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Kultur in Karlsruhe | Europäische Kulturtage Festivals in pandemischen Zeiten - Europäische Kulturtage Karlsruhe setzen auf hybride Formate

PARTNER DER WOCHE - Die Europäischen Kulturtage in Karlsruhe haben sich gerüstet: Für die 25. Ausgabe des Festivals vom 2. Mai bis 16. Mai wurden flexible digitale und hybride Formate geschaffen. Unter dem Motto: "Europa - ein Versprechen" ist ein vielseitiges Programm geplant. Dabei wird es auch für ein internationales Publikum möglich sein, die Angebote im digitalen Raum unter www.europaeische-kulturtage.de und den Social-Media-Kanälen zu nutzen.

Dr. Susanne Asche, Kulturamtsleiterin der Stadt Karlsruhe, betont: "Dieses Festival in Zeiten von Corona zu organisieren und durchzuführen, erfordert ein aktives Umdenken. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind mit den stetig neuen Regelungen und Vorgaben das A und O. Karlsruhe ist bekannt für seine starken Netzwerke und die enorme kulturelle Dichte. Es ist beeindruckend, mit welchem Elan und mit welcher Kreativität die rund 30 beteiligten Kulturinstitutionen ein Programm mit über 70 Veranstaltungen auf die Beine gestellt haben - den Einsatz von digitalen oder hybriden Formaten natürlich immer im Hinterkopf. "Die Festivalverantwortlichen von Kulturamt und Staatstheater bedauern, dass es einer derartigen Krise wie der Corona-Pandemie bedurfte, um zu erkennen, wie zerbrechlich die Idee des einigen und offenen Europas in Krisenzeiten ist. Es gilt daher gerade jetzt, die Versprechen erneut auf den Prüfstand zu stellen und nach Impulsen für ein neues Europa auf der Basis von Solidarität und Zusammenarbeit zu suchen.

Bild: Peter Zechel

Das Programm der Europäischen Kulturtage sucht insbesondere nach den Bezügen zur heutigen gesellschaftlichen Realität. Wie erinnern wir – in einer diversen Gesellschaft – an den Holocaust? Wie reagieren wir auf die Herausforderungen unserer vielseitigen Städte? Und was prägt, was korrumpiert unsere Werte? Diese Fragestellungen dienen als Grundlage packender Filme, Aufführungen und Gesprächsformate. Die Akteurinnen und Akteure beschäftigen sich mit Grenzen und Freiheit, auch unabhängig von der aktuellen pandemischen Lage. Sie machen sich international auf die Suche nach Gemeinsamkeiten, wagen den Blick von außen auf Europa, suchen nach internationalen Einflüssen „vor ihrer Haustüre“ und erinnern an das Versprechen Europas, dass sich die menschenverachtende Vergangenheit nicht wiederholen darf.

Bild: Gleichstellungsbüro

Facettenreich und hybrid

Um ein anspruchsvolles, analog geplantes Festival auch digital erlebbar zu machen, bedarf es eines hohen technischen, räumlichen, finanziellen und auch künstlerischen Aufwands. Sonja Walter, Chefdramaturgin des Staatstheaters, betont: „Es gibt Veranstaltungen, die live passieren und für unser Publikum, was nicht im Theater sein kann, digital übertragen werden, sodass auch internationales Publikum auf Karlsruhe schauen kann. Zudem eigens aufgezeichnete Versionen des Staatstheater-Programms. Hier haben wir uns zum Teil filmischer Ansätze bedient, die der  Online-Version ihren ganz eigenen Reiz geben. Spannend sind auch rein digital gedachte Ansätze, wie beispielsweise eine interaktive Online-Performance, die es exklusiv zu den Europäischen Kulturtagen zu erleben gibt. “Als Festredner für das Eröffnungsprogramm am 2. Mai spricht Leo luca Orlando, Bürgermeister von Palermo und Abgeordneter des sizilianischen und italienischen Parlaments. Für seine Flüchtlingspolitik sowie für seine Kulturinitiativen gegen die Mafia und gegen Rassismus erhielt er innerhalb des Europäischen Kulturmarken-Awards den Lifetime Achievement Award in der Kategorie „Europäische*r Kulturmanager*in des Jahres“. Es ist geplant, ihn digital zuzuschalten. Exemplarisch für die zahlreichen und herausragenden Festivalbeiträge eines starken und dichtenkulturellen Netzwerks in Karlsruhe steht das europäische Ausstellungs- und Recherche Projekt des Badischen Kunstvereins „Dinge, die wir voneinander ahnen“. Der Kunstverein tritt darin zusammen mit tranzit.at aus Wien und Kurator*innen und Künstler*innen aus Sarajevo, Lviv, Kiew, Baku, Prag, Minsk, Eriwan, Krasnodar, Timisoara und Bukarest in einen langfristigen Dialog über das Bild von Europa.

Bild: Elke Walford, Fotowerkstatt Hamburger Kunsthalle

Das Badische Staatstheater zeigt neben vielen weiteren Produktionen eine eigens für die EKT gefilmte Version der „Neuen Todsünden“ – sieben Kurzdramen von europäischen Autorinnen, die jeweils eine der sieben von Mahatma Gandhi formulierten neuen Todsünden aufgreifen und der Frage nachgehen, wie es in der digitalisierten und globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts um Gandhis Thesen steht. Weitere Informationen zu den Streamings, Filmen, Lesungen, Führungen und Konzerten, dem Kinoprogramm, den Ausstellungen und Performances sowie Aktionen und Diskussionen im Festivalzeitraum finden sich hier. 

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