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Ortsmarke: Kultur in Karlsruhe | Stadtmuseum Ausstellung im Stadtmuseum: Gurs 1940. Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden

PARTNER DER WOCHE – Die Deportation von mehr als 6.500 Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland ist Thema der Ausstellung „Gurs 1940. Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden“, die bis 3. Oktober 2021 im Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais gezeigt wird.

Bei den Verschleppungen am 22. und 23. Oktober 1940 handelt es sich um eine der ersten systematischen Deportationen durch die Nationalsozialisten. Das Ziel der Züge, die in zahlreichen Städten gestartet waren, war das Lager Gurs am Fuße der Pyrenäen. Viele der Deportierten starben dort oder in anderen Lagern Südfrankreichs. Die meisten der in Gurs Internierten wurden ab dem Sommer 1942 nach Auschwitz-Birkenau und Sobibor verschleppt und ermordet. Nur wenige Menschen überlebten.

An diese Verbrechen und ihre Nachgeschichte erinnert die Ausstellung. Sie bettet regionale Geschichte in deutsche, französische und europäische Abläufe ein und nimmt Betroffene, aber auch Täter*innen, Umstehende und Nutznießende in Deutschland und Frankreich aus verschiedenen Perspektiven in den Blick. Auch erzählt sie, wie dieser Verbrechen gedacht wurde und wird.

Diese Fotografie des Lagers Gurs stammt vermutlich aus dem Jahr 1942. Voll ausgebaut maß es 79,6 Hektar und war von Stacheldraht umgeben. Auf dem Gelände wurden nochmals „kleine Inseln“ (îlots) abgezäunt, die aus jeweils 25 bis 30 Baracken bestanden. Männer und Frauen waren getrennt untergebracht.
Diese Fotografie des Lagers Gurs stammt vermutlich aus dem Jahr 1942. Voll ausgebaut maß es 79,6 Hektar und war von Stacheldraht umgeben. Auf dem Gelände wurden nochmals „kleine Inseln“ (îlots) abgezäunt, die aus jeweils 25 bis 30 Baracken bestanden. Männer und Frauen waren getrennt untergebracht. | Bild: Foto eines unbekannten Fotografen/einer unbekannten Fotografin, ca. 1942, Mémorial de la Shoah

Erarbeitet wurde die Ausstellung von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz. Das Stadtarchiv und die Historischen Museen Karlsruhe gestalteten zusätzlich lokale Ergänzungen. Diese bieten Informationen zum jüdischen Leben in Karlsruhe, zu Karlsruher Jüdinnen und Juden im Lager Gurs sowie zur Erinnerung in Karlsruhe an die Deportation der Jüdinnen und Juden nach Gurs. Darüber hinaus hält eine eindrucksvolle grafische Präsentation der Namen und – wo vorhanden – Fotos der über 950 nach Gurs deportierten Karlsruher Jüdinnen und Juden die Erinnerung an diese Menschen lebendig.

 Schüler*innen der Katholischen Fachschule für Sozialpädagogik Agneshaus Karlsruhe beschäftigten sich mit den Berichten Paul Niedermanns über seine Deportation und das Leben im Lager Gurs. Daraus entstanden „Gefühlsbilder“, die zum Nachdenken anregen wollen. Sie werden ebenfalls in der Ausstellung präsentiert.

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