11  

Karlsruhe Das beste Album aller Zeiten?! "Sgt. Pepper's" ist 50 (geworden)!

Jeden Freitag gibt's eine kräftige Dosis Kultur, verabreicht von ka-news-Kulturredakteur Toby Frei: und zwar in der Kolumne "Kultur-Tipp". Heute: Dass die Beatles die einflussreichste (Pop-)Band aller Zeiten waren und sind, wird keiner ernsthaft bestreiten. Jetzt wird ihr wichtigstes Album "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" runde 50. Zeit für eine Laudatio voller Inbrunst!

Liebe Beatles-Freunde,

mir hat damals in jungen Jahren mein Vater die Brillanz dieses Meisterwerks näher gebracht, es war seinerzeit die erste Platte, die er als Jugendlicher für mühsam erspartes Geld erstanden hatte - und er wusste schon damals sofort, welch' Schätzchen er da in Händen hielt! Machen wir's wie auf Vinyl und beginnen mit Track Eins auf Seite Eins ...

Es beginnt energetisch und vielstimmig/vielschichtig mit dem titelgebenden "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" und geht dann fließend in den Klassiker "With A Little Help From My Friends" über, im Original von Drummer Ringo Starr simpel intoniert und 1969 von Joe Cockers Organ genial veredelt. "Lucy In The Sky With Diamonds" ist sowieso einer der besten Songs, den die Pilzköpfe je geschrieben haben - ob drogenverherrlichend (Lucy In The Sky With Diamonds) oder nicht, daran scheiden sich bis heute die Geister.

"Within You Without You" vom Gitarristen Harrison

"Fixing A Hole" und "Getting Better" sind wunderbar einfache Pop-Nummern, aber hey, mehr braucht's nicht, wenn man solch güldene Melodien in der Hinterhand hat. "She's Leaving Home" ist auch inhaltlich ein todtrauriges Stück Musik, für mich ein beeindruckende Ballade und ein echtes Kleinod. Und "Being For The Benefit Of Mr. Kite" kommt folgend als relaxter Pop-Song erster Güte daher. Dieses Album hat einfach keine Schwachstelle!

Übrigens sind alle Songs vom unvergleichlichen Duo Lennon/McCartney geschrieben und komponiert worden, die Ausnahme bildet zu Beginn der B-Seite "Within You Without You" vom legendären Gitarristen George Harrison (der übrigens später auch solo mit "Here Comes The Sun" reüssierte). Die Nummer fällt qualitativ aber definitiv nicht ab, im Gegenteil, das deutlich von indischer Musik beeinflusste Stück ist großartiger, psychedelischer Sound.

"Sgt. Pepper's" ist DER Klassiker der Pilzköpfe

"When I'm Sixty-Four" ist (auch lyrisch) ein geradezu putziger Song übers Älterwerden, und nebenbei ein echter Mini-Hit. Eine augenzwinkernde Hommage an eine Politesse ist "Lovely Rita", natürlich wieder ausgestattet mit wunderbarer Melodie. Hymnisch, aber auch leicht verstörend gerät dann "A Day In The Life" als Albums-Abschluss.

Die Beatles waren mit "Sgt. Pepper's" (1967) defintiv auf dem Zenit ihres Könnens, auch privat und bandintern ging es danach bergab beziehungsweise auseinander - mit "Let It  Be" kam 1970 noch ein großer Moment! Aber: jedes Lied auf der 1967er Platte ist ein Hit, ein Klassiker, man kommt aus dem Loben nicht heraus. Die Scheibe gilt zudem als eines der ersten Konzeptalben der Pop-Historie, dazu mit einem Artwork versehen, welches einen mehrmals beobachten lässt. Kurzum: "Sgt. Pepper's" ist DER Klassiker der Pilzköpfe, und ja, mindestens eines der besten Alben aller Zeiten!

Ich wünsche Ihnen ein schönes und vor allem kulturelles Wochenende!

Ihr Toby Frei

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (11)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   silberahorn
    (10054 Beiträge)

    17.06.2017 05:53 Uhr
    Will you still need me,
    will you still feed me, When I'm sixty-four?

    Ich möchte meinen, dass diese Musik damals vor allem geholfen hat unkompliziert der englichen Sprache näher zu kommen. Our english teacher, hat nämlich darauf bestanden, dass das "Tieäitsch" perferkt in Oxford-English ausgesprochen wird.
    Das waren Zeiten. Man muss sich nur mal anschauen, wie unsere Politiker damals auch Probleme mit der französichen Sprache hatten. Es ist durch Musiksprachen etwas zusammengewachsen und eine bessere Verständigungsmöglichkeit entstanden.

    Mit anderen Sprachen aus entfernteren Ländern könnte man das heute auch noch so machen!

    Ah look at all the lonely people
    All the lonely people
    Where do they all come from?
    All the lonely people
    Where do they all belong?

    I need somebody, help ... When I was younger so much younger than today, I never needed anybody's help in any way

    Texte mit langer Gültigkeit.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   silberahorn
    (10054 Beiträge)

    17.06.2017 06:29 Uhr
    Klaviere
    für jeden zugänglich aufzustellen ist nicht nur in Karlsruhe passiert.
    Es waren ziemlich viel solcher Klaviere, die ich in Europa in der Zwischenzeit gesehen habe. Bespielt von meist jungen Leuten. Wer Bordeaux kenn, weiß was dort aufeinanderprallt. Im Bahnhof ein Klavier hinzustellen ist keine schlechte Idee.
    Yes, I believe in miracles, wenn man ständig über Glaubensfragen spricht. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   peddersenn
    (992 Beiträge)

    16.06.2017 20:15 Uhr
    nun ja...
    ...Kunst sollte man nach dem bewerten, was sie in DER ZEIT geleistet hat. So gesehen ist st.Pepper ein gutes Album.

    Aber der Titel "bestes Album aller Zeiten" kann deshalb naturgemäß nicht stimmen. Andere mögen zu ihrer Zeit - gegen andere Hörgewohnheiten - Revolutionäreres und Besseres geleistet haben.

    In Zeiten, in denen 15jährige Mädels Jimi Hendrix 1:1 oder Bluesmusiker von vor 60 jahren nachspielen können - incl. besserem Feeling- sollte das denn doch klar sein.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Route66
    (2039 Beiträge)

    16.06.2017 20:33 Uhr
    Es gibt sicherlich
    viele beste Alben aller Zeiten, vor allem aus den Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern. Danach wird es ja eher mau. Aber diese ganzen Alben haben eines gemeinsam: es stecken zum einen geniale Songwriter und Musiker dahinter. Die haben alle ihr eigenes Köpfchen benutzt und nicht abgekupfert und auch nicht bei youtube Gitarre spielen gelernt. Also einzigartig. Die Jungs haben Gitarrenriffs erfunden. Wenn 15jährige Mädels das nachspielen heutzutage? So what? Welche Leistung steckt dahinter? Es ist nachspielen und nichts weiter. Ich höre Zeit meines Lebens gute Musik, war auf unzähligen Konzerten, kenne viele Musiker und habe vor jedem Respekt, der seine eigene Mucke auf die Beine stellt. Und vor den Beatles? Hut ab und ganz tief verbeug.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   peddersenn
    (992 Beiträge)

    16.06.2017 20:41 Uhr
    klar...
    ...aber die durchschimmernde "früher war alles besser" und "heute gibts keine Leistung (was immer das ist) mehr" Meinung hängt für mich mehr mit Stagnation zusammen als mit Musik.

    Vielleicht ist die Leistung von Mozart DAMALS genauso groß gewesen wie die von Pink Floyd vor 30 Jahren Oder von Björk vor 20 Jahren. Oder von Enimem vor 15 Jahren. Oder von Portishead vor 10 Jahren.

    Will - oder kann- man das beurteilen? Eher nicht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Route66
    (2039 Beiträge)

    16.06.2017 21:03 Uhr
    Früher war alles besser
    Die Mucke auf jeden Fall. Da gibts gar nix. Hör Dir an was seit 20 Jahren produziert wird. Kinderkram auf allen Ebenen. Da wird eine Hupfdohle nach der anderen und eine Bübchenband nach der anderen mit gleichgeschalteter Musik großproduziert. Kaum laufen die die die Top Ten hoch und runter, werden abgefeiert und geliked, sind sie schon wieder von der Bildfläche verschwunden. Die Namen kennste svhin nach zwei Jahren nicht mehr. Die Bands der guten "alten" Zeit, die kennt jeder. Da gehst Du auf Kinzerte wo Du selbst svhon als 18jähriger warst und findest 16jährige. Weil die die Muck genauso geil finden, wie Du vor 30 Jahren. Und das ist für mich groß. Generationenübergreifend. Bleibend. Und Mozart war seinerzeit ein Popstar. Und hat überdauert. Warum? Weil er ein Genie war, dessen Leistung von innen heraus kam.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   RechterRand
    (971 Beiträge)

    16.06.2017 21:26 Uhr
    Besser nicht unbedingt - anders - und vor allem weniger.
    Der Musikgeschmack hat sich sehr geändert und vor allem, man wird zugeschüttet mit Musik.

    Hatte man früher ein stolze LP-Sammlung von 35 Platten Heute hat man heutzutage Zugriff auf Millionen.

    Da verliert man schnell den Überblick.

    Ich finde, es gibt auch wirklich gute aktuelle Musik, wobei ich eher wehmütig der Musik der 70er bis 90er nachtrauere.

    Nach meinem persönlichen Geschmack ist das Album "wish you where here" das Beste ever. Da kommt auch Beethofens Neunte nicht so ganz ran.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Route66
    (2039 Beiträge)

    16.06.2017 21:34 Uhr
    Na ja
    Beethoven ist meiner Ansicht nach das größere Genie, aber Pink Floyd kommt knapp danach 😎 Stimmt auch, früher haste lange gespart für jede Platte und die waren heilig.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   peddersenn
    (992 Beiträge)

    16.06.2017 21:19 Uhr
    früher war alles besser......klar. Zumindest wars einfacher,
    was Gutes und Weiterbringendes zu hören. Weil alles neu und weiterbringend war.
    Aber willst Du tatsächlich behaupten, es gäbe heute nix mehr Weiterbringendes mehr? Das ist Bequemlichkeit nichts weiter. Man muß es eben nur suchen.

    Es ist alles ein wenig eine Frage, des Geschmacks bzw. das was einen anspricht. Aber - um mal meine Vorlieben heranzuziehen - wer behauptet, Björk, Massive Attack, Moby, Tricky, Portishead, Peuple des Herbes (und unzählige andere, die mir nix sagen bzw. die ich garnicht mag) wäre Kinderkram und Abteilung Hupfdohle, der macht sichs ziemlich leicht - und ist schwer zu respektieren.

    Kommt vielleicht auch drauf an, wie lange man schon dabei ist - und wo man geistig/interresemäßig stehen geblieben ist. "Du musst doch zugeben, es gibt heute doch wirklich keine gute Musik mehr" wurde mir von Freunden schon unterbreitet, da kam gerade "Yessongs" raus.

    Wer meint, es gäbe keine gute Musik mehr,. ist entweder zu faul zum Suchen oder hat wenig Gefühl.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Route66
    (2039 Beiträge)

    16.06.2017 21:31 Uhr
    Finde ich nicht
    Ich bin sehr offen und freue mich wenn es tatsächlich mal wieder eine gute junge Band oder Interpreten gibt. Aber es kommt nicht viel. Klar konnten die Musker damals aus dem Vollen schöpfen, sie hatten ja den Vorteil den Rock'n Roll zu erfinden. Klar ist es schwer da mitzuhalten. Aber die ganze heutige Musikproduziermaschinerie ist nur noch auf Kohle produzieren aus. Das passt zur Wegwerfgesellschaft. Leider. Jeder will ein Star sein, ob er was taugt ode nicht. Bei dem Blödsinns DSDS gehts nur darum den Bohlen hochzuhalten und die armen Würstchen die da antreten kleinzumachen. Widerlich. Als ob es darum ginge, ein Talent zu entdecken. Die Hupfdohlen müssen nicht richtig singen können (das kann man alles im Studio nachproduzieren), die müssen die Bedürfnisse der Youtuber befriedigen, da gibt's dann mal ne Brust- und Nasen-OP damit sie ins Bild passen. Und sei mal ehrlich: 90% derer sehen alle gleich aus und auch das Stimmchen ist das Selbe. Langweilig. Meinen Respekt hat z.B. Adele.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.