbar, die Musik im Geiste hörbar, die Stimmung im Publikum fühlbar.

Bernadette Fink, geboren 1955, Stadtplanerin und Fotografin. Ihr Credo: Bei meinen Konzertfotos geht es immer um die Menschen, auf, aber auch vor der Bühne. Wie wird die Musik in Körperhaltung und Mimik sichtbar? Wie viel gibt der Künstler von seiner Persönlichkeit preis? Welche Beziehung entsteht zwischen Musikern und Publikum? Ich suche nach dem besonderen, dem "ausdrucksstarken" Bild, würde aber niemals, nur um Aufmerksamkeit zu wecken, ein Foto veröffentlichen, das aus meiner Sicht der dargestellten Person nicht gerecht wird oder sogar verletzend ist.

Elisa Reznicek, geboren 1981, freie Musikjournalistin und Pressefotografin. Ihr Credo: Anders als rein künstlerisch arbeitende Fotografen bewege ich mich als Pressefotografin oft in vergleichsweise engen Schranken - regelmäßig auch über die obligatorische Drei-Lieder-Ohne-Blitz-Regel hinaus. Trotzdem versuche ich besondere Momente auf der Bühne und in der Interaktion zwischen Künstler/Band und Publikum einzufangen. Was klingt als positive Erinnerung nach und spiegelt den Charakter des Acts und der Veranstaltung? Das kann ein Lächeln sein, ein Blick, das buchstäbliche Zusammenspiel.

Die Vernissage findet am 9. Juni ab 19 Uhr im Kohi (Werderstraße 47) statt. Die Ausstellung ist danach regulär während der Veranstaltungen und auf Anfrage an kunst@kohi.de bis zur Sommerpause geöffnet.

Ich wünsche Ihnen ein schönes und vor allem kulturelles Wochenende

Ihr Toby Frei

Termin: Samstag, 9. Juni, ab 19 Uhr (Vernissage), Kohi, Karlsruhe

www.kohi.de
www.kiraura.de
www.lebelieberlauter.de
www.fotocommunity.de/photographer/bernadette-wozniak-fink/1180546

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